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Geschichten aus der Gruft (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 06.02.2006, seitdem 866 Mal gelesen



1989 sollte die die populär / verschriene Comicreihe “Geschichten aus der Gruft” quasi “wiederbelebt” werden - nachdem sie sich in ihrer Entstehungs- und Blütezeit doch immer größerer Zensur und Protesten erwehren musste und irgendwann völlig verschwamm. Die Erfolgsformel: bekannte Regisseure und eine wunderbare 1:1 Umsetzung der Comics: grell, makaber, blutig. Den meisten dürfte die Serie bekannt sein, jedoch wissen wohl weniger Leute um diesen Film, welcher als Vorgänger der Serie gehandelt werden kann, basiert er doch auf die gleichen Comics. Doch die Herangehensweise ist anders.

Weniger blutig, weniger gemein, weniger bunt - aber dafür schön nostalgisch. Kein Wunder, produziert wurde der Film von “Amicus”, mit Regisseur Freddie Francis heuerte man auch gleich den Regisseur von “Die Todeskarten des Dr. Schreck” an, ein Mann mit Erfahrung auf diesem Gebiet. So wundert es kaum das auch dieser Episodenhorror wieder einmal gelungen ist; klar - als Fan der modernen Serie muss man eben Abstriche machen, unterhalten tut er dennoch gut. Wenn es mir erlaubt sei werde ich ab und an Parallelen zur modernen “Geschichten…” Reihe ziehen. Was anders ist: der “Crypt Keeper” hat hier noch menschliche Gestalt von einer weniger dämonischen Ausstrahlung eines Dr. Schreck, wie dieser erzählt er doch in einer Rahmenhandlung Menschen ihre “Zukunft”. Fünf Leute sondern sich bei einem Friedhofs- / Katakombenbesuch von ihrer Gruppe ab und verirren sich in dessen Verlies. Dort werden sie mit ihrer dunklen Seite konfrontiert…

Die erste Geschichte ist in der modernen Reihe eine meiner Lieblingsepisoden - die “And all through the house”. Kenner wissen um diese böse Weihnachtsgeschichte mit Larry Drake als psychopathischer Santa der die Pläne der Versicherungsbetrügerin und Gattenmörderin Joanna stört. Dort eine klaustrophobische Stimmung, richtig böse und ein wenig blutig. Hier jedoch kommt die Spannung nicht so richtig rüber da der Psychopath relativ normal und zudem sehr gebrechlich aussieht, ferner bewegt sich die Frau nie nach draußen sondern verrammelt sich. Zugegeben: die stetig laufende Weihnachtsmusik gibt der Grundidee eine böse Note, doch wie bei allen Folgen hier ist der “Humor” kaum eingeflochten, irgendwo ernster. Gut die Pointe ist die gleiche gemeine aber hier ziehe ich klar die moderne Folge vor.

Die zweite Episode fällt leider ab, immerhin kenne ich sie nicht in der modernen Serie - somit war ich überrascht was kommen mag. Trotzdem war die Geschichte um einen Ehebrecher der mit seiner Geliebten verunglückt und daraufhin scheinbar seine Identität verliert nicht sonderlich ausgefeilt oder interessant. Zudem auch sehr kurz gehalten und somit kaum Spielraum für Ideen. Na ja als Überleitung noch okay, da ist die dritte Folge schon weitaus besser.

Kein Wunder, Alt-Horrorstar und Veteran Peter Cushing spielt hier mit! Er ist ein alter Trödelsammler der den wohlhabenden Nachbarn ein Dorn im Auge ist. Ein Jüngling setzt alles daran den Alten von seinem Grundstück zu vertreiben: verwüstet ein Rosenbeet was dann dessen Hunde angeblich waren, wird der Pädophilie beschuldigt und bekommt schließlich am Valentinstag “den Rest”. Doch er hat nicht mit dessen Verbindungen ins Jenseits gerechnet. Die Geschichte ist bisher die am meisten Horror behaftete; vorhersehbar aber dennoch stimmig gemacht und mit schon morbiderem Ende. Cushing spielt seine kleine Rolle sehr gut, macht sogar als Zombie eine gute Figur. Aber auch diese Folge kannte ich bisher nicht aus der modernen Reihe.

Folge Nummer vier ist mir schon bekannter, es geht um eine verwunschene Mandarinstatue die ihren Besitzer drei Wünsche erfüllt - doch mit Bedacht sollten diese gewählt werden. Eine Frau wünscht sich viel Geld, ihr Mann macht sich kurz danach auf zu seinem Notar zu fahren; den Rest verschweige ich da die Folgen doch schon fies sind und hier auch der erste “richtige” Effekt auftaucht - ich meine in ähnlicher Form gab es diesen bei der Lee Episode bei “Dr. Schreck” (das eiskalte Händchen). Zum Teil hat der Film auch einen leicht gotischen Einschlag, wenn z.B. plötzlich Nebel im Zimmer wabbert und mehrere Sargträger ins Haus kommen. Bis dato Highlight.

Die letzte Folge ist die längste und beste; ich kenne sie in neuem Gewand in der modernen “Geschichten…” Reihe, auch einer meiner Favoriten: kaltherziger Blindenheimbesitzer malträtiert seine Insassen bis diese irgendwann zurückschlagen und grausame Rache nehmen. Die Geschichte wird hier fast 1:1 erzählt, trotzdem dem Remake in fast nichts nachstehend. Was ist anders? Es gibt keinen Außenstehenden der hilft, die Männer schlagen alleine zurück. Hier kommt weniger Comic-Last gut zur Geltung, vor allem das Ende erscheint mir einen Tick bestialischer und gerechter. Der “Schlussgag” wird jedenfalls schön hinausgezögert, alleine die dutzenden Einstellungen um die mit Rasierklingen besetzten Wände extrem stimmig. Auch erwähnenswert: Patrick Magee als Anführer der rebellierenden Blinden; bekannt aus Stanley Kubricks Meisterwerk "A Clockwork Orange" - dort ebenfalls in einer Opferrolle.

Alles in allem ein gelungener Episodenhorror aus dem Haus “Amicus” der zwar nicht an “Dr. Schreck” und Co. herankommt, für Fans von Episodenhorror und der “Geschichten aus der Gruft” Reihe aber allemal sehenswert - wenn letztere ihre Ansprüche etwas runterschrauben sollten.


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