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Im Juli. (2000)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 02.06.2006, seitdem 394 Mal gelesen



Im Juli.

Ja, da steigt der Nationalstolz gleich wieder wenn man so etwas sieht – auch wenn Regisseur Faith Akin eigentlich aus der Türkei stammt. Wobei von einem starken Anstieg kaum noch eine Rede sein kann, denn das deutsche Kino hat in den letzten Jahren genügend fantastische Beiträge hervorgezaubert. In fast allen Genres haben Regisseure wie Oliver Hirschbiegel (Das Experiment), Sebastian Schipper (Absolute Giganten) oder Leander Haußmann (Herr Lehmann) dem deutschen Film mittlerweile einen Namen gemacht und ihm (meist) eine angenehm kitschfreie, ehrliche, charakteristische Note verpasst.
Betrachtet man die Schauspielerwahl, fällt besonders ein Name immer wieder auf: Moritz Bleibtreu - eine Art Qualitätssiegel für einen Film. Sein Gesicht ist das erste, dass man in „Im Juli.“ zu sehen bekommt – irgendwo in der türkischen Pampa auf einer endlosen Straße bringt er einen Vorbeifahrenden auf ziemlich drastische Weise dazu ihn mitzunehmen. Auf der langen Fahrt bietet sich für den als Daniel vorgestellten Antihelden die Gelegenheit, die letzten Tage Revue passieren zu lassen:
Hamburg, mitten im Juli. Eigentlich ist Daniel Referendar für Physik, doch nun sind Ferien. Statt Urlaub zu machen, hat der weltfremde, aber sympathische Hauptprotagonist sich entschlossen lieber in Hamburg zu bleiben, doch ändert er seine Meinung schnell als er sich in eine türkische Schönheit (Idil Üner) verliebt. Mit jener von da an Angebeteten verbringt er einen wunderschönen Abend um sie gleich am nächsten Tag am Flughafen wieder zu verlieren. Doch fest davon überzeugt, dass sie seine große Liebe sei, macht sich Daniel Hals über Kopf auf die Suche nach ihr. Er weiß nur eins: Freitag um 12 Uhr wird sie unter einer großen Brücke in Istanbul stehen um selbst jemanden zu treffen. Zusammen mit der Zufallsbekanntschaft Juli (Christiane Paul), die eigentlich selbst in Daniel verliebt ist, macht er sich auf die Suche...
Und diese setzt Faith Akin dermaßen frisch und lebendig in Szene, dass einem schnell warm ums Herz wird. Als einzigen Kritikpunkt könnte man anbringen, dass die innere Wandlung von Daniel bei seiner Suche, welche nicht nur eine Suche nach der Liebe, sondern auch nach sich selbst ist, manchmal ein bisschen zu überstürzt wirkt. Doch Schwamm drüber, bei diesen charismatischen Charakteren und der tollen Inszenierung, die sowohl für temporeiche als auch für ruhige Momente immer den richtigen Takt findet und mit Dutzenden kleinen Spielereien punktet, wird das zufriedene Lächeln des Zuschauers trotzdem von Minute zu Minute breiter. Man möchte den liebgewonnenen Darstellern einfach nur zusehen, gerne auch noch 2 oder 3 Stunden länger, was nicht heißen soll, dass das Ende unbefriedigend ist – im Gegenteil.
Verstecken braucht sich das deutsche Kino schon lange nicht mehr, Faith Akin zeigt mit diesem liebevollen und geistreichen Beitrag, dass wohl eher der gegenteilige Fall bald zutreffen könnte. 9/10


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