Ansicht eines Reviews

Mr. & Mrs. Smith (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 06.10.2005, seitdem 515 Mal gelesen



Man stelle sich mal vor, dass man die Jennifer Aniston geehelicht hätte und nach einiger Zeit ihr Filmdebüt in Form von Leprazwergenkorn im heimischen DVD-Player liegen hat. Was nun? Ist das wirklich die Frau die man liebt wenn man sieht in welch schmutzigen Latzhosen sie da einen glänzenden Bauernjüngling anbetet? So was sei erst einmal verdaut, ohne seiner Angetrauten dafür den Brägen aus dem Schädel zu knüppeln. Die Scheidung sei einfach mal als Mindestmaß der Handlungsoptionen vorausgesetzt, doch was nun? Ziehen wir uns in etwa jetzt alleine die Bong des Nächtens hoch? So schlau ist das auf Dauer nun auch nicht, also los auf die Pirsch und geschaut was der Markt der begehrenswerten Celebrity-Sahneschnitten noch hergeben mag. Natürlich ist die Auswahl da recht eingeschränkt wenn man nicht gerade Tom Cruise’ abgelegte Knatterreste in Betracht zieht. Da schau her: Die Olle mit dem „Billy Bob“-Tatoo wäre doch was für den gemeinsamen Fernsehabend inklusive Kifferei.
Klar nervt das etwas wenn man dauernd den Herrn Thornton beim GV vor Augen hat aber das kann ja auf ein Mindestmaß an Ärgernis reduziert werden. Oft genug auf die betreffende Stelle draufgeprügelt und in feinster Van-Damme-Manier verfärbt sich des Billy’s Andenken in den schönsten Regenbogenfarben. Was wäre da noch schöner als ein gemeinsames Filmwerk in dem man mal der Öffentlichkeit zeigen kann, dass es trotz gelegentlicher Schwuppe ganz gut läuft?

Nutzt der Eheberater wohl noch viel wenn man raus findet, dass der langjährige Partner ein Auftragskiller ist, der zu allem Überfluss noch einer Organisation angehört, die einem selbst ständig in den Broterwerb fuscht? Im Falle von John und Jane Smith (Achtung, Kalauergefahr!) müssen sich beide ellenlang bis zum Beinaheexodus bekämpfen, bevor sie bemerken, dass man ja auch den Job quittieren könnte. Logik brauchen wir nicht, da sonst der Film nur 60 Minuten Nettospielzeit aufweisen würde. Let’s fetz, jetzt kriegt Uschi was auf die Fresse!

„Hey Herr Studioboss, ich hab hier nen Drehbuch gekritzelt, dass einen klasse Hybriden aus „Der Rosenkrieg“ und „True Lies“ darstellt. Das heißt „American Beauty 2: The Spy who slaped me“!
-Is schon klar, Karl Arsch, wen stellste dir denn so für die Hauptrollen vor?
„Also, geil für das Ehepaar wären ja Kevin Spacey und Kim Basinger. Fände das cool, wenn die beiden sich fett vor den Kiefer kloppen würden!“
-Das geht mal so gar nicht klar! Das Publikum braucht doch Durchschnitts-Gesichter, denen man ihre Rollen abkaufen würde. Das sollte schon glaubhaft sein.
„Ach so, dann halt Pitt und Jolie! Wird dann ne Agentenfilm-Parodie!“
-Gute Idee!

Mr. & Mrs. Smith hätte durchaus eine lustige Comedy werden können, wenn nach der destruktiven Versöhnungsorgie der Vince geklingelt hätte, Angelina erschießt und danach dem Mr. Smith fröhlich berichte, dass das Problem mit der Tante gelöst sei. Pustekuchen aber auch! Doppelt so lange wird die Laufzeit bemüht und die Logik fällt ins Wasser. Das „warum, wieso, weshalb“ wird galant übergangen und sämtliche anfallende Klischees werden in einer Masse ausgeschlachtet, dass man bei der erzwungen plakativen Witzigkeit schon nicht mehr lachen mag. Zwei Dinge machen die „abschließende“ Hälfte des Films zu einer nervigen Angelegenheit: Einerseits werden erzwungen lakonische Dialoge der Marke „Ich wollte dir schon immer mal sagen wen ich wann und wo mal getötet habe“ in ihrer Hülle und Fülle überstrapaziert, dass Zuschauer, die älter als 12 Jahre sind wohl kaum auf Dauer daran Spaß haben werden. Die in ihrer Quantität ebenso müßig anmutenden, überstilisierten Schusswechsel des gegen ihre Arbeitgeber rebellierenden Pärchens werden dann noch so offensichtlich in Richtung Schenkelklopfer inszeniert, dass die gewollte Parodie sich selbst disqualifiziert bis ein zäher Genre-Brei als Endergebnis hinten raus fällt. Weniger wäre eindeutig mehr gewesen! Das Ehepaar Schmitt lässt sich vom Zuschauer scheiden ohne dass ein paar Minuten als Trennungsjahr eingehalten werden. Leider wieder einmal ein viel versprechendes Grundkonstrukt, dass in seiner Ausführung nach der Hälfte böse auf das Gesicht fällt!


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Fabse" lesen? Oder ein anderes Review zu "Mr. & Mrs. Smith (2005)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Fabse

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

713 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Single Man, A (2009)
Tatort: Schimanskis Waffe (1990)
Doll Man - Der Space-Cop! (1991)
Greasy Strangler - Der Bratfett-Killer, The (2016)
Meyerowitz Stories, The (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich