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Lebendig gefressen (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 25.07.2008, seitdem 838 Mal gelesen



Eine Mordserie sucht New York heim. Der Killer tötet seine Opfer auf offener Strasse durch einen Giftpfeil. Doch diesmal endet der Mord in einer Verfolgungsjagd, wobei der Täter von einem LKW erfasst wird und stirbt. Bei sich trägt er einen 8mm Film, auf dem ein grausames Ritual zu sehen ist. Auf dem Film ist die Adresse von Diana Morris (Paola Senatore) vermerkt. Ihr Schwester Sheila (Janet Agren) reist sofort nach New York. Seit über sechs Monaten hat sie nichts mehr von ihrer Schwester gehört. Prof. Carter (Mel Ferrer) ist der Ansicht, dass sich Diana in der Hand einer perversen Sekte befindet unter dem wahnsinnigen Jonas Melvyn (Ivan Rassimov). Mit dem ehemaligen Vietnamveteran Mark (Robert Kerman) begibt sich Sheila umgehend in den gefährlichen Dschungel von Neuguinea. Dort erwarten sie nicht nur blutrünstige Kannibalen, sondern auch Jonas mit seiner Sekte, von der es kein Zurück mehr gibt.

Der italienische Regisseur Umberto Lenzi führte bei weit über sechzig Filmen Regie. Dabei war er wirklich in allen Genren vertreten. Es reichte von Thriller über Horror bis hin zum Kannibalenfilm. Davon drehte er gleich zwei hintereinander, denn direkt nach "Lebendig gefressen" legte er mit "Die Rache der Kannibalen" nach. Ich bin absolut kein Freund dieser schon perversen Gewalt, jedoch gestaltet sich "Lebendig gefressen" von der ersten Minute an unterhaltsam.
Die Story macht natürlich nicht viel her. Eine Sekte siedelt sich aus Angst vor der Gesellschaft in den Dschungelwäldern von Neuguinea an. Dabei haust man zwischen einigen Kannibalenstämmen, so dass die Mitglieder keine Möglichkeit zur Flucht haben. Auch Diana, Sheilas Schwester ist Gefangene der Sekte. Um Diana zu finden und zu retten engagiert Sheila den ehemaligen Vietnamveteran Mark, dem man übrigens die deutsche Synchronstimme von Clint Eastwood gegeben hat. Dies macht Robert Kermans Auftritte sehr charismatisch.
Auf jeden Fall finden wir uns recht schnell in einer authentischen Dschungelkulisse wieder und es kommt das, was kommen muss. Der erste Führer wird vom Krokodil verspeist, der Zweite von den Kannibalen geschlachtet, so dass Mark und Sheila allein durch den gefährlichen Dschungel irren. Lenzi inszeniert hier ziemlich spannend. Die aussichtslose Lage jagt dem Zuschauer mehrere Schauder über den Rücken. Entweder man wird Futter für die Kannibalen, oder landet in Jonas Sekte. Sehr beunruhigend wirken auch die vielen Tieraufnahmen. Wenn eine Pyton ein kleines Äffchen bei lebendigem Leibe verspeist, kann das nur beunruhigend wirken. Leider werden wir auch mal wieder Zeuge, wie Tiere bei lebendig aufgeschlitzt und aufgefressen werden. Diese Szenen sind nicht nur eklig, sondern auch abstoßend. Es ist uns ja Allen klar, das Lenzi die Gewalt so authentisch wie möglich darstellen will, doch das Töten wehrloser Tiere könnte man wirklich weglassen. Aber nicht nur Tiere finden den Tod, auch dem Zweibeiner wird hier übel zugesetzt. Vergewaltigungen, blutige Fressorgien, der Gewalt sind hier kaum Grenzen gesetzt. Aber darauf muss man als Zuschauer gefasst sein, ansonsten sollte man sich "Lebendig gefressen" nicht ansehen. Wir sehen einfach mal über die Perversionen und über die schwache Story hinweg. Der Film unterhält lückenlos, ist oft sogar ziemlich spannend und bietet obendrein ein perfektes Dschungelszenario. Auch der Score ist super gelungen. Die Darsteller sind nicht das gelbe vom Ei, agieren aber glaubwürdig. Mel Ferrer hat eine Nebenrolle als Prof. Carter. Noch zu erwähnen sei, dass Lenzi auch einige Actioneinlagen wie Prügelein oder Verfolgungsjagden eingebaut hat.

Extrem blutrünstige Sequenzen, Vergewaltigungen und das Töten von Tieren wird in "Lebendig gefressen" sehr drastisch zur Show gestellt. Trotzdem fesselt die lahme Story und die Spannung ist auf recht hohem Niveau angesiedelt. Die Dschungelkulisse ist echt und der Score eine Wucht. Die Darsteller sind absolut ausreichend. Lenzi inszeniert wirklich gut und versteht dem Zuschauer ein beunruhigendes Gefühl in der Magengrube zu entfalten. Solch Kannibalenfilme sind nicht mein Fall, doch ausser der abstoßenden Gewalt ist an dem Film nicht viel auszusetzen.


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