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Mr. & Mrs. Smith (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 27.07.2005, seitdem 520 Mal gelesen



Im Reigen der grossen Sommerfilme ist Mr. und Mrs. Smith derjenige, der zum grössten Teil auf die Anziehungskraft seiner Stars setzt und auf diesen beruhenden Faktor auch angewiesen ist, stellt er seine zwei Hauptdarsteller und ihre Beziehung zueinander doch sowohl in den Mittelpunkt seiner Erzählung als auch als Handlungsrahmen.
Eingegrenzt von einer Eheberatung erlebt man, wie sich das Paar Smith kennen- und lieben lernte, glücklich miteinander war und heiratete, wie die ersten Probleme aufzogen und sich enorm steigerten, bis die Ehe zu scheitern drohte und wie man mit gemeinsamen Anstrengungen auch diese Probleme meisterte und am Ende gefestigter als zuvor dasteht.
Klingt nach Liebesfilm und ist dieses irgendwo in einer gigantischen Action – Thriller – Komödien – Abmischung auch; der Film setzt seine charismatischen Figuren in eine diffuse Agentenscheinwelt und lässt sie nach Enttarnung der richtigen Identitäten als konkurrierende Killer aufeinander losgehen und nach dem Leben trachten.
Den Plot zu hinterfragen lohnt nicht und würde jeden Spass verderben; dass die ganze Chose reell gesehen auf ebenso wackligen Beinen steht wie der Stuhl bei der Vorhangsanprobe von Jane Smith [ Angelina Jolie ] sollte man ausklammern und sich einfach von der ansehnlichen Genremixtur mitreissen lassen, zu hinterfragen ist nicht der Sinn und Zweck von Unterhaltung.

Die Smiths sind ein unterschiedliches Paar mit gleichen Leben und auch gleichen Eigenschaften, nur anders ausgedrückt. Beide arbeiten insgeheim als Killer für verschiedene Organisationen, ihre beruflichen Leben täuschen sie als Bauunternehmer und Computeradministratorin vor und leben dies vor ihrem unwissenden Partner auch aus. Jane ist die Kontrolliertere von beiden, alles von vornherein durchtheoritisiert, bei der Abweichung vom Plan dann allerdings schon wieder leicht unsicher. John Smith [ Brad Pitt ] setzt fast ganz auf seinen Instinkt und seine Gefühle, was ihn auch emotional greifbarer und anders als seine oft kühle Frau auch liebenswerter macht, vertraut er doch mehr seinem Herzen und handelt dadurch sympathisch.
John steht dann auch mehr im Mittelpunkt der Inszenierung; nach Entdeckung der wahren Identität seiner Lebensgefährtin ist er vermehrt der Spielball von Intrigen und gerissen in Konkurrenz von Pflichtgefühl des Auftrages und der Zuneigung zu seiner Frau. Er hat auch die einzig glaubhafte feste Bindung im ansonsten eher abgehobenen Werk, sein Best Buddy Eddie [ Vince Vaughn ] ist die einzige Figur, die ausserhalb der Zweier – Beziehung wirklich so etwas wie Aufmerksamkeit und eigene Charakterzüge bekommt und in seinen Szenen den Film immer mal gesund auf die Erde zurückholt.

Die kleinen Episoden um John und Eddie tun der Handlung zwischendurch auch am meisten gut, wird doch ansonsten ab der 40igsten Minute fast nur ein Feuerwerk an grösseren und kleineren Attentatssequenzen zwischen dem Killer – Paar und später noch ihren ungeduldigen Organisationen abgezogen, dass den Actionlevel überraschend ausgiebig ausreizt und dieses Jahr bisher als feurigste Produktion darstellen lässt. Die ständige Steigerung der Mordanschläge wird in rascher Weise durchgezogen und einander addiert, Häuser werden auseinander genommen und explodieren, Autos crashen in Zeitlupe über den Highway, ein Kaufhaus wird nach allen Regeln der Kunst zersiebt.
In der ganzen Materialschlacht versucht man allerdings immer noch, die Figurenkonstellation Mann / Frau nicht aus den Augenwinkeln zu verlieren. Die vorherrschende Einbeziehung von Dialogen zwischen den beiden ist dann auch der Grund, der die Actionszenen abseits des Schauwertes nicht wirklich treibend werden lässt, man bremst sie durch die mal mehr, mal weniger spritzigen Gesprächsscharmützel selber aus. In die Richtung arbeiten auch sowohl Score als auch die ausgewählten Musikstücke, nicht wenige der optisch hart aussehenden Gefechte werden durch eine leichtfüssige oder gar lustige Untermalung abgeschwächt und milder gemacht, als sie eigentlich sind. Der letzten Endes doch erheblich hohe Bodycount bezieht sich auch auf unpersonifizierte Schiessbudenfiguren, der für mehrere Personen tödliche Showdown stellt ein wahrlich choreographiertes Zeitlupenballett dar, indem dann wirklich das Geschehen mehr als übertrieben und komplett ins Absurde gestellt wird.

Die fehlende Ernsthaftigkeit des Sujet ist dann auch der grösste Schwachpunkt, eine wirkliche aufreibende Spannung kommt nie auf, dafür ist der Film dann auch schon wieder etwas lang. Die Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern und ihr erneute Annäherung hat zwar einige Momente zu bieten, aber kann nicht alleine einen ganzen Film stemmen. Die Action ist nur für den Moment und ohne einen wirklichen emotionalen Unterbau inszeniert, die strikte Spassformel vermeidet eine tiefere Beschäftigung. Ausserdem fehlen richtige Überraschungen, der Film erfüllt nur die Erwartungen des Trailers. Diese werden allerdings nicht enttäuscht.


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