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Kampfansage 3 - Der letzte Schüler (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 29.08.2006, seitdem 740 Mal gelesen



Abseits von so TV-Peinlichkeiten wie Tsunami, Crazy Partners oder Im Auftrag des Vatikans kann es tatsächlich durchaus vorkommen, dass man hin und wieder doch noch brauchbare Actionware aus dem Heimatland finden kann... egal ob im TV oder auf DVD. Und da Action-Guru Hermann Joha unlängst den Plan gefasst hat, auch den Martial Arts-Film in die deutsche Filmlandschaft zu intigrieren, ließ er es sich nicht nehmen und spielte Johannes Jaeger eine nette Summe von 300.000€ zu, damit dieser eine Spielfilmfassung seiner Kampfansage-Kurzfilme inszinieren konnte. Gut, für Hollywood-Verhältnisse kann man mit diesem Betrag vermutlich nicht mal das Set-Buffet bezahlen, aber hierzulande reicht es noch, um handfeste Actionware zu produzieren, die sich erfreulicherweise auch von peinlichen Kollegen der oben genannten Sorte distanzieren kann. Denn Kampfansage 3 zeigt, dass harte Action auch in Deutschland möglich ist und nicht unbedingt alles gleich massentauglich kastriert werden muss.

2045: Rund ein Jahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist Deutschland abermals den Bach runter gegangen und Berlin sieht zerbombter als je zuvor aus. Im Laufe der Kriege verschwanden immer mehr moderne Techniken und somit auch sämtliche Schusswaffen. Ein gerissener Warlord erkannte nun die Macht der Kampfkunst und begann das Land zu terrorisieren. Als die alten Meister ihm die Schulung der höchsten Kunst des Kampfes vorenthielten, wurden sie alle vom Warlord getötet. Lediglich der letzte Überlebende konnte ihm den Garaus machen. Jahre später rächen sich des Warlords Kinder Bosco (Christian Monz) und Kleo (Zora Holt) an dem Vatermörder und verletzten auch dessen Schüler Jonas (Mathis Landwehr) schwer. Nach seiner Genesung will Jonas Bosco ans Leder, zumal dieser einst die Martial Arts-Bibel seines Meisters hat mitgehen lassen. Zusammen mit den Rebellen Vinzent (Volkram Zschiesche) und Marie (Sinta Weisz) nimmt er den Kampf gegen Bosco und seine Ninja-Bande auf, die inzwischen fleißig in besagter Bibel gelesen haben...

War Mathis Landwehr (Kingz) in Im Auftrag des Vatikans noch eine um sich schlagende Schlaftablette, so entpuppt er sich hier als Van Damme für den kleinen Mann. Lediglich seine Frisur hätte er kürzer halten sollen. Ansonsten zieht Landwehr eine passable Show ab und kann auch einiges von seinem Martial Arts-Können zeigen. Das tut auch Christian Monz (Die Drachentöter), der zwar nicht unbedingt ein charismatischer Finsterling ist, aber hierfür reicht es noch. Als Schurke ist er der Inzucht offen und richtet auch mal einen unfähigen Handlanger hin. Auch Volkram Zschiesche (Tripdeluxe) ist die Kampfkunst kein Neuland, und kann sich so nahtlos den Performances von Landwehr und Monz anschließen. Immerhin kommt er von allen noch am sympathischsten weg. Die Damenriege wird indessen von den eher kampfkunstuntätigen Zora Holt (Wilde Engel) als Bitch-Sister und Sinta Weisz (Unter uns) als Love Interest dargestellt. Bekanntere Gesichter schauen auch mal in Form von Bela B. (Kaliber Deluxe) und Esther Schweins (Höllische Nachbarn) rein.

Waren Im Auftrag des Vatikans die Martial Arts-Einlagen noch eher krampfhaft und amateurhaft in Szene gesetzt worden, so kann in Kampfansage 3 mal richtig auf die Kacke gehauen werden. Klar, an die Aktionen von Jackie Chan und Jet Li reicht es noch nicht heran, aber dafür bewegt man sich immerhin auf gehobenem Van Damme- und Seagal-Niveau. Die Fights gestalten sich ziemlich hart, flott und temporeich. Da können sich Im Auftrag des Vatikans, Der Puma und Romantic Fighter vor Schande verkriechen. Lediglich abwechslungsreicher hätten die Konfrontationen sein können und ein erfahrenerer Choreograph hätte bestimmt noch ein paar exotische Kampfstile einbauen können. Der Stil, der hier gepflegt wird, besteht nämlich überwiegend aus dem 1x1 eines Karate-Lehrbuchs. Ansehnlich ist das dann aber immer noch, wenngleich manche Endlos-Klopperei auf Dauer auch etwas ermüdent sein kann. Die Handlung sollte man eigentlich gleich verbrennen, da sie nur als Mittel zum Zweck dient, um die einzelnen Actionsequenzen mehr oder weniger sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Einige Handlungsstränge sind zwar (eventuell gewollt) klischeehaft und die Charaktere sind nur Abziehbilder, doch im Gesamtbild stört das nur minimal. Das Intro kann sich von seiner Inszenierung her sehen lassen und auch die Kulissen des zerfallenen Berlins wurden top gestaltet. Da stört auch der Computerhintergrund am Horizont nicht. Die KJ-Einstufung ist hingegen ein Witz. Härter als in den weichgespülten TV-Beiträgen geht es hier zwar schon zu, doch was man hier zu sehen bekommt reicht gerade mal für eine FSK 16-Freigabe. Hätten vermutlich nur noch ein paar Headshots, Knochenbrüche oder anderweitig blutige Einlagen gefehlt, und die FSK-Deppen hätten gleich den Index-Stempel gezückt. Die Musikuntermalung wurde dann auch noch ziemlich stimmig eingesetzt und es dominieren harte Rock- und Techno-Sounds. Im Abspann wird dann noch was Aggro Berlin-Mucke runtergedudelt, doch das passt ja zu einem Film, wo einige Charaktere auch ein bisschen aggro sind, nicht?

Schließlich kann gesagt werden, dass Kampfansage 3 eine wohltuende Abwechslung zu so manchem billig runtergekurpelten TV-Schund aus den Häusern RTL und Pro7 ist. Solide B-Kloppe in bester Cyborg-Tradition. Da geht noch was im deutschen Actionsektor...  


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