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Rent-a-Cop - Bulle zu mieten (1987)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 15.01.2013, seitdem 352 Mal gelesen



Nachdem seine PS-starken Actionkomödien an Popularität verloren, wandte sich Burt Reynolds zunehmend urbanen Actionthrillern zu, die mal düster, mal komödiantisch daherkamen.
„Rent-a-Cop“ setzt sich dabei zwischen die Stühle, denn trotz eines Klienten mit absurden Wünschen, den Callgirl Della Roberts (Liza Minnelli) in seinem Hotelzimmer bedient, schlägt die Anfang in anderen Punkten härtere Töne an: Ein Drogendeal wird im gleichen Hotel abgewickelt, ein Undercoverpolizist ist an Bord, draußen warten Tony Church (Burt Reynolds) und sein Team auf den Moment zuzuschlagen. Doch ein schwer bewaffneter Killer (James Remar) stürmt das Zimmer, erschießt rücksichts- und mitleidlos Gangster, Cops, Dellas Klienten und den Rezeptionisten, ehe er sich mit Drogen und Geld davonmacht.
Della und Tony zählen zu den wenigen Überlebenden des Angriffs, doch beide werden von dem Vorfall verfolgt. Tonys missgünstiger Chef Wieser (John P. Ryan) verdächtigt ihn an dem Coup beteiligt zu sein und sorgt für seine Entlassung, wonach der harte Cop sich seine Knete als Kaufhaus-Santa verdienen muss, doch auch hier bald gefeuert wird. Della hingegen, die das Gesicht des Killers sah, landet auf dessen Abschussliste und überlebt nur knapp einen Anschlag. Zwei vom gleichen Schicksalsschlag getroffene Menschen aus verschiedenen Welten, so scheint es, die durch diese Vorfälle aufeinander zugetrieben werden.

Denn Della heuert den Ex-Cop als Beschützer an, der Arbeit braucht und widerwillig annimmt – nicht zuletzt, weil er sich eine Spur zu den Killer und den Hintergründen des Überfalls erhofft. Tatsächlich bringt die Kooperation Erkenntnisse – wenn sich das Duo gerade mal nicht in den Haaren liegt…
Zwei alternde Stars auf der Suche nach einem großen Hit, so erscheint „Rent-a-Cop“, wobei Burt Reynolds mit seinem Typecasting die besseren Karten hat: Als harter Ex-Bulle mit mürrischem Charme gewinnt er keine Oscars, aber ist in bekannter Wassern zu Hause, was ihm nicht schlecht zu Gesicht steht. Im Gegensatz zu Liza Minnelli, deren heißeste Tage damals definitiv vorbei waren, weshalb man ihr das hoch bezahlte Callgirl kaum abkauft, von ihren eher begrenzten schauspielerischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. In den Nebenrollen sind dagegen die Lichtblicke, trotz ähnlichem Typecasting: John P. Ryan als Schmierlappen von Chef darf ordentlich gemein sein, James Remar wiederholt seine Killerrolle aus „Nur 48 Stunden“ durchaus charismatisch, während Bernie Casey und Richard Masur als Cop-Kollegen unterschiedlicher coleur ebenfalls ihre Momente haben.
Ansonsten ist die Actionkomödie des Routiniers Jerry London ein Malen nach Zahlen, das bei gewissen Aspekten punktet, bei anderen versagt. Zu den gelungeneren Parts des Films gehört die dosiert eingesetzte Action, die zwar nie zu Höchstleistungen aufläuft, aber mit einigen Schießereien und Verfolgungsjagden aufwarten kann, die den Film auflockern. Gestorben wird recht blutig, die Ausstattung des Killers (Motorkleidung, Uzi, Blendgranaten) macht ihn zu einem scheinbar übermächtigen Gegner für den hemdsärmeligen Heldencop und sorgt so für Spannung, obwohl der Held eben kaum Düstermänner auszuknipsen hat. Gerade Auftakt und Showdown stimmen so sehr zufrieden.

Im Mittelteil darf man dagegen ausgiebig eine der weniger gelungenen Facetten des Films bewundern: Seine Schritte (oder besser: sein Stolpern) auf dem Feld der Comedy. Den Streitereien zwischen Cop und Callgirl mangelt es an Spritzigkeit, das Aufeinandertreffen zwischen luxusverwöhnter Frau und Working-Class-Mann wird nicht ausgenutzt und noch dazu wirken die Versuche Della als kesse Dampfplauderin darzustellen bemüht wie unlustig. Ihr dauerndes Gezeter, ihre Hysterie und ihr eingebildetes Benehmen lassen „Rent-a-Cop“ fast schon frauenfeindlich dastehen, als Buddy Movie funktioniert das Ganze kaum, als Liebesgeschichte auch nur begrenzt, da die beiden Hauptfiguren kaum Chemie zwischen sich entwickeln.
Ansonsten erweist sich „Rent-a-Cop“ als solide geschriebene, wenig aufregende, aber halbwegs flotte Genrearbeit, die nicht groß aus dem Genre herausragt: Das unfreiwillige Ermittlerduo geht Hinweisen nach, stößt auf die obligatorische Verschwörung hinter den Kulissen, deren Strippenzieher teilweise einfach zu erraten sind. Das ist selten wirklich prickelnd, aber immerhin ein Genrevertreter, in dem die Helden auch tatsächlich mal ein bisschen ermitteln – vielleicht wäre bei einer stärkeren Ausarbeitung dieses Parts und einem Verzicht auf die Comedy zwischen Della und Tony ein richtig guter Film drin gewesen.

So bleibt ein nette Actionkomödie, deren Action wesentlich besser funktioniert als die Komödie, deren Typecasting meist funktioniert, sieht man von Liza Minnellis wenig schmeichelhafter und wenig überzeugend verkörperter Rolle einmal. Kein Highlight, aber auch kein Ausfall unter den zahlreichen Copfilmen der 1980er.


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