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Church, The (1989)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 26.07.2008, seitdem 566 Mal gelesen



Mittelalter: Die Kreuzritter waren hier noch gefürchteter als die Inquisition. Auf der Suche nach Ketzern oder Hexen metzeln sie ein ganzes Dorf dahin. Die verstümmelten Leichen werden in einer großen Grube begraben und auf dieser Grube errichtet man einen große Kirche, um den Satan für immer zu bannen.
1989: Die Kirche wird gerade restauriert., doch bald stößt Bibliothekar Evan (Tomas Arana) auf einen seltsamen Schrein in den Katacomben. Er öffnet ihn und öffnet somit das Tor zur Hölle. Sofort ist er von Dämonen bessessen und steckt seine Mitmenschen an. Auch die Architektin Lisa (Barbara Cupisti) wird bald von Visionen geplagt. Den Tag darauf findet ein Filmdreh in der Kirche statt, eine Schulklasse ist zu Besuch. Plötzlich setzt der Schließmechanismus ein. Man ist in der Kirche gefangen und die Dämonen beginnen ihr blutiges Spiel.

Mit seinem Regiedebüt "Aquarius" überraschte Dario Argento Zögling Michele Soavi. Ihm gelang ein atmosphärischer Slasher nach altbekanntem Muster, ganz ohne Argentos Hilfe. "The Church" ist Soavis zweite Regiearbeit, welche dank der vielen Durchhänger nur bedingt gelungen ist. Das Drehbuch ist übrigens von Dario Argento und man sieht auch an der Inszenierung, dass der Meister des Grauens Soavi deutlich unter die Arme griff. Daher sind die Kulisse auch wirklich gelungen. Mit der mittelalterlichen Sequenz beginnt der Film sehr vielversprechend. Die Kostüme sind authentisch und man fühlt sich sofort in die grausamen und alten Zeiten zurückversetzt, als die Kreuzritter jegliche Formen von Ketzerei und Hexerei ausrotteten. Ein ganzes Dorf, samt Frauen und Kinder metzeln sie nieder und begraben Diese. Damit Satan nie unsere Welt betreten kann, wird eine große Kirche auf dem Massengrab errichtet. Der Plot ist recht interessant aufgemacht, obwohl man eigentlich schon weiss, dass die Dämonen bald Eintritt in unsere Welt erhalten. Es fehlen zwar wieder einige Erklärungen und das Schlussklischee, dass das Böse doch nicht gebannt wurde ist auch gegeben, trotzdem kann Soavi den Zuschauer mit seiner gigantischen Bilderflut für sich gewinnen. Gerade die große und ungemütliche Kirche ist der Ort für einen Horrorfilm. Jede Menge dunkle Ecken und Räume, die nassen Katacomben und da wäre auch noch ein Mechanismus, welcher die ganze Kirche in sich zusammenstürzen lässt, wenn man ihn betätigt. Mit jeder Menge unheimlicher Kamerafahrten und beunruhigenden Bilder kann Soavi wirklich eine gruselige Atmosphäre erschaffen. Überschattet wird dieses Plus aber von der lahmen Inszenierung. Nach starkem Anfang sackt "The Church" erstmal in ein Loch und kommt dort so schnell nicht wieder heraus. Die Dämonen lassen sich hier wirklich Zeit und erst als man in der Kirche eingeschlossen ist, kann Soavi endlich an der Spannungsschraube drehen. Mit Goreszenen hält er sich jedoch sehr bedeckt, man beschränkt sich nur auf wenige blutige Intermezzos, die aber gut gemacht sind. Der Gorefreund wird hier enttäuscht sein, trotzdem bietet das Finale gruselige Unterhaltung vom Feinsten. Dafür sorgt auch der passende Score, der in vielen Szenen spannungsfördernd agiert.
Schon mit jungen zehn Jahren absolvierte Darios Tochter Asia ihren ersten schauspielrischen Auftritt und hier mit 14 Jahren ihre erste größere Rolle als Lotte, Tochter des Küsters. Schon hier ist ihr Talent zu erkennen, denn sie agiert in keiner Szene überzogen. Als Darsteller noch recht bekannt ist Tomas Arana (24, L.A. Confidential) als Bibliothekar Evan, sowie Barbara Cupisti (New York Ripper, Dellamorte Dellamore) als Lisa.
Michele Soavi konnte zwei Jahre später mit dem Horrorfilm "The Sect" noch einmal punkten, doch der total überschätzte "Dellamorte Dellamore" war für mich eine herbe Enttäuschung.

Soavis Dämonenhorror will nur schwer in die Gänge kommen. Die Kulisse setzt er perfekt in Szene, die Darsteller überzeugen, doch der Mittelteil nach starken Anfang ist einfach nur langweilig. Das Grauen lässt sich zuviel Zeit, bietet uns aber noch ein langes Gruselfinale. Mit Goreszenen wird gegeizt, leider bleiben auch viele Fragen offen. Wer Soavi in Höchstform sehen will, sollte sich "Aquarius" ansehen.


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