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Mein Name ist Modesty (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 2 / 10)
eingetragen am 07.05.2006, seitdem 865 Mal gelesen



Seit geraumer Zeit sträuben sich mir jedes Mal die Nackenhaare, wenn ich über eine DVD, mit dem vermeintlich verheißungsvollen Titel „Quentin Tarantino präsentiert …“ stolpere.

Erstens, weil sich mir sofort der Gedanke aufdrängt, dass Tarantino dem betreffenden Regisseur wahrscheinlich nur einmal kurz auf dem Weg zur Toilette begegnet ist, ihn sofort sympathisch fand und ihm dann gleich mal seinen Namen zur Bewerbung seines filmischen Meisterwerks zur Verfügung gestellt hat.

In letzter Zeit gibt es nämlich an jeder Ecke Filme, für welche groß mit „bekannten“ Regisseuren (oder auch Produzenten) geworben wird, die aber in den meisten Fällen so rein gar nichts mit den sonstigen Werken dieser Herren zu tun hat.
Sei es „John Carpenter, Quentin Tarantino, Wes Craven, Die Macher von Final Destination, bla bla bla präsentieren…“
Reine Geschäftemacherei.

Die zweite Erkenntnis die sich mir dann meistens aufdrängt ist, dass der Film einfach nur ein Schwachsinn werden kann, weil er trotz klar ersichtlichen Budget- und Storyschwierigkeiten (ersichtlich auf der DVD Rückseite) trotzdem den Eindruck erwecken möchte der überschätze Mr. Tarantino (oder sonst Irgendjemand) hätte seine Wurstfinger im Spiel gehabt.


So geschehen bei „Quentin Tarantino präsentiert Mein Name ist Modesty“.

Mal abgesehen von dem grottig schlechten Titel (ist auch im Original mit „My Name is Modesty“ nicht wirklich besser gelungen) sieht man dem Film seine Qualität schon an dem schlechten, um Aufmerksamkeit ringenden Cover, dass zu allem Überfluss auch noch einen falschen Eindruck erwecken will, an.

Denn es erwartet den geneigten Filmfreak (und nur ihn, denn andere Leute werden sich dieses Werk des Satans so und so nicht ansehen) anstatt der angeprangerten Action, nur eine öde von Rückblenden durchzogene Handlung ohne Höhepunkte.

Der erlauchte Regisseur von „My name is Modesty“ Scott Spiegel ist unter anderem auch für Genreperlen wie „From Dusk Till Dawn 2“ (Unter dem tollen Titel „Von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez“) verantwortlich und hatte als Darsteller die Chance in Filmen wie „2001 Maniacs“ und „Robot Ninja“ sein zweifelhaftes „Talent“ unter Beweis zu stellen.

Spiegel ist scheinbar ein guter Bekannter von Tarantino, der mit Filmen wie „Hostel“ und „Mein Name ist Modesty“ (als Produzent) aber auch mit Kill Bill 2 (als Regisseur) systematisch seinen „guten“ Ruf zu ruinieren versucht.

Alexandra Staden aka Modesty Blaise hatte erst vor kurzem einen Kurzauftritt im grottenschlechten Sequel von Basic Instinct und ist sonst noch nicht wirklich oft in Erscheinung getreten.
Sie stellt leider weder ein glaubwürdiges Loveobjekt, noch eine glaubwürdige Kämpferin dar, weil sie dafür eindeutig zu mager und zerbrechlich wirkt.
Ihre strahlenden Augen können dieses Manko leider auch nicht beseitigen.

Die Figur Modesty Blaise selbst basiert auf den Comics und Romanen (typische Spionagegeschichten) von Peter O’Donell.

Um nicht nur Negatives zu nennen, möchte ich auf die ganz passable Leistung von Raymond Cruz (war auch bei „FDTD 2“ dabei) hinweisen, der sich von den restlichen Darstellern angenehm abhebt.

Die Grundidee um eine schöne Frau die mit einem Gangster Roulette spielt, um das Leben einiger Geiseln zu retten und die Gangster so lange hinzuhalten bis Verstärkung eintrifft, ist ja ganz interessant.
Auch die Tatsache das Modesty, immer wenn sie ein Spiel verliert, etwas von ihrer mysteriösen Vergangenheit preisgeben muss, ist gut gewählt.
Woran das ganze Unternehmen dann jedoch krankt, ist die schlechte, um nicht zu sagen miserable Umsetzung.

• Die Todesszenen werden extrem unmotiviert in Szene gesetzt.
• Die Rückblenden, die das Leben von Modesty beleuchten sollen, nahezu unerträglich stümperhaft umgesetzt und mit so miesen Darstellern besetzt, dass sich GZSZ Darsteller neben ihnen als Charaktermimen hervortun würden.
• Der Anfang von „Mein Name ist Modesty“ passt absolut überhaupt nicht zum Rest des Films
• Das Ende kommt viel zu schnell und nimmt dem Streifen auch noch das letzte bisschen Spannung.
• Die Kampfszenen, im speziellen die „Martial Arts“einlagen gegen Ende, sind so mies choreographiert, dass Bruce Lee wahrscheinlich im Grab rotiert und wurden zusätzlich auch noch sinnloser Weise Schnitt- und Computertechnisch so mies aufgepeppt, dass man am liebsten heulen möchte.
• Der „Bösewicht“ ist wieder einmal dümmer als die Polizei erlaubt. Er lässt sich munter anlügen und wenn er einer Lüge auf die Spur kommt, glaubt er Modesty im Zuge darauf trotzdem wieder und lässt sogar wirklich einige Geiseln frei. Mal abgesehen davon, dass er es nie ausschließen könnte, dass sie nicht doch zur Polizei gehen, könnten sie auch jemand anderen warnen oder sonst irgendwie das Unternehmen gefährden.
• Die Filmmusik ist langweilig und oft sogar störend und die Schnitte unmotiviert gesetzt.

Fazit:

Ein Film, den man sich ohne weiteres auch ersparen kann.
Weder die Filmmusik, noch die Geschichte oder die Darsteller würden auch nur wenige Minuten des Filmes rechtfertigen.
Ein klarer Fall für einen filmischen Rohrkrepierer.


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