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Kampfansage 3 - Der letzte Schüler (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 09.10.2010, seitdem 518 Mal gelesen



Ein Martial Arts Reißer im Endzeitgewand aus deutschen Landen? Johannes Jaeger und seine Truppe stellten nach zwei Kurzfilmen mit finanzieller Unterstützung von Hermann Joha ihren Langfilm „Kampfansage 3 – Der letzte Schüler“ auf die Beine.
Die Geschichte ist auch nicht mehr oder weniger originell als bei zahlreichen B-Movies zu dem Thema aus den USA und aus Italien. Wieder mal versank die Welt im Kriegschaos, zu den knappen Ressourcen gehörte auch Munition, weshalb Kampfkunst zur elementaren Lehre wurde, die ein machtgieriger Soldatenkönig für sich vereinnahmen wollte. Wer nicht spurte wurde abgemurkst, doch dann unterlag der Soldatenkönig dem letzten Kampfsportmeister im Kampf und starb dabei. Der Einführung, welche die Geschichte mit entsprechenden Bildern untermalt, sieht man das eher knappe Budget durchaus an, doch angesichts der Verhältnisse und angesichts des Herkunftslandes kann man mit den Effekten der Sparklasse leben.
Leider wurde der Meister von den Nachkommen des Soldatenkönigs, Bosco (Christian Monz) und Kleo (Zora Holt) ermordet, sein Schüler Jonas Klingenberg (Mathis Landwehr) floh. Doch nun ist Jonas zurück und tut sich mit einigen Rebellen zusammen, um die Kampfkunstfibel zurückzustehlen, die Bosco seine Macht verleiht…

Ganz klar: Mit der Geschichte von „Kampfansage 3“ ist es nicht weit mehr, ein herkömmliches Hauen und Stechen, das den Fokus auf Martial Arts legt, wie man es von Endzeitstreifen wie „TC 2000“ oder „American Cyborg“ gewohnt ist. Insofern ist der Plot auch eher als Folie für zahlreiche Wemmsereien gedacht, Überraschungen sind da weniger an der Tagesordnung. Natürlich ist die Revolution arm dran, mit Jonas’ Unterstützung klappt dann alles bärig, ehe dann der große Rückschlag zu Beginn des letzten Drittels kommt, der dann im Finale wieder geradegebogen werden muss. So weit, so bekannt.
Doch das ist den Machern erfreulicherweise bewusst und anstatt die Schwächen ihres Films zu verheimlichen setzen sie verstärkt auf Action. Alle paar Minuten wolle irgendwelche Scharmützel absolviert werden, egal ob waffenlos, mit Stöcken oder Messern, immer wieder lässt „Kampfansage 3“ die Kuh fliegen und sorgt dabei für genug Abwechslung, dass die Schlägereien nicht eintönig werden. Gelegentlich schwingt auch etwas Selbstironie mit, z.B. wenn die Schergen von der kampfkunstgeschulten Rebellentruppe gleich reihenweise durch die Fenster eines Hauses hinausgeprügelt werden. Die Beteiligten haben es kloppertechnisch auch drauf, die Choreographie stimmt ebenfalls, wobei es eher um schön aussehende und weniger um realistische Gefechte geht, denn die Menge an Formsprüngen, Drehkicks und halsbrecherischen Aktionen würde man in einem tatsächlichen Kampf eher selten bewundern können.

Angesichts des schmalen Budgets muss man mit dem einen oder anderen Schönheitsfehler leben müssen, vor allem im Effektbereich, denn nicht alles sieht dann so schick aus, wie es vielleicht mal geplant war (z.B. der Frontalcrash der beiden LKWs). Ein gewisses Maß an Posing, vor allem in den Kampfszenen, muss man ebenfalls vertragen und eine etwas ausgewalzte Partyszene, in der Revolution ihren Sieg mal so richtig abfeiert, aber diese ist irgendwie kurzweiliger anzuschauen als ihr Pendant aus „Matrix Reloaded“. Zudem wird hier mit Spaß am Genre inszeniert, visuell macht der Film das Beste aus seinen Mitteln, auch wenn es gelegentlich an den Dialogen hapert. Gerade des Gebalze des inzestuösen Fieslingsgeschwisterpaares wirkt eher peinlich und aufgesetzt.
Mathis Landwehr ist eher Kampfsportler als Schauspieler, aber für B-Verhältnisse geht seine Leistung echt in Ordnung, wobei sein Kumpan Volkram Zschiesche als zweite Geige ihn etwas an die Wand spielt – was aber auch an der lebenslustigeren Rolle liegen mag. Christian Monz overactet gelegentlich, ebenso Zora Holt, dafür kann Sinta Weisz in der weiblichen Hauptrolle durchweg überzeugen. Nur der eigenwillige Auftritt von Bela B., den kann man nur schwer zwischen kultig und unnötig einordnen.

An sich muss man „Kampfansage 3“ schon fast allein dafür mögen, dass mit Sorgfalt einen derartigen Genrefilm in deutschen Landen gefertigt hat. Aufgrund der gelungenen Actionszenen und der Freude der Beteiligten ist das Ganze auch kurzweilig anzuschauen, wobei man gewisse Dialogschwächen und einen reichlich abgegriffenen Plot verkraften muss.


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