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Wits of the Brats (1984)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 24.04.2012, seitdem 213 Mal gelesen



Mit der Zeit gewinnende Martial Arts Komödie, die sich vom flotten, aber beliebigen und untergeordnet wirkenden Anfang hin zu einer amüsanten Episodenreihung im großen Storybogen entwickelt; als Spätausgabe der Shaw Brothers (HK) Ltd., die sich zu dem Zeitpunkt der Misere der nötigen Neu-Orientierung und des Festhaltens an einst beliebten, nun aber weniger bis nicht gefragten Erfolgstraditionen befanden. Wits of the Brats dabei als mögliches, sich aber auch aufgrund des scheidenden Studios (und privater Umstände) schon allein nicht mehr erfüllendes Starvehikel für den bisher in wenigen und wenig bekannten Nebenrollen besetzten David Cheung Chin-pang; der aufgrund der Blutsverwandtschaft auch hier wie fast immer zuvor noch der Schützenhilfe des älteren Bruders Alexander Fu Sheng, wenn auch im kleineren Rahmen als üblich bedarf. Eine Reise in die Welt des (in die Augen stechenden) Frohsinns mit bekannten Zielen und Motiven:

Tou Kuan [ David Cheung ], ein Tunichtgut aus reichem Hause, wird von seinem Onkel Shih Chun [ Chan Shen ] um das bevorstehende Erbe und die Leichtigkeit im Leben beneidet. Shih engagiert den Attentäter "3 Eyes" [ Johnny Wang Lung-wei ], der sich zusammen mit den untergeordneten "4 Eyes" [ Lee Hoi-sang ] und Rendao Tajirou [ To Siu-ming ] an die Aufgabe der Ausschaltung des vorwitzigen Schnösels macht. Glücklicherweise befindet sich dieser gerade mit seinem Diener und Begleiter Mai Song [ Lam Fai-wong ] auf der Überfahrt von Guangdong nach Beijing, um dort nacheinander den "Master of Swindlers" Che Zai [ Alexander Fu Sheng ], den "Master of Womanizers" [ Nat Chan ] und den "Master of Burglars" [ Wong Yu ] auf ihrem jeweiligen Gebiet zu übertrumpfen. Unterwegs geraten sie in einen ausgeschriebenen Wettstreit um die Hand einer Prinzessin, eine unfreiwillige Rekrutierung für angehende Eunuchen, einen Empfang der herrschenden russischen Instanz...

Hauptdarsteller Cheung, der sich zuvor ab 1981 in den Werken des Bruders und längst zum Publikumsmagneten gewordenen Fu herumgetrieben, dort aber wenig aufgefallen und auch danach nur noch in dem (zwangsweise unbeachteten) This Man Is Dangerous (1985) zum Auftritt kam, hangelt sich hier mit einem Kauderwelsch aus Geschäftigkeit, Beschränktheit und formidablen Kampfeskünsten schon noch achtbar aus der Affäre. Dabei unterstützt ihn das Skript von Vielautor Wong Jing nach Leibeskräften, gibt es doch eine Mehrzahl an potentiellen Abenteuern mit einer Mischung aus Schabernack, Bauernschlauheit, Action und der schon ein wenig durchdringenden Unterhaltung vor, die aber noch sichere Leistungen im Bereich der komischen und auch der physischen Effekte bereithält. Das Problem stellt eigentlich nur der Beginn, dort die noch vorherrschende Unsympathie von Cheungs Figur und das allgemeine Desinteresse durch den Sprung ins kalte Wasser der Geschichte dar; erst das Darauffolgende bei der Ankunft in Beijing erkämpft sich nach und nach die Aufmerksamkeit des von dererlei period piece Lustspielen durchaus verwöhnten, da sowohl zuvor als auch maßgeblich ab den Frühen Neunziger auch danach reichlich eingedeckten Zuschauers.

Im Grunde erzählt man auch sowieso nichts Neues, führt darin und seiner lockeren Episodenreihung aber trotzdem die perfekte Konversation. Ergeht sich in einem Hin und Her aus Gefahr und entspannter Lösung der Probleme, alles immer mit dem komischen, eher albern-lauten Ton und so der allumfassenden Entstellung bis hin zum Slapstick versetzt; agiert sich mit Übermut, jugendlicher Unbekümmertheit und frischen Tatendrang in die brenzligen Situationen hinein und auch durch sie hindurch. Eine Anordnung der im Grunde Beliebigkeit, die durch einzelne Gestalten, ihren Eskapaden und der zuweilen auch karikaturhaften Typisierung des Ganzen nur gewinnt. Die Verwurzelung in der Volkskultur und ihren Ritualen, das lokale Zauberreich gängiger Studioaufnahmen und auch die durch Autor Wong nunmehr stärkere Anregung von farcenhafter Sitcom- und Charakterhumorisierung, die sich zuweilen auch in kleinere gross out Momenten und generell offensiver Witzzeichnung als üblich bemerkbar macht, gibt dem Film eine interessante Parallelität aus geographischer Alterehrwürdigkeit und materieller Frische bei. Was durch eine Mehrzahl an Kung Fu Einlagen und gambling-Motiven über Mahjong, Poker und Snooker noch zusätzlich auf Trab und Behändigkeit und mit dem üblichen hohen Produktionsstandard auf gesellschaftlichen Schliff gehalten wird. Zuträglich sind neben der variierenden Postkartenhandlung auch die wechselnden Schauplätzen in angenehmer Gestaltung, die im Interieur zwar noch dem gängigen Kulissenmuster, aber im Aufbau eines Verladehafens mit Anlegstelle auch für Passagiere, einer heimelig-entrückten Landzunge und später einer vielgenutzten Russischen Botschaft samt Turm- und Kellerverlies auch ertragreich für Tiefe und sensuelle Umgebung bedingen.

Eine "Aussen"anlage in vier Wänden, gleichzeitig beschränkt und betörend, antik und hypermodern. Ähnlich erweist sich auch die proklamierte Dreiteilung der Regie als mit vorteilhaft in der Gesinnung des sicherlich alles andere als bemerkenswerten, aber die glücklichen Fälle des entspannten Amüsement durchaus vollziehenden Werkes aus; wobei der Schwerpunkt sicherlich nicht bei im Juli 1983 bei einem Autounfall tödlich verunglückten Fu Sheng, sondern bei Wong in seinem ersten Regiegang in die bunte Vergangenheitsfolklore und dem damit bereits überaus erfahrenen Lau Kar-wing als Unterstützung gerade bei den zahlreichen, wenn auch relativ durchschnittlich eingefangenen Scharmützeln und Gefechten, zumeist mit der bloßen Hand liegen. Eine Aufteilung im guten Glauben und im guten Sinne, vergleichsweise mild im Geschmack, als Querschnitt zwischen Carry on Wise Guy (1980) und Fists and Guts (1979), in der man sich als leibestüchtiger Mann erweist, Ruhm und Reichtum und möglichst inspirierenden Unternehmungen bemüht und natürlich auch der Huld schöner Frauen zugänglich zeigt.


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