Ansicht eines Reviews

Godzilla: Final Wars (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 14.10.2006, seitdem 658 Mal gelesen



Nun hat auch die aktuellste Godzilla-Reihe ihr scheinbares Ende gefunden. Nachdem die 80er- & 90er Jahre-Reihe 1995 mit dem Tod des mutierten Riesenlurchis geendet hat, wurde nach Emmerichs US-Godzilla prompt eine neue Reihe ins Leben gerufen, in der Big G allerdings abermals die alten Gegner von damals vor die Pranken gesetzt bekam und nur selten neue Feinde hatte. Technisch konnte die Reihe sich im Vergleich zu der vorherigen der insgesamt drei Reihen nochmal steigern. Das alles half aber nix, weshalb Godzilla nichtmal in seinem Heimatland Japan Punkte im Kino einfahren konnte und hierzulande mit Verspätung auf Direct-to-DVD erscheint. Betrachtet man das finale Kapitel dieser Reihe, so muss man als alter G-Fan sagen, dass der Film trotz Mangels an Charme ordentlich rockt. So hart und düster wie Godzilla: Final Wars waren nach meiner Erinnerung zuletzt nur Godzilla - Der Urgigant und Godzilla - Duell der Megasaurier, die abseits der dämlichen Deutsch-Titel ohnehin zu den Besten der zweiten Reihe gehörten.

In naher Zukunft: Godzilla kämpft gnadenlos gegen die Gothen, Kampfraumschiff unter der Führung von Captain Gordon (Don Frye), und wird unter einer dicken Eisdecke am Nordpol eingeschlossen. Einige Jahre später bricht großes Chaos auf der Erde aus, einer Heerschar von Monstern fällt über das ganze Land ein. Die Spezialeinheit um Shinichi (Masahiro Matsuoka) und Kazunori (Kane Kosugi) scheint machtlos gegen diese Monster zu sein. Plötzlich taucht ein fremdes Raumschiff auf, welches die Monster in Luft auflöst. Die Außerirdischen haben keine guten Absichten und wollen die Erde ausbeuten, doch die Spezialeinheit stellt sich ihnen in den Weg. Schnell werden die Monster zurück auf die Erde gebeamt und die Zerstörung geht unaufhaltsam weiter. Nun gibt es nur noch eine Möglichkeit die Monster zu besiegen, Godzilla muss aus dem ewigen Eis befreit werden. Ein Spezialauftrag für Captain Gordon und die Gothen. Als die Schlacht gegen die Aliens schon fast verloren scheint, gelingt es Gordon Godzilla zu befreien, und schnell wird klar gestellt, dass es nur ein Monster auf der Erde geben kann. Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod. Gut gegen Böse, Mensch gegen Alien, Monster gegen GODZILLA!

Aus dem unüberschaubaren Cast bleiben einem am ehesten Don Frye (Miami Vice) und Masahiro Matsuoka im Gedächtnis. Frye darf als Nicht-Japaner ein paar knackige Onliner abgeben und grimmig brummend in die Kamera gucken. Irgendwie erinnert er dabei an Jesse Ventura in Predator. Matsuoka hingegen muss (vor allem in Finale) als japanischer Neo-Ersatz herhalten und ähnelt sogar mimisch Keanu Reeves. Alle beiden können aber eine solide Performance abliefern und können aus dem restlichen Cast hervorstechen.

Regisseur Ryuhei Kitamura (Azumi) brennt hier ein wahres Special Effects-Feuerwerk nieder, bei dem die Hauptfigur Big G allerdings die meisten Zeit mit Abwesenheit glänzt, da er im Opener auf Eis gelegt wurde. Denn was Godzilla: Final Wars an Hirn fehlt (übrigens wie dem Großteil der anderen G-Filme), macht er mit Fantasie und Action wett. Er ist wohl der bisher rasanteste aller G-Movies, wo neben der allseits beliebten und bekannten Monsterkloppe ein paar zusätzliche Handlungsstränge abgewickelt werden. Ob The Matrix, Star Wars: Episode 6, The Terminator oder Independence Day - hier wurde überall mehr oder weniger kopiert, dramaturgisch wirr verwuselt und dermaßen zusammengebastelt, dass es am Ende wieder gut ist. Nur fehlt da anfangs der Charme der früheren Godzilla-Streifen, was man mit der zweiten Hälfte aber wieder nachholt. 

