Ansicht eines Reviews

I, Robot (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 05.08.2004, seitdem 926 Mal gelesen



Was hat man nicht alles gelesen über den Neuen Film von Alex Proyas, der uns zuvor schon mit den düsteren Bilderwelten aus "The Crow" und "Dark City" verwöhnte. Da wurde gesprochen vom "Blade Runner" des neuen Jahrtausends und einem absoluten Highlight im Sci-Fi Genre. Nun letztlich sollte man wohl sagen, dass einmal mehr der Satz zutrifft, man solle nicht alles glauben was man liest, sondern sich selber ein Bild machen, und das fällt dann doch eher durchwachsen aus.

Die Story, lose basierend auf Asimovs Geschichten, wobei der einzige direkte Einfluss die drei Gesetze der Robotik sind, bietet eigentlich alles was man von einem Film erwarten kann, der sich kritisch und anspruchsvoll mit dem Thema Roboter und zunehmende Einflussnahme von Hightech auf den Alltag auseinandersetzt. Die Roboter sind die besten Freunde des Menschen, sind aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken (und das alles bereits im Jahre 2035) und doch gibt es auch noch Menschen die nichts damit anfangen können ihren Alltag einem künstlichen Wesen anzuvertrauen. Einer davon ist der Cop Spooner (Will Smith), der nach einem, eher aufgesetzt wirkenden traumatischen Erlebnis, mit einem der Roboter eine enorme Abneigung verspürt. Und doch soll gerade er den vermeintlichen Selbstmord des "Vaters" aller Roboter aufklären. Schon bald hat er auch einen ersten Verdächtigen, einen Roboter Namens Sonny, der auf seine Art einzigartig ist. Dumm nur das er es gar nicht gewesen sein kann, denn damit würde er gegen die Gesetze der Robotik verstoßen, die jedem Roboter fest implantiert sind.
Im Verlauf der Geschichte stellt der Film immer wieder die Frage, ob es einer Maschine möglich ist zu fühlen, sich weiter zu entwickeln und wie man mit einer solchen Maschine umzugehen hat.
Es sind diese Momente, in denen der Film zu voller Stärke aufläuft, in denen er zeigt was er hätte sein können, wenn diese wenigen Szenen nicht nur Lückenfüller zwischen viel zu vielen Actioneinlagen wären.

Denn wenn man das Kino verlässt, wird einem hauptsächlich eines im Gedächtnis haften bleiben: Die Action. Die wurde zum Teil grob unlogisch, und zumeist viel zu übertrieben inszeniert. Will Smith kämpft und schießt sich da a Ende mehr oder weniger allein durch ganze Horden von Robotern, die zuvor noch mit übermenschlichen Stärken gezeigt wurden, jetzt aber nicht in der Lage sind einen einzigen Menschen zu töten.
Auch wird die exzellente Wirkung der CGI Effekte, die Roboter sehen gigantisch gut aus und sind perfekt umgesetzt worden, durch die Actioneinlagen gewaltig nach unten gezogen. Da gibt es eine mehr oder weniger überflüssige Verfolgungsjagd in einem Tunnel, die nahezu komplett aus dem Rechner stammt und bei der man doch deutliche Schwächen ausmachen kann. Da wirkt alles was vorher noch durch hohen Realismus bestechen konnte einfach nur wieder wie ein Computerspiel. Gleiches gilt auch für den Einsatz des Abrissroboters, der Will Smith zu einigen schon fast an die Tomb Raider Spiele erinnernden Actioneinlagen verhilft. Auch konnte man es nicht lassen die aus seit Matrix so beliebten Extrem-Slowmotion Effekte einzusetzen, die insbesondere im Finale doch eher etwas übertrieben wirken.

Dass Proyas Atmosphären schaffen kann, die den Zuschauer gefangen nehmen, ihn die Düsternis fühlen lassen, hat er bereits bewiesen. In "I. Robot" ist davon nicht viel zu sehen, nur in wenigen Szenen blitzt sein Talent für düstere Bilder durch. Einzig die Szenen auf dem Containerplatz wirken atmosphärisch so düster wie man es sich vom ganzen Film erwartet hätte.
Dazu kommt noch, das immer wenn die durchaus vorhandene düstere Grundstimmung in der Story sich durchzusetzen scheint, Will Smith mit dem nächsten Oneliner aufwartet, der zwar für reichlich Belustigung im Publikum sorgt, aber eben auch irgendwie unpassend wirkt. Gleiches gilt auch für das schon fast aufdringlich penetrante Product Placement, das insbesondere in den ersten Minuten des Films betrieben wird und bitter aufstößt. Da zeigt Will Smith erstmal stolz seine Converse Schuhe ins Bild und betont noch mal extra das es sich um das 2004er Model handelt. Auch JVC hat wohl einiges springen lassen.

Will Smith spielt die Rolle des Technikkritischen Cops erstaunlich überzeugend. Ich bin ja nun wirklich kein großer Fan von ihm, aber seine Leistung ist durchaus sehenswert. Gleiches gilt auch für Bridget Moynahan die als anfangs sehr gefühlskalt wirkende Wissenschaftlerin im Laufe des Films immer mehr auftaut und dabei zeigt das sie doch mehr kann als sie zuletzt in "Der Einsatz" zeigen konnte. Der Rest der Darsteller verschwindet dafür in der Bedeutungslosigkeit, da der dritte Hauptdarsteller, der Roboter Sonny, eindeutig allen die Schau stiehlt.

"I, Robot" ist sicherlich kein schlechter Film, aber es ist auch ganz sicher kein "Blade Runner" des neuen Jahrtausends, wobei dieser Vergleich sowieso absoluter Schwachsinn ist. Proyas hat einen unterhaltsamen Actionfilm gedreht, der zur lockeren Unterhaltung insbesondere für Will Smith Fans geeignet ist. Wer aber einen düsteren und kritischen Sci-Fi Thriller erwartet hat, dürfte enttäuscht aus dem Kino gehen. So ist der Film zwar durchaus gelungen, aber auf der anderen Seite verschenkt er auch einfach zu viele sehr gute Ideen, so dass man einfach sagen muss, dass hier wesentlich mehr drin gewesen wäre.
6 von 10 Punkten.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Ulthar" lesen? Oder ein anderes Review zu "I, Robot (2004)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Ulthar

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

361 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Star Wars: Die letzten Jedi (2017)
Eloise Asylum, The (2017)
13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (2016)
Cocktail (1988)
Star Wars: Die letzten Jedi (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich