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Night of the Living Dead - Die Rückkehr der Untoten (1990)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 05.06.2005, seitdem 785 Mal gelesen



Barbara und ihr Bruder wollen auf dem Friedhof das Grab ihrer Mutter besuchen, doch kaum dort angekommen wird ihr Bruder von einem Zombie tödlich verletzt. Wie in Trance schafft Barbara es aber in ein abgelegenes Landhaus zu flüchten, wo sie auf Ben trifft. Gemeinsam verschanzen die beiden sich im Haus und machen plötzlich Bekanntschaft mit den Coopers die sich die ganze Zeit über im Keller versteckt haben. Als Ben daraufhin beschließt die Fenster und Türen zu verbarrikadieren und gegen die Untoten zu kämpfen bahnen sich erste Meinungsverschiedenheiten mit dem Familienvater der Coopers an, die schon bald verheerende Konsequenzen mit sich bringen...
Mit ‚Night of the Living Dead’ bringt uns Tom Savini das Remake von George Andrew Romeros gleichnamigen Kultfilm aus den späten 60ern welches sich vor seinem Vorgänger in fast keiner Weise zu verstecken braucht. Das besonders interessante an dem Film ist, wie Savini mit der Grundidee aus Romeros Film umgeht, da Savini ja bekanntlich ‚erst’ ab Dawn zusammen mit Romero gearbeitet hat (Effekte). So sind Anfang und Entwicklung des Films nahezu identisch mit dem Originalfilm, abgesehen davon, dass Ben in Savinis Umsetzung wesentlich ‚menschlicher’ agiert als in Romeros Film und stellenweise selbst nicht weiß wie er das Gesehene und Erlebte verarbeiten soll. Anders ist es hingegen bei Barbara die anfangs zwar verstört wirkt, sich im Laufe des Films aber zu einer gnadenlosen Zombiekillerin entwickelt. Ein Prozess der in meinen Augen ein wenig zu schnell abläuft und an manchen Stellen unglaubwürdig wirkt. Die Darstellung der übrigen Charaktere deckt sich abgesehen davon aber 1:1 mit Romeros Urwerk. Die Spezialeffekte sind (logischerweise) besser als im Originalfilm, allerdings hat mich hier gewundert das auf Splatterszenen nahezu völlig verzichtet wurde. Wer bei ‚Night of the Living Dead’ also Ausweiden ála ‚Day’ erwartet, nur weil ‚Tom Savini’ drauf steht, der wird vermutlich herb enttäuscht sein wenn er sich den Film ansieht. Nichts desto trotz sind die Masken und übrigen Schusseffekte super umgesetzt.
Ein allerdings sehr großer Unterschied zum Original ist das Ende des Films, welches mir nicht ganz so gut gefiel (ich will nicht spoilern, aber die Personen die das Grauen überleben sind nicht die selben wie in Night von 68). Trotzdem behält der Film aber die Aussage die schon das Werk von 68 hatte. Im Mittelpunkt steht zum einen (wie auch in Dawn und Day) die Tatsache, das Menschen in Extremsituationen schlicht und ergreifend nicht in der Lage sind zu kooperieren. Am deutlichsten macht dies eine Szene in der Ben und Mr. Cooper sich um den Fernseher des Hauses streiten und dieser im ‚Gefecht’ die Treppe herunterfällt und kaputtgeht. Auf der anderen Seite gibt es innerhalb des Films immer wieder Anspielungen auf den Vietnamkrieg. So behauptet Ben sowohl dass das Gefecht zwischen Zombie und Mensch einem Krieg ähnelt und beschreibt die gesamte Situation mit den Worten ‚This is pure hell on earth’. Diese Anspielungen auf Vietnam versteht man besonders dann, wenn man sich die Lebensgeschichte von Tom Savini ansieht, dieser wurde nämlich als junger Erwachsener als Kriegsfotograph nach Vietnam befohlen. Wenn man dies berücksichtigt, dann versteht man auch das Ende des Films, und die Szenen in denen sich Menschen in Arenen mit Zombies duellieren, Zombies an Bäumen aufgehangen und beschossen werden, und Szenen in denen Zombies auf großen Haufen verbrannt werden. All dies sind ‚Verarbeitungen’ des Traumas das der Vietnamkrieg bei Savini ausgelöst hat. Und mit diesen Verarbeitungen stellt sich dem Zuschauer auch die Frage: ‚Wer sind eigentlich die wahren Monster?’ Der Satz von Barbara (‚We’re them, and they’re us.’) verdeutlicht das beide Seiten im Prinzip die selben Eigenschaften haben.
Insgesamt ein sehr guter Film, auch wenn ich der Ansicht bin dass das Ende anders hätte ausfallen und sich mehr am Original orientieren können. Ein weiterer Zombiefilm mit einer umwerfenden Aussage.

9/10


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