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Rocktober Blood - An der Schwelle zum Wahnsinn (1984)

Eine Kritik von buxtebrawler (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 18.12.2020, seitdem 115 Mal gelesen



„Blut... dein Blut will ich! Muahahahahahaha...“

Das stets zusammen in Erscheinung tretende Regieduo und mutmaßliche Ehepaar Beverly und Ferd (Der Mann, den sie Ferd nannten…) Sebastian bereicherte den US-Markt um einige Low-Budget-Exploitationfilme wie „The Hitchhikers“, „Hetzjagd im Sumpf“ oder „Die Buggy-Bumser“. Im Jahre 1984 griffen sie das gerade in seiner vollen Blüte stehende Heavy-Metal-Musikgenre auf; das Resultat ist der Metalploitater „Rocktober Blood“, der in der deutschen Bearbeitung um den blumigen Titelzusatz „An der Schwelle zum Wahnsinn“ ergänzt wurde.

„Billy Boy ist wieder da!“

Billy „Eye“ Harper (Tray Loren) ist Sänger der Heavy-Metal-Band „Rocktober Blood“ und im Studio gerade mit den Aufnahmen zur neuen Langrille beschäftigt, als er plötzlich den Verstand verliert und ein weibliches Bandmitglied sowie den Produzenten ermordet. Auch auf seine Duettsängerin Lynn (Donna Scoggins) hat er es abgesehen, doch sie überlebt seinen Angriff und bringt ihn mit ihrer Aussage auf den elektrischen Stuhl. Die traumatisierte Lynn hingegen arbeitet weiter an ihrer Musikkarriere und singt mittlerweile Billys Songs als neue Sängerin der Band. Zwei Jahre nach den schrecklichen Ereignissen steht eine Tournee an, doch irgendjemand scheint es wieder auf Lynn abgesehen zu haben. Lebt Billy etwa doch noch oder ist er gar als Geist zurückgekehrt, um sein schreckliches Werk zu vollenden?

Die Heavy-Metal-Musik des Films stammt von der Band Sorcery aus Los Angeles, die bereits im Jahre 1978 Gegenstand des Musikfilms „Stunt Rock“ von Regisseur Brian Trenchard-Smith war. „Rocktober Blood“ beginnt direkt mit Billys schriller Gesangsaufnahme, wobei er leider so gar nicht nach Metal aussieht. Schnell geschieht der erste Mord, vom Killer sieht man nur die schwarzen Stiefel. Ein Whodunit? Nein, denn nach dem zweiten Mord stellt sich gleich heraus, dass der crackrauchende Billy der Täter ist. Diese Szenen entpuppen sich als Prolog, denn nach einem Zeitsprung von zwei Jahren geht es auf einer Promotion-Party zur „Rocktober Blood“-Tour weiter. Jemand stellt Lynn nach und übt Psychoterror aus, belästigt sie sogar beim Fotografieren in der Natur, bevor sie sich zum Aerobic in eine Waldhütte zurückzieht, wo Billy sie sogar anzurufen scheint. Ja, wie die Handlung Heavy Metal, Naturidylle und Aerobic zusammenbringt, gelänge auch heutzutage keinem Retroregisseur besser.

Doch das war lediglich Vorgeplänkel für weitere handfeste Morde: Eine Freundin Lynns wird im Whirlpool ertränkt. Lynn zweifelt an ihrem Verstand, sodass man eigens Billys Sarg ausgräbt, um zu beweisen, dass er leer ist – doch mitnichten, denn ein Skelett mit Stirnband grüßt die Störer(innen) der Totenruhe. Und der tödliche Spuk nimmt kein Ende: Honey, eine weitere Freundin Lynns, wird mit einem Bügeleisen (!) umgebracht, ohne dabei auch nur einen Laut von sich zu geben. Ein anklagendes Bildnis der stummen Akzeptanz so vieler Frauen, von den Männern in die Rolle haushaltender, waschender und bügelnder Muttchen gedrängt zu werden? Das glaube ich nicht, Tim. Die Band tritt natürlich trotzdem live auf, denn the show must go on. Dies ist Anlass für die Sebastians, eine überraschend starke Liveshow mit richtig guter Musik und Horror-Showeinlagen à la Alice Cooper und Schockrock-Konsorten einzubauen, bei der jedoch plötzlich ein Sänger unter einer Monstermaske zugegen ist – und sich die Band überhaupt nicht darüber wundert, derart unvermittelt wieder einen Sänger zu haben.

Das ist schon alles ein bisschen sehr seltsam und legt den Schluss nahe, dass die Filmmacher nicht wirklich Einblick in den Rock’n’Roll- respektive Metal-Zirkus hatten. Dafür wussten sie, wie man das Zielpublikum bei der Stange hält: mit nackten Mädels und einer Hauptdarstellerin, der man ausgiebig beim Ausziehen, Baden und wieder Anziehen zusehen darf. Der gar nicht so üble Song „Rainbow Eyes“ zieht sich durch den Film und wird sogar einmal rückwärts abgespielt (wegen etwaiger okkulter Botschaften, versteht sich), generell wertet die Musik den Film auf. Eine Heizungsraumszene erinnert gar leicht an „A Nightmare on Elm Street“, ansonsten tut man sich aber weder in Sachen Ausstattung noch in Bezug auf die Spezialeffekte sonderlich hervor. Schauspielerisch ist die ganze Chose ebenfalls eher Magerquark, das Ensemble rekrutiert sich aus Laiendarsteller(inne)n. Über die Pointe, also die Enttarnung des Täters, darf hier nichts verraten werden, aber die lasse ich als Slasher-Connaisseur den Sebastians noch durchgehen.

Dennoch handelt es sich unterm Strich um einen unfreiwillig komischen, eher lahmen Vertreter seiner Zunft, in dem der Killer das Opfer in spe „Traumauge“ nennt (evtl. ein Übersetzungsfauxpas?), der Mörder auf böse chargiert, als befände er sich permanent in einer evil Metal-Show, und fast sämtliche Suspense- und Spannungsszenen wie gewollt, aber nicht gekonnt wirken. Damals sicherlich fragwürdig, heute aber ziemlich spaßig anzusehen ist es, wie sich der Film in Metal-Klischees wälzt und das spießbürgerlichste und zugleich abgeschmackteste von allen, nämlich die Vorstellung, die ach so harten Metal-Typen seien tatsächlich wahnsinnige Serienmörder, zum Aufhänger der dünnen Handlung nimmt. Wer in den ‘80ern gelebt und sich für Heavy Metal interessiert hat, wird diesen Film als höchst unperfekte, aber dennoch irgendwie reizvolle Zeitreise empfinden, alle anderen werden ihn möglicherweise gar nicht erst verstehen


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