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Phantom Seven (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 19.03.2007, seitdem 444 Mal gelesen



Filme um Spezialeinheiten gibt es im Hongkongkino reichlich und auch Ching Siu-Tung ließ es sich nicht nehmen seinen Beitrag mit „Wonder Seven“ beizusteuern.
Bei diesen glorreichen Sieben handelt es sich um Waisenkinder, die von der Regierung zu einer ultrageheimen Spezialtruppe herangezogen wurden und dabei auch mal jenseits von Staatsgrenzen operieren. Der Opener stellt die Truppe auch vor, wobei das Ganze teilweise etwas unangenehm an Kinderserien wie „Power Rangers“ erinnert, wenn die Kontrahenten ihren Namen und die irgendwelcher Spezialtechniken beim Kämpfen brüllen, das stört im Kontext seriöser, moderner Action doch etwas.
Ihr neuer Auftrag setzt die Truppe auf die Spur zweier Codekarten, die auch Verbrecher in die Hände bekommen wollen. Die Wonder Seven können einen Deal vereiteln und eine der Karten in ihre Hände bekommen, doch die Gangster geben nicht so leicht auf...

Wer bei dem Gerüst von „Wonder Seven“ auf einen geradlinigen Spezialeinheitsactioner hofft, der wird vom Ergebnis leider etwas enttäuscht, da sich der Film zwischen alle Stühle setzt. Die Actionszenen sind meist kurz, aber recht gut über den verteilt und vor allem gut inszeniert. Der Einsatz von Wirework stört in dem realistischen Kontext (vor allem wenn die Kontrahenten meterweit oder –hoch springen), doch ansonsten bietet das Potpourri aus Martial Arts, Schießereien und Verfolgungsjagden ansehnliches. Die Kämpfe sind flott choreographiert und was an Motorradstunts gezeigt wird, sieht schon recht schick aus, auch wenn es erst gegen Ende mal wirklich ausgiebig rundgeht.
Da „Wonder Seven“ das Potential aber nicht für eine Actionorgie der Marke „Red Force“ oder „Black Mask“ nutzt, wollen auch andere Genres bedient werden und dies weitaus weniger gut. So ist die Handlung etwas unentschlossen, wenn die Herkunft und Backgrounds der Truppenmitglieder immer nur nebulös erwähnt werden, der Film dann aber doch immer auf Sachen wie dem Plan ein Restaurant zu eröffnen herumreitet. Zudem wird der Subplot um die aufkeimenden Gefühle zwischen Teammitglied Fei (Li Ning) und der für die Gegenseite arbeitenden Ying (Michelle Yeoh) etwas überbetont, während der Hauptplot um die Hatz nach den Karten (ein klassischer McGuffin, da deren Inhalt quasi vollkommen bedeutungslos ist) dabei dann öfters ins Hintertreffen gerät und nicht so recht Spannung aufbauen will.
Auch die Figurenzeichnung und die dramatischen Parts leiden unter diesem Hin und Her. Der erwähnte Subplot um Fei und Ying kommt noch ganz gut weg, da er mit der nötigen Sorgfalt gemacht wurde, doch sonst bleiben die Charaktere, auch die restlichen Wonder Seven, einfach nur Stereotypen: der nette Dicke, der Maulheld, der nachdenkliche Mönch usw. Insofern kommt dann auch nicht der erhoffte Tiefgang auf, wenn Sympathiefiguren sterben oder Eingriffe in ihr Schicksal erleben.

Zudem werden die Ansätze von Dramatik immer wieder durch den HK-typischen Humor torpediert, der zudem an einigen Stellen arg gewollt und daher unlustig wirkt. Einige Gags zünden dafür, jedoch sorgt es dafür, dass „Wonder Seven“ noch uneinheitlicher wirkt. Einzig und allein Ching Siu-Tungs sichere Regie, die mal wieder für originelle Bilder sorgt (z.B. der Fight gegen den Coach im Lichtkegel), lässt „Wonder Seven“ wie aus einem Guss wirken und sorgt neben der relativ temporeichen Erzählweise dafür, dass keine allzu großen Längen entstehen.
Darstellerisch ist dafür alles im grünen Bereich, da die Darsteller ihre etwas klischeehaften Rollen immerhin recht stilsicher beherrschen, vom dümmlich lachenden Bösewicht mal abgesehen. Li Ning als männlicher Lead könnte allerdings etwas besser sein, da er nicht die Ausstrahlung von Michelle Yeoh besitzt, welche die weibliche Hauptrolle mal wieder recht souverän meistert.

Da „Wonder Seven“ (zumindest in der ungeschnittenen Version) recht schicke, wenn auch kurze Actionszenen bietet und Ching Siu-Tung sicher wie temporeich inszeniert, kann man ihn immerhin etwas über dem Durchschnitt ansiedeln. Leider kann die Geschichte nicht so recht packen und schwankt zu sehr zwischen versuchter Dramatik und gelegentlichen Humoreinlagen, um wirklich überzeugen zu können.


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