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Kampfansage 3 - Der letzte Schüler (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 20.04.2006, seitdem 899 Mal gelesen



Das ich einen DEUTSCHEN Film gucke kann man sich tatsächlich im Notizbuch rot anstreichen. Ich habe förmlich eine Phobie gegen den Film aus eigenen Landen und kann diese ganzen Hackfressen vor und hinter der Kamera einfach nicht sehen. Ebenso wenig wie die unlustigen Komödien oder tollen Dramen. Na ja, alles ist Geschmacksache und meiner wurde bisher nur ganz selten getroffen. Nicht alles ist schlecht, aber 99% schon:). Diejenigen die etwas drauf haben, sind dann auch so schlau gleich ins Ausland zu gehen. Ich würde es nicht anders machen. Genug gemeckert. Kommen wir also zur „Kampfansage“!

Glücklicherweise wurde aus Geldgründen auf bekannte deutsche „Stars“(*hüstel*) verzichtet und so bekommt man wenigstens unbekannte Leute serviert, die zwar nicht besonders Schauspielern können, aber kämpfen. Und darauf kommt es bei diesen B-Endzeit Actioner auch an. Nur Bela B. Felsenheimer musste leider auch wieder seine Fresse vor die Linse halten, hat aber zum Glück nur eine kleine Rolle inne. Der taucht ja inzwischen in jedem Amateur Dreck auf; warum auch immer. Am bekanntesten dürfte inzwischen Mathis Landwehr sein, der bereits als „Lasko“ für Action sorgte, die aber alles andere als toll war. „Im Auftrag des Vatikans“ war teilweise mal wieder mehr als peinlich und Stilmittel überzogen, das man sich fast vor dem TV Schämen musste. Zwar ist Landwehr nicht besonders Charismatisch, aber kann dem Anspruch eines Actiondarstellers durchaus genügen. Nicht auszudenken wenn eine Flachzange wie Mark Keller, oder so, die Hauptrolle gespielt hätte.

Hier ist Mathis Landwehr also der letzte Schüler der seinen Meister rächen will und das Buch mit den Trainingseinheiten der Kampfkünste zurückholen will. Das alles spielt in einem Berlin der Zukunft indem der Staat zusammengebrochen ist und nun von einer Privatarmee unterdrückt wird.

Die Film ist das was er ist. Ein waschechtes B-Movie. Das wissen die Macher natürlich und das macht das Endergebnis letztendlich so sympathisch. Durch Herman Johas „Action Concept“ konnte Regisseur Johannes Jaeger seine bisherigen Kurzfilme nun als Spielfilm verwirklichen. Wer aber erwartet dass hier etwas noch nie da Gewesenes präsentiert wird liegt natürlich falsch. Jaeger wollte vor der Haustür einfach das drehen was er gerne selbst sieht. Martial Arts ohne künstlerischen Anspruch. Das ist ihm gut gelungen. Die Actionszenen sind für das schmale Budget gut gefilmt wurden und vor allem reichlich vorhanden. Einige Stunts sehen wirklich gut aus und die Darsteller schlagen sich allesamt wacker. Die wenigen CGI Effekte wurden vernünftig eingesetzt und sehen gar nicht mal so übel aus. Da hat man in „Nu Image“ Produktionen schon schlechtere gesehen. Vor allem die Präsentation der Vorgeschichte macht richtig Laune. Echt gut umgesetzt das ganze. Ein ebenso wichtiger Bestandteil ist die Sounduntermalung. Auch hier saßen die richtigen Leute vor dem Pult und haben alles kräftig und krachend vertont. Gut gemacht.

Die Locations passen sich der Endzeitumgebung an und auch wenn die Ausstattung arg günstig wirkt, kann man das den Machern nicht ankreiden. Für das Geld was sie zur Verfügung hatten, haben sie fast das Beste draus gemacht. Trotzdem sind etliche Schwächen nicht zu verachten. Neben einigen doch sehr mäßigen Onelinern, wirkt die Geschichte etwas gestreckt und vielleicht hätte man eine Laufzeit von 80 Minuten anpeilen sollen. Dialoge und Schauspielführung sind sicherlich auch noch nicht die Stärke des Johannes Jaeger, aber darüber kann man locker hinwegsehen. Zumindest gibt herrlich überzogene Böse und natürlich die schnuckelige Freundin (Sinta Weisz). Der Ton des Filmes ist glücklicherweise nicht Bierernst und durch den netten Härtegrad sollte man als B-Fan über die vorhandenen Fehler eigentlich hinwegsehen können.

Fazit:

Überraschend unterhaltsames B-Movie aus Deutschland, das mit viel Action und gut gemachten Martial Arts Szenen aufwaten kann. Johannes Jaeger weiß wie ein B-Movie auszusehen hat und verwirklichte sein Projekt mit netten technischen Spielereien und tollen Sound. Die Schauspieler und Story sind wahrlich nichts besonderes, mir aber immer noch lieber als wenn man die üblichen Verdächtigen gecastet hätte. So bleibt unter dem Strich ein netter Film für Actionfreunde den man selbst den Gegnern des deutschen Filmes mal ans Herz legen kann. Hoffe dass der Streifen sein Geld macht und vielleicht tut sich dadurch im Actionbereich etwas. Es kann doch eigentlich nicht sein, das man in Deutschland so was nicht gebacken bekommt ohne Peinlich berührt zu sein. Hier hat es fast durchgehend funktioniert, also gebt diesem Team eine weitere Chance.


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