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I, Robot (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 11.08.2004, seitdem 461 Mal gelesen



Will Smith ist Detective Del Spooner im Chicago der Zukunft. In einer weitestgehend automatisierten Welt gelten Converse-Schuhe und benzingetriebene Fahrzeuge als Relikte aus vergangener und überholter Zeit. Scheinbar als einziger steht Spooner diesem allumfassenden Fortschritt, der im Film vor Allem auf der Gegenwart von Robotern allerorten fusst, skeptisch gegenüber. Als das scheinbar Unmögliche, ein von einem Roboter begangener Mord, mit einem neuen Quantensprung in Einsatz und Menge der Wundermaschinen zusammentrifft, sieht Spooner seine schlimmsten Ängste bestätigt.

In erster Linie von Mr. Smith angelockt und ohne der Kenntnis der Vorlage(n) von Asimov, mag man -so wie ich- von "I, Robot" in erster Linie ein CGI-Dauerbombardement erwarten. Erfreulicherweise wurde ich positiv ĂĽberrascht:

Die Effekte sind zwar allgegenwärtig, allerdings hat man nur selten den Eindruck, dass der Film damit prahlen will. Erst als bei einem Kampf die Kamera anfängt, vertikal um einen Metallsteg zu rotieren, fühlt man sich auch als Zuschauer ohnmächtig in der Gewalt des Computers. Die Roboter selbst erinnern an das Gerüst des Terminators, nur dass sie rundere Formen haben und mit dem Gesicht von Alan Tudyk etwas weniger hölzern wirken als die steirische Eiche. Die Bewegungen machen einen kraftvollen und glaubhaften Eindruck. Besonders im brachialen Kampf Roboter gegen Roboter kommen die Effekte gut zur Geltung und wirken physisch zwar beeindruckend aber nachvollziehbar.

Was den Film ĂĽber das Level einer computergenerierten Materialschlacht abhebt ist jedoch die Story mit durchaus philosophischen Grundfragen: Was macht einen Menschen aus? Kann etwas vom Menschen konstruiertes den Status des Erschaffers erreichen oder ihn darin sogar ĂĽbertreffen?
Der Zuschauer des frühen 21. Jahrhunderts identifiziert sich zunächst freilich mit dem technoskeptischen Spooner, doch vor Allem der grundanständige, fast schon kindlich naive Charakter des Roboters Sonny lässt auch im Zuschauer die oben genannten Zweifel und Fragen aufkommen: Sollte ein Roboter mit unumgehbaren Grundsätzen kombiniert mit Gefühlen etwa menschlicher sein als der korrumpierbare Mensch selbst?

Smith scheint sich in der Rolle des Del Spooner sehr wohl zu fühlen und lockert nicht nur durch den ein oder anderen Oneliner das Geschehen auf, sondern stellt für den Zuschauer auch eine vertrauenswürdige Hauptbezugsperson in einer fremden Welt dar. So scheut sich Spooner nicht genau an den Stellen des Filmes Fragen zu stellen, bei denen auch der Zuschauer kurz innehalten will, um einen komplizierten Sachverhalt der Handlung zu verarbeiten. Als Everybody's Darling mit Segelohren und gestähltem Body führt er souverän durch den Film. In seinem Fahrwasser liefert Bridget Moynahan eine tadellose Rolle als Sidekick ab und Bruce Greenwood als vermeintlicher Bösewicht tut soviel, wie das Script ihn lässt.

Von mir gibt es eine 9/10 für ein fast perfektes Filmerlebnis, das als kurzweiliges Popcornkino konsumierbar ist, aber auch tieferes Eintauchen anbietet, ohne dies zu verlangen. Den fehlenden Punkt hätte es gegeben, wenn sich Hollywood endlich mal getraut hätte, am Ende einen schwarzen Hauptdarsteller eine weisse Partnerin küssen zu lassen.


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