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Lebendig gefressen (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 01.08.2004, seitdem 1158 Mal gelesen



In New York ereignen sich Todesfälle, hervorgerufen durch vergiftete Pfeile, die die Spur Richtung Asien lenken. Dort sucht Sheila (Janet Agren) nach ihrer verschollenen Schwester Diana (Paola Senatore), die zuletzt im Dschungel Neu-Guineas abgetaucht ist, um mit der Purifikationssekte ein neues Leben in der Natur zu beginnen. Diese wird von dem skrupellosen Jonas (Ivan Rassimov) angeführt, der Sheila und ihren Führer Mark (Robert Kerman) nicht gerade freundlich empfängt. Statt dessen werden die ungebetenen Gäste unter Drogen gesetzt und den rigiden Regeln der Sekte unterworfen. Eine Flucht scheint nahezu aussichtslos, denn das Sektiererdorf ist umgeben von kannibalischen Stämmen. Acht Jahre nach "Mondo Cannibale" drehte Umberto Lenzi seinen nächsten Kannibalenfilm, doch diesmal sollte es spektakulärer sein, kurz zuvor machte der heftige "Cannibal Holocaust" ja auch ganz gut Kasse. So zeigt er uns eine Menge Splatterszenen, die mal mehr und mal weniger gut umgesetzt sind, dazu gesellen sich einige Vergewaltigungen und nicht zu vergessen, die damals üblichen Tiersnuffszenen (durch die ich auch diesen Film einen Punkt abwerte). Um mit denen anzufangen: hat man bei Deodato noch das Gefühl, solche sinnlosen Opfer sind wenigstens noch Bestandteil der Story, so ist das hier nur noch selbstzweckhaft, um stumpf zu schocken und umso ärgerlicher. Ähnliches trifft auch auf die Vergewaltigungen zu, Lenzi baut ohnehin auf viel nackte Haut und wenig auf Spannung innerhalb der simpel gestrickten Story. Die Rahmenhandlung ist kaum der Rede wert, abgesehen von der Idee der Selbstmordsekte, war ja damals schwer modern. Die Schauspieler sowie die Synchro sind, dem Genre entsprechend, erträglich, mehr kann man der eigentlich illustren Riege mit einigen B-Moviegrößen nicht zusprechen, außer Ivan Rassimov, als gelungen tyrannischem Sektenführer. Da gibt es allerdings weit alberneres wie "Cannibal Terror" z.B. Was bleibt ist einiges an ausgebreiteten Goreeinlagen, im letzten Drittel werden sogar noch lebendige Menschen angeknabbert, immerhin. Durchaus aufwertend sind anfänglich gezeige Fakire bei Paganritualen, denn ansonsten wird da eine Menge Blödsinn über die "bestialischen Wilden" verbreitet. Die tropische Dschungellandschaft (Sri Lanka) wirkt authentisch, wenn auch nicht immer so schön eingefangen wie bei "Cannibal Holocaust" und die Kannibalen können in ihrem Aufzug überzeugen. Ausnahmen bestätigen auch dort die Regel, wenn bei einer Köpfung eines Stammesmitglieds sichtbar die Perücke verrutscht. So bleibt unterm Strich für den Zuschauer sleaziger Kannibalentrash mit Splatter- und unfreiwilligen Komikeinlagen, für andere wiederum könnten der ausgebreitete Konservativismus im Weltbild für wenig Freude sorgen. So reißt es der Vietnamveteran als Held heraus und die Frauen haben die Klappe zu halten und dienen mehr als Vergewaltigungsobjekte während die Kannibalen einfach hauptberuflich Menschen fressen und sich leicht von drei dahergelaufenen Amerikanern übertölpeln lassen. Alles wird schön eingebettet in diversen Klauereien in Bild und Ton von Lenzis eigenen Filmen und den Kollegen des Kannibalengenres, Originelles kann da wohl kaum rauskommen.

Fazit: Lenzi versucht, auf der Erfolgswelle des großartigen "Cannibal Holocaust" mitzuschwimmen, nur war er leider zu blöd, um diesen zu verstehen, Vergewaltigung ist nicht gleich Vergewaltigung und gut geklaut ist nicht die Hälfte wert. (6-1=5) 5/10 Punkten


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