Und da geht richtig die Post ab. Denn (fast) alle bekannten Monster wie eben Angilas, Ebirah, Gimantis, Gigan, Hedora, Seesar, Rodan, Spiega und schließlich sogar King Ghidorah reihen sich hintereinander an, um von Godzilla ordentlich was auf die Mütze zu bekommen. So was wie ein Royal Rumble der Monster-Liga. Dabei erwischt es dann mal im Vorbeigehen Emmerichs US-Godzilla, und auch Mothra und Manda bekommen ihre Auftritte. Nur die Einbeziehung von Godzillas Sohn Minya hätte man sich schenken können, da der einfach nur albern wirkt. Wenn schon, dann hätte man Minyas 90er Jahre-Version nehmen sollen und nicht diese lächerliche Erscheinung aus den 60ern. Der Rest geht in Ordnung, und es macht wirklich Laune Godzilla dabei zu beobachten, wie er a'la Bud Spencer die Gegner abfertigt - egal ob sie alleine oder im Trio angestürmt kommen. Hätte ruhig noch was länger gehen und noch ein paar Monster (z.B. Biollante, Battra, Titanosaurus, Mechagodzilla) mehr auftreten können.

Wie in allen anderen G-Filmen bleibt es auch hier natürlich nicht allein beim Monster-Wrestling. Denn da gibt es ja noch die außerirdischen Invasoren, die von den menschlichen Protagonisten bekämpft werden müssen. Dabei ist die Version der lokalen Aliens nicht neu, da schon im G-Streifen Befehl aus dem Dunkel bzw. Godzilla vs. Monster Zero die Aliens vom Planten X kamen und diesbezüglich auch so genannt wurden. Warum dann nicht gleich X-Men? Die Konfrontation mit den Invasoren lässt jedenfalls genügend Platz für allerlei Fights im SloMo- und Matrix-Stil, wenn auch nicht schlecht kopiert. Laserstrahlen werden dann auch mal im Neo-Style gestoppt  oder Gordon mit Katana an Morpheus erinnert. Luftschlachten in Independence Day- und Star Wars-Manier bekommt man dann auch aufgetischt, doch das sieht immer noch alles recht ordentlich aus. Wenigstens sehen die meisten Effekte hier nicht mehr so aus, als hätte sie ein experimentierfreudiger IT-Fachmann unter Windows XP designt. So viel mal zur Handlung, die überwiegend nur als Rahmen für den besagten Royal Rumble der Bestien dienen soll. Der Showdown gegen King Gidorah sieht trotzdem saumäßig düster und wie das Ende der Welt aus. Gerne mehr davon. 

Friede, Freude, Eierkuchen allerorts: Den X-Men wurde ordentlich in den Arsch getreten, Godzilla hat den Krieg überlebt (leider auch Minya, was zu einem kitschigen Schluss führt), und die Welt wieder einmal vor dem Armageddon gerettet. Vergisst man mal die überwiegend dilettantischen Darsteller, Minya und eine ganze Tonne an Logikfehlern (hat die jemals in einem G-Film überhaupt eine Rolle gespielt?), so kann man gutem Gewissens sagen, dass Godzilla: Final Wars ein würdiger Abschluss der Reihe ist und Big G nun seinen wohlverdienten Frieden in den ewigen Filmgründen finden wird.       


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Frankenstein84" lesen? Oder ein anderes Review zu "Godzilla: Final Wars (2004)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Frankenstein84

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

620 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Amityville: The Awakening (2017)
Big Sick, The (2017)
Irrational Man (2015)
Whole Truth - L√ľgenspiel, The (2016)
Väter und Töchter - Ein ganzes Leben (2015)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich