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Pretty in Pink (1986)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 17.07.2017, seitdem 70 Mal gelesen



Wie alle nach einem Drehbuch von John Hughes in den 80ern entstandenen Filme, die sich mit den Sorgen und Nöten von Jugendlichen beschäftigen, entwaffnend charmant und sympathisch. Sicherlich setzt auch „Pretty in Pink“ ein zufriedenes Publikum, das lieber mit einem guten Gefühl aus dem Film entlassen werden möchte, über eine in allen Details realistische Liebesgeschichte und nimmt dafür einige Oberflächlichkeiten in Kauf, punktet aber gleichzeitig dadurch, daß die jungen Protagonisten in den Hauptrollen jederzeit ernstgenommen werden. So werden lebensnahe und bis in die Nebenrollen hinein viele warmherzige Figuren geschaffen, die mit ihrer eigenen Unsicherheit hadern und dabei die, die sie eigentlich lieben, nicht selten vor den Kopf stoßen.

Das alte Lied von der vermeintlichen Unvereinbarkeit von Arm und Reich bildet nur einen der Themenschwerpunkte der Geschichte, in der die aus einfachen Verhältnissen stammende Andie (die bezaubernde Molly Ringwald) glaubt, eh keine Chance bei dem reichen Blane (Andrew McCarthy) zu haben, während der eigentlich gar kein Problem damit hat, aber von Freunden unter Druck gesetzt wird, die Finger von ihr zu lassen, wenn er auch weiter zu ihnen gehören möchte. Kein Wunder, daß sich daraus einige Komplikationen mit viel Herzschmerz ergeben, die noch dadurch vertieft werden, daß Andies bester Freund Duckie (ein würdiger Geek-Ersatz für die typische Anthony-Michael-Hall-Rolle: Jon Cryer) ebenfalls heimlich ein Auge auf sie geworfen hat und auf die unerwiderte Liebe entsprechend verzweifelt reagiert. Gerade in der Behandlung dieser Freundschaft – der gefürchteten Friend-Zone – läuft „Pretty in Pink“ zur Hochform auf und fördert zahlreiche wahrhaftige Momente zu Tage, ob das nun Duckies Eifersuchtsanfall im Plattenladen oder sein Wutausbruch in der Schule ist, als er sich auf den körperlich deutlich überlegenen Widersacher Steff (James Spader) stürzt, nachdem der Andie in ihrer Abwesenheit beleidigt hat. Viel Wärme pumpt Hughes auch in Andies rührende Beziehung zu ihrem herzensguten, aber antriebslosen Vater Jack (Harry Dean Stanton), der immer noch seiner Ex-Frau hinterhertrauert, die Mann und Tochter sitzen gelassen hat, weshalb die 18-jährige alle Hände voll zu tun hat, ihn tagtäglich aus der Lethargie zu reißen.

Mit zahlreichen populären Popsongs, die die Stimmung der jeweiligen Szene genauestens treffen, wird die einfühlsame Story schließlich auf dem – wie sollte es anders sein? – Abschlußball zu einem positiven Ende geführt, jedenfalls für diejenigen, die es auch verdient haben. Mag es letztlich dramaturgisch auch recht schwachbrüstig ausfallen und kommt für nicht wenige das falsche Pärchen zusammen, so ist es dennoch die realistischere Konstellation (wenn es denn schon ein Happy End geben muß) und bricht überdies eine Lanze für Mann-und-Frau-Freundschaften, was Billy Crystal, als er später als Harry Sally traf, ja ins Reich der Märchen zu verbannen suchte.

Trotz aller nachdenklicher Szenen ein nostalgischer Gute-Laune-Film, wie er im Buche steht, ohne die üblichen geschmacklichen Entgleisungen (wenn man einmal von den Frisuren absieht), dafür mit einem tollen Schauspielensemble und mit umso mehr Wahrheiten, die vielen Teenagern aus der Seele gesprochen haben – oder eben über 30-jährigen wie mir, obwohl ich ja von den 80ern gar nicht so viel mitbekommen habe. 8/10.


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