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Alienkiller (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 17.11.2006, seitdem 1445 Mal gelesen



Schon ziemlich krude, was Cannon da für einen Science-Fiction-Horror auf die Menschheit losließ. Regisseur John McNaughton („Henry: Portrait of a Serial Killer”, „Wild Things”) verbannt einen außerirdischen Mörder auf die Erde, dem alle paar Stunden der Schädel explodiert, weswegen er sich flugs bei dem nächsten Erdbewohner auf blutige Art und Weise um Ersatz bemühen muss. Das Leben unter Menschen auf der Erde gilt für Außerirdische nämlich als Höchststrafe und sein wiederkehrendes Problem soll ein Extragimmick sein.

Auf das fröhliche Gematsche wird die Handlung dementsprechend auch ausgelegt, so dass FX-Spezialist Kevin Yagher nach allen Regeln der Kunst Gore-Effekte auffahren kann, die nicht ganz ohne sind.
Die Handlung selbst gestaltet sich ziemlich abstrus und über weite Strecken auch einsilbig. Denn das Alien stakst unkoordiniert durch den wohl urban gemeinten Großstadtdschungel und hinterlässt „verbrauchte“ Köpfe nebst kopflosen Leichen, während in einem Subplot die Polizistin Diana Pierce (Rae Dawn Chong, „Commando“, „The Principal“) zusammen mit ihrem Partner einem Verbrecher auf der Spur ist, bis die beiden Handlungsstränge sich kreuzen. Den wenig glaubwürdigen Aussaugen eines verstörten Zeugen, den man der ersten Tat verdächtigt, wollen die Cops keinen Glauben schenken. Verständlich.

Nun kann man „The Borrower“ natürlich gesellschaftskritische Tendenzen unterjubeln, würde ihm damit aber wohl niveauvoller wegkommen lassen, als er tatsächlich ist. Nur weil das Alien sich blutbesudelt unter die tiefste Gesellschaftsschicht mischt und weitestgehend unberührt die allgegenwärtige Gewalt um sich herum gleichgültig betrachtet, muss ein Film noch keine bedeutende Aussagekraft besitzen.

Die hier absolut gewinnbringende Selbstironie, die dem lichtscheuen Alien schon einmal einen Hundekopf verpasst, hilft dem Film über ein paar Durchhänger hinweg, in denen der offensichtlich nicht ganz zurechnungsfähige Hauptakteur aus der Spur gerät und immer wieder die Stimmen seiner Richter im Kopf hört. Die Identitäten seiner Opfer übernimmt er sogar jedes Mal, aber warum das mal besser und mal schlechter funktioniert und weshalb er mit zunehmender Erfahrung sein erlerntes Wissen nicht einsetzt, erklärt McNaughton nicht.

Obwohl ständig kopflose Torsos ins Leichenschauhaus eingeliefert werden und sich auch das Alien in der Öffentlichkeit eigenartig verhält, wollen die ermittelnden Beamten nicht an einen Serienmörder glauben, bis sie ihm dann endlich doch leibhaftig gegenüber stehen. Aber wie soll man das Ding nun ausschalten?

Der Antwort geht John McNaughton einfach aus dem Weg, indem er in der letzten Szene einfach mysteriöse FBI-Beamte auf den Plan ruft, die den Körper des Außerirdischen kurzerhand abtransportieren. Eine Fortsetzung wurde allerdings nie gedreht.

Fans der anspruchslosen Horrorkost können sich aufgrund der feinen Gore-Effekte, die nun wirklich nicht zimperlich sind, und der prima getricksten Metamorphosen „The Borrower“ ruhig einmal zu Gemüte führen. Denn neben John McNaughtons solider Inszenierung, die angesichts des offensichtlich nicht allzu hohen Budgets den Film ansprechend ausschauen lässt, sorgt auch der fetzige Score für Wohlwollen beim Zuschauer.

Der muss sich am Ende nämlich nur damit arrangieren, dass das herumstrolchende Alien eigentlich nur von Leiche zu Leiche rumpelt, während die Cops nach dem entflohenen Verbrecher suchen, der sich seinerseits auch unklug verhält. Aber so ist das wohl mit psychisch gestörten Persönlichkeiten. Wenigstens gibt es zum Schluss im Krankenhaus ein großes Reinemachen mit allen Beteiligten, um den Film überschaubarer abzuschließen.

Ein guter Horrorfilm wird daraus natürlich trotzdem nicht, was schon allein an der Abwesenheit eines kontinuierlichen Spannungsbogens liegt. Vielmehr ist „The Borrower“ um plakative Gore-Effekte bemüht und erscheint in seiner Naivität dabei bisweilen schon unfreiwillig komisch.


Fazit:
Inhaltsleerer Horrorstreifen um ein auf die Erde verbanntes Alien, dem alle paar Stunden der Kopf explodiert. Der Mensch als Ersatzteillager sorgt für feuchtfröhliche Effektkreationen, aber so schrecklich viel mehr bietet „The Borrower“ dann leider auch nicht. Die repetitive Handlung und der ungeschickte hinzugefügte Subplot der ermittelnden Cops sorgt für keinerlei Überraschungen, so dass trotz der soliden Inszenierung letztlich zu viel Leerlauf produziert wird.


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