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Mondblut (1974)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 15.05.2009, seitdem 657 Mal gelesen



Der möglicherweise erste und bis dato auch einzige Werwolf-Krimi stammt aus dem Hause Amicus Productions, die besonders in den Jahren zwischen 1965 und 1975 ein paar beeindruckende Streifen produzierten und den Hammer-Studios knallharte Konkurrenz bescherten.
Einer der Gründe hierfür sind die oft abgedrehten Grundideen, was sich auch in diesem Streifen deutlich widerspiegelt.

Es könnte der klassische Stoff um Meister-Detektiv Hercule Poirot sein, denn ein Mann lädt einen Kreis von Personen auf sein Anwesen, um herauszufinden wer der Mörder ist.
Hier heißt der Gastgeber Tom Newcliffe (Calvin Lockhart), ein exzentrischer Millionär und leidenschaftlicher Jäger, der unter seinen geladenen Gästen einen Werwolf vermutet. Drei Vollmondnächte bleiben ihm, um die Identität der Bestie ausfindig zu machen, da gibt es bereits die ersten Opfer zu beklagen…

Obgleich man direkt zu Beginn gar nicht so recht weiß was das alles soll, als ein dunkelhäutiger Mann durch den Wald hetzt, ein anderer aus einer Kommando – und Überwachungszentrale Anweisungen erteilt und ein paar bewaffnete Männer ausströmen.
Überall Kameras in den Bäumen, Mikrofone am Boden und schon bald ist der Mann umzingelt. Der Gastgeber selbst ist zum Test angetreten, die Aktion soll technisch perfekt überwacht werden, damit ja niemand das Gelände verlassen oder sich ungesehen in das Monster verwandeln kann. Doch Newcliffes Plan will zunächst nicht aufgehen.

Etwas dialoglastig gestaltet sich die Chose schon ein wenig, da der Werwolf in Form eines Katalanischen (?) Schäferhundes lange auf sich warten lässt und keine sonderlich blutigen Szenen aufzuweisen hat.
Witzig sind jedoch die unglaublichen Theorien über Werwölfe, die Spezialist Peter Cushing vom Stapel lässt. Die Lymphdrüsen seien verantwortlich für diese „Krankheit“, Pollenstaub vom Eisenhut führt zur Verwandlung und der bloße Kontakt mit Silber führt zum augenblicklichen Tod.
Ergo verlangt der Gastgeber von allen Anwesenden, einen silbernen Kerzenständer weiterzureichen, wobei allerdings niemand der Gäste kollabiert.

Hauptfigur Newcliffe wird indes vom Blutdurst regelrecht in den Wahnsinn getrieben, ungeheure Theorien gehen mit rastlosem Nachgehen jeder Spur einher und sein Kontrollwahn kennt kaum Grenzen, auch bei seiner eigenen Frau nicht.
So erscheint zwar keiner der Figuren sonderlich sympathisch, zumal die Reihe der Verdächtigungen auf oberflächlicher Ebene betrieben wird, doch spannend gestaltet sich das Ratespiel allemal.
Gegen Ende explodiert gar noch ein kleiner Helikopter, es wird ordentlich umhergeballert und einige Scheiben gehen auch zu Bruch.
Besonders auffällig erscheint die kurze Bedenkpause, in der der Zuschauer direkt angesprochen wird, sich final noch einmal Gedanken über die Identität des Werwolfs zu machen, bevor das Rätsel gelüftet wird.

Aus nostalgischer Sicht ist das Ambiente natürlich fantastisch. Jede Einstellung liefert angehonkte Klamotten der Siebziger, dazu dudelt der Score mit Betonung auf Wah-Wah-Riffs, Flöte und Blechbläsern und man kennt nahezu jede Synchronstimme.
Auf darstellerischer Seite geben sich immerhin, neben Cushing und Lockhart, auch bekannte Gesichter wie Tom Chadbon und Anton Diffring die Ehre.

Eingefleischte Horror-Fans sollten also beileibe kein bissiges Gemetzel erwarten, es bietet sich eher ein Krimi mit leichten Action Einlagen.
Zunächst ein wenig schnarchig, entpuppt sich die Geschichte als drolliger Trash, dessen Erzählung gegen Ende ein paar Finten einwirft und das Ratespiel durchaus lebhaft gestaltet.
Preiswert produziert, aber mit viel Charme ausgestattet.
7 von 10


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