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Church, The (1989)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 24.07.2006, seitdem 804 Mal gelesen



Was für ein bizarrer Film! Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch. Es ist der vorletzte Film aus einer Reihe von 16 Filmen, die ich auf einmal käuflich erwarb. (Letzter Platz geht an Patricks HöllentripJ ) Das hat seine Gründe, denn vorher habe ich gar nichts von diesem Film gehört. Nie wurde er in irgendeiner Form von irgendjemandem angepriesen. (abgesehen von den Reviews hier, aber die muss man auch erst einmal finden) Zu Unrecht! Es ist einer der unheimlichsten Filme, die ich seit langem gesehen habe.
Der Film fängt im Mittelalter an. Man wird Zeuge, wie eine Bande Kreuzritter eine ganze Siedlung ausrottet, um alle Leichen in einer Grube zu verscharren. Damit diese bösen toten Leute - sie wurden für Hexen und Ketzer gehalten – niemals wieder auferstehen, muss eine Kirche auf ihrem Grab gebaut werden. Auf diese Weise wollte man das Böse für immer einschließen. Zur Sicherheit wurde in diese gothische Kirche jedoch ein Mechanismus eingebaut, der, falls das Böse doch irgendwann aufersteht, die Kirche in sich zusammenfallen lässt. 850 Jahre später steht die Kirche immer noch. Sie wird restauriert und der neue Bibliothekar Evan stößt auf ein altes Stück pergament, auf dem die Stelle beschrieben wird, wo das Böse wieder auferstehen kann. Er ahnt nicht, was er freisetzt, als er die Stelle schließlich bearbeitet. Der Horrortrip beginnt...
Die Geschichte ist gar nicht mal übel, muss ich sagen. Das Problem sind lediglich die ständigen Logiklücken, denen der wehrlose Zuschauer ausgesetzt wird. Dario Argento und Michele Soavi haben in diesem Falle wohl mehr Wert auf die Bilder statt auf die Schlüssigkeit gelegt. Übrigens fand ich diesen Film deutlich besser als Dario Argento viel umjubeltes "Suspiria", aber das ist ein anderes Thema. Es fällt den Machern schwer, sich für die düstere, an das Mittelalter erinnernde Kirchenstimmung, oder für das Jahr 1989 zu entscheiden, in dem der Film eigentlich spielen soll. Es scheint manchmal so zu sein, als stünde die Kirche weit weg von jeglicher Zivilisation, dabei müssten die Betroffenen lediglich mal vom Balkon herunterbrüllen, man möge sie doch bitte retten, schon wäre alles in Butter. Schwamm drüber. Wenn man bei diesem Film keine Fragen stellt, die mit Sicherheit teilweise nicht einmal Soavi selbst beantworten könnte, dann hat man aber unheimlichen Gruselspaß wie in wenigen anderen Filmen.
Die Stimmung und die Atmosphäre, die der Film aufbaut, sind einfach hervorragend. Wirklich gruselig und fesselnd. Dazu die starken ungewöhnlichen Kamerafahrten(dafür schlechte Schnitte), die furchteinflößenden Bilder und Szenen mit seltsamen Dämonen, alles passt einfach in dieser Hinsicht. Das macht einen Horrorfilm aus.
Vergessen darf man auch nicht die Musik, die Goblin zusammen mit Keith Emerson beigesteuert haben. Wieder ein Aspekt, der mir besser gefallen hat als in "Suspiria", in dem die Musik teilweise einfach zu übertrieben war. In "The Church" passt sie perfekt, bleibt dezent im Hintergrund, verstört den Zuschauer dadurch, ohne dass er es direkt merkt.Eine Topwertung kann man den Film aus objektiver Sicht natürlich nicht kriegen. Dafür sind die Logiklöcher zu groß und zwischendurch wird das ganze etwas zu überfordernd unübersichtlich und bizzar. Die Handlung verliert nach einer Stunde ein bisschen an Geradlinigkeit, wer vorher wichtig schien, spielt auf einmal eine Nebenrolle, das ist schade. Dennoch, ihr merkt, ich bin begeistert. Der Film hat mich gepackt, so seltsam er auch ist. Sogar ein "Lustiges Taschenbuch" sieht man in einer Szene (völlig unpassend). Oder man denke an die U-Bahn, die auf einmal unter der Kirche ist. Ganz schön surreal das Ganze, wenn ihr mich fragt. Aber ich fand es stark.
Fazit: Ein zu wenig beachteter Horrorfilm, der nach meinem Empfinden hochdotierte Streifen wie "Suspiria" oder "Dellamorte dellamore" (einer meiner Nummer 1 Hassfilme) übertrifft. Er besticht durch beklemmende Atmosphäre, gute Kameraführung, furchteinflößende Bilder und gute Musik. Schwächen sind die mangelnde Logik an vielen Stellen und das zwischenzeitliche Verlieren des Überblicks. 7 Punkte finde ich angebracht. Euer
Don


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