Ansicht eines Reviews

Shakma (1990)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 22.02.2005, seitdem 647 Mal gelesen



In einer Universität wird an einem Pavian ein Anti-Aggressions-Serum getestet. Leider bewirkt es das genaue Gegenteil, und so ist ein kleiner Amoklauf des Primaten in der folgenden Nacht die logische Konsequenz...

Wer „Shakma“ noch nicht gesehen hat, könnte aufgrund der rundum negativen Kritiken in diversen Zeitungen glatt dem Irrglauben verfallen, hierbei handele es sich in der Tat um einen ganz miesen Horrorfilm. Als ich aber vor ein paar Jahren einen ersten Blick riskierte, erzielte er durchaus seine Wirkung, die sich darin äußerte, daß ich mir andauernd die Hände vors Gesicht hielt. Beim zweiten Mal vor einigen Wochen hat „Shakma“ natürlich ob der Vorkenntnisse einen Großteil seines Schreckens verloren, aber dennoch muß ich gestehen: Der Film ist zwar ziemlich schwach und ohne jede Aussage (auch wenn in dem Punkt einige womöglich eine anklagende Kritik an Tierversuchen im allgemeinen erkennen wollen), aber nicht ganz ohne.

Wesentliche Voraussetzung, um ihm etwas abgewinnen zu können: Man sehe über die absolut hirnrissige Ausgangslage der Story hinweg. Für ein zünftiges Massaker benötigt man natürlich einige potentielle Opfer, denn ein morden wollender Pavian ganz allein in der Uni kann herzlich wenig anrichten. Darum greift Parks auf den Kniff zurück, die Studenten und einen Professor nach dem Ende des Arbeitstages nicht etwa nach Hause gehen, sondern heimlich im Gebäude bleiben zu lassen, wo sie dann mitten in der Nacht ein mir bis heute rätselhaft bleibendes Rollenspiel veranstalten, dessen Ziel es zu sein scheint, anhand von an den Tafeln der verschiedenen Klassenräumen stehenden Hinweisen einen bestimmten Raum zu finden, in dem ein eine Prinzessin darstellendes Mädchen hockt. Man frage die Drehbuchautoren - ich habe den Sinn des Spiels schlicht und ergreifend trotz sorgfältigen Aufpassens nicht wirklich verstanden. Fest steht einzig und allein: Dies ist wohl eine der lächerlichsten Ausreden, eine Gruppe von Menschen zusammenzupferchen, damit ein bösartiges Wesen Hackfleisch aus ihnen machen kann.

Hat man sich damit abgefunden, kann man sich nach der längeren Einleitung auf eine gar nicht mal so unspannende Geschichte freuen, wobei hier Neuerungen innerhalb des Genres nicht erwartet werden dürfen. Auch hier nimmt die Kamera öfter mal den Blickwinkel des Affen ein, auch hier benehmen sich die Protagonisten allesamt wie die Doofen und ihr Tod ist absehbar, auch hier sind keine entscheidenden Charakterentwicklungen zu erwarten, auch hier gibt es die eine oder andere falsch ausgelegte Fährte. Aber erfreulich kann vermerkt werden, daß „Shakma“ bis auf ganz wenige Ausnahmen ernsthaft bleibt. Keine müden und allzu blöden Späßchen von Seiten der Studentenschar, sondern ein zunehmend bedrückender werdener Horrortrip, der schnell durch nichts mehr aufgelockert wird.

Treue Dienste vollbringt dabei zum einen der Schauplatz. Die komplette Handlung spielt sich (wohl auch in dem sehr knappen Budget begründet) innerhalb der Universität ab, woraus effektiv Nutzen gezogen wird. Kombiniert mit der recht abwechslungsreichen Kameraführung entsteht an manchen Stellen tatsächlich eine klaustrophobische Atmosphäre, die man so nicht unbedingt erwarten mußte. Zum anderen wirkt sich die Nutzung eines echten Pavians und der Verzicht auf ein Modell positiv auf den Film aus. Schon in „Das Omen“ konnte man sehr gut sehen, daß Paviane trotz ihres relativ harmlosen Aussehens gewaltig aggressiv werden können, wenn man sie reizt. In „Shakma“ nutzen die Macher das genüßlich aus und lassen den Affen des öfteren frei durch die leeren Gänge der Universität laufen oder wie einen Wahnsinnigen gegen Türen springen, was eine beeindruckende Wirkung hat. Zwar wird der Effekt gegen Ende durch ständige Wiederholung erschöpft, aber trotzdem bleibt festzuhalten: Lange Zeit ist das Tier wirklich unheimlich, wenn es durchs Bild läuft.

Effektmäßig ist der Film auch nicht zu verachten: In bewährter „Zehn kleine Negerlein“-Manier wird die Anzahl der teilnehmenden Personen auf z.T. überaus heftige und blutige Weise dezimiert, bis sie auf einen überschaubaren Haufen zusammengeschrumpft ist und ein Ausweg aus dem Schlamassel immer unwahrscheinlicher wird. Ziemlich intensiv in der Hinsicht das Ableben von Tracy (Amanda Wyss, „Nightmare on Elm Street“) in der vermeintlich sicheren Toilette, bei dem sich die Kamera angenehm zurückhält, wo andere womöglich voll draufgehalten hätten.

Nach 100 recht spannenden Minuten findet das Katz-und-Maus-Spiel seinen Höhepunkt in einem finalen Zweikampf zwischen Mensch und Tier, der schließlich auch nicht so ausgeht, wie ich es ursprünglich vermutet hätte.

Im Cast tummelt sich neben der nie sonderlich guten und erfolgreichen Schauspielerin Amanda Wyss in der Rolle des Sam das „Die blaue Lagune“-Idol Christopher Atkins. Er beweist mit Nachdruck, daß er für eine Hauptfigur nicht die notwendige Ausstrahlung mitbringt, ohne Wiedererkennungswert bleibt. Ansonsten finden sich hier vorwiegend unbekannte Nasen, wie es sich für einen B- bis C-Film gehört. Eine Erwähnung wert ist mir noch Ari Meyers als Kim, die ich für die nicht sehr ehrenvolle Auszeichnung „Goldene Himbeere“ (als schlechteste mir seit langer Zeit untergekommene Darstellerin) nominiere.

Fazit: „Shakma“ hat seinen furchtbaren Ruf bestimmt nicht verdient. Sicherlich: Dem bierernsten Film sieht man an, wie billig er war; er benutzt gern im Genre altbekannte Klischees; er besitzt einen Haufen schlechter Darsteller; die Handlung ist doof und weitgehend vorhersehbar. Aber genauso hat er Anflüge von bedrohlicher Atmosphäre sowie einen mitunter erschreckend realistisch aggressiv wirkenden Pavian, der dafür sorgt, daß das Ganze doch ganz schön nervenkitzelnd ist. Fans des Genres kommen auf ihre Kosten, ich war angenehm überrascht.
GESAMT: 5/10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Stefan M" lesen? Oder ein anderes Review zu "Shakma (1990)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Stefan M

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

755 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Wrong Turn (2003)
Amityville Horror - Eine wahre Geschichte (2005)
Autopsy of Jane Doe, The (2016)
Small Town Killers (2017)
Walking Dead, The [TV-Serie] (2010)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich