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Tenebrae (1982)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 15.11.2003, seitdem 613 Mal gelesen



"Tenebrae" ist einer der besten Filme von Dario Argento.
Es gibt zwar drei, vier kurze Szenen, die etwas peinlich wirken (z.b. weicht ein Autofahrer zwei Polizisten aus, obwohl sie noch einige Meter entfernt sind, etc.) und die Geschichte ist selbst im Vergleich zu anderen Giallos (eine Art italienischer Thriller) ziemlich unlogisch (Wieso läuft ein Mädchen, dass von einem Hund verfolgt wird, zufällig in das Haus des Mörders?).
Jedoch ist der Protagonist der Geschichte Schriftsteller von so genannter Schundliteratur und der Kommissar ein Fan von solchen Büchern. In einem wunderbar geschriebenen Gespräch dieser beiden Personen über die scheinbar wirklichkeitsferne Auflösung dieses Fall wird auf ein Zitat von Arthur Conan Doyle´s "Der Hund von Baskerville" verwiesen. Durch die zahlreichen Anspielungen auf die Kriminal- bzw. Schundliteratur erreicht es der Film seine eigene Unlogik zu gerechtfertigen.
Immerhin waren die Filme dieses Genres noch nie sehr logisch und auch bei der Auflösung am Ende des Filmes ist es fraglich, ob diese wegen eines voraus gegangenen Mordes möglich gewesen wäre. Aber dennoch ist die Auflösung eine der größten Überraschungen der Filmgeschichte und reiht ein paar wunderbar inszenierte Morde aneinander.
Auch die Kameraführung ist jederzeit brillant, wenn auch nicht ganz so ausgetüftelt wie in "Suspiria". Der Höhepunkt ist die Szene in der eine Frau ein Geräusch hört und die Kamera, quer über das Haus fährt, bevor sie ermordet wird.
Die Musik der Band Goblin trägt zusätzlich zur Spannung bei und entwickelt sich im Verlauf zu einem richtigen Ohrwurm.
Die Schauspieler sind zwar nicht überragend. Es ist jedoch auch kaum möglich, in einem Giallo, eine schauspielerische Meisterleistung abzuliefern. Ich kenne auch keinen Giallo, der von der schauspielerischen Leistung an "Tenebrae" heranreicht.
"Tenebrae" ist fĂĽr den Giallo, dass was "Erbarmungslos" fĂĽr den Western ist. Die 70er Jahre waren die Glanzzeit des Giallo. "Tenebrae" erfĂĽllt bewusst alle Klischees des Genres und ĂĽbertreibt diese noch. Es gibt jede Menge Unlogik und auch der Blutgehalt ist fĂĽr einen Giallo hoch
(Der Giallo gilt eigentlich als ziemlich harte Spielart des Thrillers. Die Filme sind jedoch nur etwas härter als der Mainstream). Die Auflösung des Films ist jedoch für einen Giallo untypisch.
"Erbarmungslos" ist eigentlich ein Western, der ruhiger ist, als alle anderen. Ich finde jedoch, dass beide ein Endpunkt des Genres darstellen. Nach "Tenebrae" gab, es keinen Giallo mehr, der die Klischees des Giallo noch mehr an die Spitze trieb (Blutgehalt ausgenommen).
"Tenebrae" ist nach "Suspira" der beste Argento, der beste Giallo ĂĽberhaupt und auch einer der weltweit, besten Thriller.


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