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Blair Witch Project (1999)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 24.07.2009, seitdem 408 Mal gelesen



Nach einer Legende, so will es zumindest die Blair Hexe, verschwanden im Herbst 1994 3 Filmstudenten im dichten Wald Englands. Sie gelten für immer verschwunden, bis man nach einem Jahr ihr Filmmaterial findet, dass die Reise der drei schildert. Anfänglich unter drei interessierten und gut gelaunten Teenagern bis hinzu Panikattacken, da man sich verlief, in der Nacht seltsame Schreie hört, morgends blutige Souvenirs findet und überall Äste in Kreuzform an Bäumen hängen. Der Psychokampf beginnt, vorallem als einer der 3 verschwindet. Was verbirgt sich wirklich in diesem Wald?

Man muss sagen, egal, was man von dem Hype um diese Geschichte halten mag, so ist das Ergebnis im Kino, vor dem Fernseher entscheidend. Auch wenn man sich sicher irgendwann mal auf eine Art und Weise hatte beeinflussen lassen. Was war man als 12 jähriger Jungspund fasziniert von der Geschichte dieser 3 Studenten, die im Wald von einer Hexe gejagdt werden und unter vollkommner Hysterie dem Wahnsinn verfallen. Nicht nur, dass das Internet von der Wahrheit der Geschichte um Blair sprach, nein es tat die Filmaufnahmen auch noch als reale Aufnahmen ab. Das könnte man sogar fast meinen, denn Schnitt, Qualität und sonstige Aufnahmen weisen einen wirklichen dokumentarischen Flair vor, aber zumindest weiss man heute, oder eben auch schon direkt, dass das alles Mittel zum Zweck war. Erstens aufgrund gewisser Authenzität und natürlich um gewissen Hype und positiv schockierende Publicity nicht auszulassen. Und das verfehlte seine Wirkung durchaus nicht. Die Menschen liefen in Massen in die Kinovorstellung, bei einer Freigabe von FSK 12 waren die Kleinen sicherlich herrlich aufgebracht, aber das ist in der Tat kein Wunder, denn die Abläufe und die Inszenierung sind schon ohne Zweifel geschickt und vorallem ertragreich, aber vorallem atmosphärisch, für das was er sein will. Eine Fakedoku. Dabei ist der Ablauf der Geschichte eigentlich massgeblich für den eigentlichen Horror. Die 3 Studis mit Kamera bebackt, änfänglich noch recht skeptisch was die Geschichte anbelangt, begeben sich mit Tatendrang, Witz und Freude auf in den Wald, nachdem sie mit Einwohnern über den vermeintlichen Kult sprachen.(Tag 1) Abends mit Alk gerüstet und mit viel Humor, aber ohne wirkliche Fortschritte in Richtung Blairdoku, reisst man gewisse Witze, da man selbst nicht so ganz dran glaubt. Doch in der Nacht reisst sich alles um, und was ist da grauenvoller als schockierende Schreie in der Nacht, Geraschel in den Büschen und Schritte vor dem eigenen Zelt. Die pure Ungewissheit macht dort den Horror aus, und selbst beim Schreiben dieser Zeilen überschlägt mich noch ein Gefühl von Beklemmnis und störrischer Gänsehaut. Selten war ein Film so nahe, so wirklich, so real und so übertragend auf eigene Ängste. Die Angst allein im Wald, und dann noch Schreie in der Nacht inmitten morbid wirkendem Geäst. Herrlich. Tags darauf ist man natürlich herrlich schockiert über die Nacht, die Reise geht aber trotzdem weiter, bis man diese merkwürdigen Symbole findet. Man verfällt solangsam der Panik, es spielen sich merkwürdige Gedanken im Kopf ab, dass man sich verläuft und im Kreis geht, lässt die Protagonisten in eine noch bizarrere Lage verfallen. Sie merken schnell, dass dies kein Spass mehr ist, und so fällt das auch auf ihre Launen nieder. (Tag 2) Als dann einer der Bande in der Nacht verschwindet ist es ganz vorbei mit Honigschlecken. Nicht nur die 2 restlichen sind am Boden zerstört, auch der Zuschauer leidet aufgrund der Gehschehnisse mit. Überall diese Astsymbole, überall die Schreie, nebeliges ästiges und sperriges Gehölz und nirgendwo ein Ende, bis man ein Haus findet, was man als Haus der Hexe glaubt. Die Szenen im Haus, in ihrer Optik meist recht verdunkelt, sind dabei genauso beklemmend, wie auch hinreissend atmosphärisch und beängstigend. Die Entwicklung der Tage, dass was sich in den Köpfen der Protagonisten angesammelt hat an Erfahrungen und Eindrücken, obwohl sie am Anfang noch schändlich drüber lachten, endet in jenem Haus. Und der Untergang ist so allgegenwärtig, wie die Tatsache, dass die Endszene für immer ein ungelöstes Rätsel sein wird. Die einen wird es schockieren, doch andere werden sich "Und jetzt? Wars das?" fragen. Seine Wirkung verfehlt es mit Sicherheit nicht, was in dem Wald wirklich ist oder was zu dem Tod der 3 führte weiss keiner, auch wenn ich vermute, dass sie sich im Wahn selbst umbrachten aufgrund paranoider Paniken und Vermutungen im Haus. Das weiss keiner so genau, aber das wird wohl zum Teil die Faszination von diesem Machwerk ausmachen, dass die Kinowelt in der tat polarisierte. Zu Recht, wie ich finde.

Fazit:
Ein Hype, ein Phänomen, der so einzigartig wie auch grundlegend authentisch in seiner Umsetzung ist. Das Ungewisse, aber dennoch so real, so personenbezogen, reinster Psychoterror, und dann die Schreie in der Nacht. Das ist Horror pur, Gänsehaut ist hier garantiert. Mal von dem Hype angesehen.

96%


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