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Rückkehr der reitenden Leichen, Die (1973)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 11.03.2005, seitdem 545 Mal gelesen



Im finsteren Mittelalter frönen die Templer ihren blutigen Opferritualen, um Unsterblichkeit zu erlangen. Die Dorfbewohner lehnen sich dagegen auf und richten die Krieger des Orients hin, doch die schwören bittere Rache. Bereits ausufernd brutal beginnt die Fortsetzung von Amando de Ossorios "Nacht der Reitenden Leichen", bevor er in die Gegenwart hinüberschwenkt, wo in jenem Dorf just die 500-Jahr-Feier zu Ehren der Verbrennung derselben Tempelritter stattfindet. Dazu trifft auch der Feuerwerker Jack Marlowe ein, zu dem wiederum gesellt sich seine Ex-Freundin, die eigentlich gerade noch den Bürgermeister heiraten wollte. Absehbar bilden sie das Liebespaar mit guten moralischen Grundsätzen (vor allem Jack) und zwar so penetrant, dass es einen schon ankotzt. Vorher bedarf es allerdings erst einiger Streitigkeiten mit dem bösen Bürgermeister und seinen bösen, bösen Schlägern, derweil der Dorf-Quasimodo schon einmal eine junge Frau opfert, um die Templer wieder zu erwecken. Tatsächlich erheben die sich aus ihren Gräbern, während auf der Dorfparty getrunken, getanzt und sonstwie abgefeiert wird. Damit ist leider auch nur kurzzeitig Schluß, als endlich die verwesten Reiter die Party sprengen. Woran diese Fortsetzung nämlich am meisten krankt, ist die Unentschlossenheit des Drehbuchs, das ständig zwischen billigem 70er-Filmchen und gruseligem Horror wechselt. Die Zutaten auf der Horrorseite sind die gleichen wie beim Vorgänger, nur dass es hier schneller zur Sache geht, dafür allerdings nicht so konsequent. Verspielt und mit unnötigen, für den Puristen schon nervigen Comedyeinlagen durchsetzt filmte de Ossorio eine schwache Fortsetzung, die nur mäßig von den mal wieder tollen, atmosphärischen Zeitlupenaufnahmen der untoten Reiter getragen wird. Dafür fragt man sich, was das kokette Hausmädchen des "Ministerchens" oder die aus dem Ärmel geschüttelte Vergewaltigung in der Story verloren haben. Das meiste Sehenswerte ist bereits vom Vorgänger bekannt, wird noch einmal aufgekocht und lauwarm serviert. Da hilft auch der klasse, teils atonale Score mit Soundscapes und Mönchsgesängen nicht viel, denn der ist recht spärlich eingesetzt, auf der fetzigen Party hingegen gibt es Stimmungsmusik mit Heimorgel. Etwas zugelegt hat man bei den Goreszenen, neben dem schönen Anfang gibt es auch im mittleren Massakerteil einige Körperteile, die ihren Besitzer verlieren, zu bestaunen, für die Zeit ist das ganz schick gemacht. Mit Spannung hat das alles nichts mehr zu tun, eher mit 70er Schmuddelfilmen, in denen so ekelerregende Darstellerinnen wie Esperanza Roy und Tony Kendall als peinlicher Held zu sehen sind. Das träge Timing, das unter anderem die beiden nur schwerlich hinbekommen, damit die lahmenden Leichen überhaupt in die Nähe gelangen, wirkt innerhalb einer blödsinnigen Grundstimmung nur zu passend. Als unfreiwillig komischer Grusel-Trash in geselliger Runde funktioniert dieser Film vielleicht noch ganz gut, selten wurde sich einfältiger (frei nach Romero) in einem Gebäude verschanzt.

Fazit: Die unnötige Mischung aus Grusel und abstruser Komödie macht diesen Film zu einer Witznummer, wer das mag, kann durchaus Gefallen daran finden. 4/10 Punkten


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