Ansicht eines Reviews

I, Robot (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 11.08.2004, seitdem 1390 Mal gelesen



Sind denn alle guten Geschichten bereits erzählt?
Die Frage ist bei Ansicht von „I, Robot“ durchaus berechtigt, denn obwohl durch den erzählerischen Unterbau des SF-Maestros Isaac Asimov genug Potential für einen bahnbrechenden Film vorlag, ist am Ende doch nur wieder ein Blockbuster draus geworden, denn man auf effektvolle Weise um seinen Superstar herumgebaut hat.
Immer ist das Ergebnis unterhaltsam ausgefallen.

Es gibt also nicht wirklich was zu meckern, außer vielleicht das Filmbiz wegen akuter Risikolosigkeit anzuklagen. Ansonsten ist vieles gelungen, einiges hätte besser gemacht werden können, aber vollkommen reizlos ist es nicht geworden.

Was man leider gar nicht geschafft hat, ist einen autarken SF-Film mit Will Smith zu produzieren. Leider ist es doch zu sehr ein Will-Smith-Film aus dem SF-Genre, obwohl das Drehbuch relativ gesehen etwas Zurückhaltung übt, wenn es um den typischen Stil geht. Aber ganz an seinem typischen Charakter wollte man wohl doch nicht vorbei und so wird „I,Robot“ doch mehr zu „Bad Boys“, denn zu „Ali“.

Viel ärgerlicher ist aber, wie gesagt, die Phantasiearmut des Drehbuchs zu beklagen. Die Robotergesetze sind schön und gut und lassen viel Platz für philosophischen Unterbau, aber in welchem Gewand schleicht das Thema uns entgegen? Der Held mit dem ganz persönlichen Trauma, der individuellen Aversion, dem keiner glaubt und der, natürlich, am Ende recht behält. Diametral entgegen gesetzt eine weibliche Begleitung, das Über-Ich zum knapp gebändigten Es von Smith. Ein böser Konzernchef, der sich verdächtig macht; eine Bedrohung, die um jede Ecke lugt, eine Actionszene zu Beginn (Fangen des Roboters), eine in der Mitte (Attentat auf das Auto), eine zum Showdown (Angriff auf den wahren Bösen).
Das alles ist inzwischen so bekannt, daß Filme aus den 70ern offensichtlich immer noch kein Stäubchen Rost angesetzt haben. Die Vorhersehbarkeit ist zwar nicht ganz so brutal offen wie bei noch einfallsloseren Filmen, aber irgendwie hatte man sich gerade beim Namen Asimov mehr erwartet.

Alex Proyas, der ja mit „The Crow“ schon auf der ästhetischen Ebene einiges bot und mit „Dark City“ sogar erzählerisch schon „The Matrix“ vorweg nahm, bietet hier zwar wieder eine Vision der Welt von morgen, aber eine genuine Vision eines Ridley Scott bei „Blade Runner“ fehlt einfach. Stets werden wir an bekannte ältere Beispiele erinnert, „Demolition Man“, „Minority Report“, es fehlt der Hauch des Neuen, das Risiko, die Revolution. Dafür aber ist das Budget zu hoch, da darf man nichts wirklich riskieren.

Da muß der finale Übergriff der Roboter relativ opferarm ausfallen, muß der finale Gegner übergroß sein und der letztendliche Auslöser für den Endkampf (ein Augenzwinkern) wird von ewig langer Hand erzählerisch vorbereitet. Kino zum Mitdenken für 14jährige. Leicht nachzuvollziehen und daher Erfolgerlebnisse bietend.

Aber wir wollen nicht zuviel verlangen von einem Film, der uns in den ersten drei Minuten mehr mit Product Placement pestet, als irgendein anderer Streifen der letzten zwei Jahre. Viermalige Erwähnung der Converse-Schuhe sind dann auch ein bißchen viel, da lenkt es den Zuschauer ab und man fragt sich nur, wieviel das gekostet haben mag.

Dabei ist die Inszenierung durch und durch solide, der Look ist erbaulich, die Zukunft unserer Realität noch zuzuordnen, die kleinen Gags (Inflation!) durchaus geschickt, Smith bemüht sich um Tiefe und Story geht flüssig und mit Drive von der Hand. Das ist ein guter Film.
Aber du weißt, daß du oder der Film als Medium an sich ein Problem haben, wenn die Figur, die am meisten Emotionen auf sich zieht, ein Roboter und Mordverdacht unter Androhung der Todesstrafe ist.
Es ist ein guter Film. 7/10. Aber nicht einen Punkt mehr!
Und den Matrix-Bullet-Time-Robotersprung-Gag, den hätte man sich ganz sparen können.


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