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Running Scared (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 08.08.2007, seitdem 552 Mal gelesen



Hintergrund:
Im Kino gefloppt, doch die DVD-Verkäufe machen das wieder wett. Gerade
knapp die Hälfte des Budgets (~ 17 Mio. $) konnte der Film einnehmen,
was auf ein erbärmliches Marketing schließen lässt. Trotzdem verbreiten
sich die beiden DVD-Versionen, eine normale Amaray-Version und die
Bulletproof-Edition, immer schneller. Das kann vor allem dem Internet
verdankt werden, denn die zahlreichen Lobeshymnen konnten in kürzester
Zeit massiv viele Filmfans dazu bewegen, sich den Film zu kaufen.

Story:

Bei einer Drogenübergabe geraten Joey (Paul Walker) und seine Komplizen
in einen Schusswechsel, der einigen Polizisten das Leben nimmt. Joey
bekommt den Auftrag, die Tatwaffe möglichst schnell zu entsorgen und es
diesmal nicht zu versauen. Unglücklicherweise wird er beim Verstecken
der Waffe von Oleg, dem russischen Freund seines Sohnes, beobachtet,
der anschließend die Waffe mitnimmt und damit auf seinen gewalttätigen
Stiefvater schießt und die Flucht ergreift. Damit Joey von seinen
kriminellen Freunden nicht getötet wird, muss er nun so schnell wie
möglich den Jungen mitsamt der Waffe finden, bevor es die Polizei, die
russische Mafia oder seine eigene Leute tun. Die Nacht wird für ihn zur
Hölle...

Kritik:

Running Scared zeigt die Geschichte eines kriminellen Familienvaters,
der die ganze Nacht auf der Suche nach der Tatwaffe ist, jedoch immer
einen Schritt zu spät kommt. Dabei wechselt die Story immer zwischen
seiner Suche und Olegs Flucht. Die beiden treffen an diesem Abend auf
die schrägsten und schäbigsten Menschen der Nacht. Zwar gibt es sehr
viele Szenenwechsel, wobei man aber nie den Überblick verliert. Am
meisten beeindruckt die Visualisierung. Je nach Situation werden
verschiedene Farbfilter benutzt. Auffallen tun auch die hektischen
Kamerafahrten und der schnelle Schnitt. Das könnte je nachdem ein
Kritikpunkt sein, ist es bei diesem Film aber nicht, denn was man da
optisch serviert bekommt, ist etwas vom besten, das ich in der letzten
Zeit gesehen habe. Hin und wieder kommt es auch zu Slow Motions, zum
Beispiel wird bei Schiessereien das Tempo verringert und der Flug der
Kugel gezeigt. Folglich ist der Film schon nur aus optischer Sicht eine
Klasse für sich. Die Schauspieler machen ihre Arbeit ganz gut. Paul
Walker, bekannt aus The Fast And The Furious, spielt ein glaubwürdiges
Nervenwrack ohne Skrupel auf seiner Suche nach der Waffe. Ehrlich
gesagt ist das seine erste Rolle, die mich wirklich überzeugen kann.
Lob hat auch der kleine Oleg, gespielt von Cameron Bright (The
Butterfly Effect), verdient. Seine kaum vorhandene Mimik ist für einen
Jungen seines Alters einfach nur sensationell. Freunde von Gewalt und
Blut kommen bei Running Scared auch auf ihre Kosten, was bedeutet, dass
empfindliche Leute eher zu einem anderen Film greifen sollten. Die
FSK-16-Freigabe ist sowieso sehr verwunderlich und von den Prüfern sehr
großzügig gewählt worden, wann man bedenkt, was für Filme manchmal eine
FSK-18-Freigabe bekommen. Zurück zur Geschichte des Films: Was den Film
ausmacht, sind die vielen überraschenden Wendungen. So befindet sich
der Protagonist stets in einer neuen Situation und rennt nicht zwei
Stunden unmotiviert dem gesuchten Gegenstand hinterher. Ein kleiner
Kritikpunkt ist das Ende, das zwar eine für mich sehr große
Überraschung darstellte, aber eine Wendung zu viel war. Damit gemeint
sind die letzten zehn Minuten, die den Film zwar nicht verhunzen, aber
man hätte lieber vorher den Schlussstrich gezogen, um die Geschichte
nicht unglaubwürdig erscheinen zu lassen, was nun nicht ganz verhindert
werden konnte. Vielleicht macht es auch einfach den Anschein, dass
Wayne Kramer eine Menge Ideen hatte, die er alle in diesen Film
quetschen wollte, was ihn ein bisschen überladen erscheinen lässt.
Diese kleinen Schwachpunkte werden aber durch die starke und spannende
Story sowie die Optik kompensiert.

Fazit:

Für den günstigen Preis kann dieser Film allen empfohlen werden, die
auf knallharte Action in Kombination mit harten Gewaltszenen und einer
netten Gangsterstory stehen. Käufer der Steelbook-Version sollten
jedoch gewarnt werden, da das DVD-Menü einen heftigen Spoiler
präsentiert. Einen direkten Vergleich kann man mit Running Scared nicht
machen, aber ich würde es mal so ausdrücken: Man nehme ein bisschen
Tarantino, ein bisschen Rodriguez und eine Prise Fincher, wirft alles
in einen Mixer und erhält dann diesen Film. Erwartet man einen absolut
realitätsnahen Film, wird man enttäuscht. Mir hat der Film wahnsinnig
gut gefallen und er gehört für mich zu den besten Filmen im Jahr 2006.
Schon lange kamen mir 117 Minuten so kurzweilig und spannend vor.


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