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Mr. & Mrs. Smith (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 01.06.2009, seitdem 367 Mal gelesen



Bei kaum einem zweiten Film klafft eine derart große Lücke zwischen den gelungen Elementen und den misslungenen. In seinen besten Momenten ist Mr. & Mrs. Smith ein schlagfertiges Vergnügen mit pointierten Dialogen und profitiert dabei am meisten von seinen Hauptdarstellern.
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Der Geschlechterkampf funktioniert ausgezeichnet, solange er auf verbaler Ebene stattfindet, die Alltäglichkeiten des tristen Ehelebens genüsslich vorführt und später das misstrauische umeinanderher Schlawenzeln zeigt, nachdem die beiden ihre wahren Identitäten aufdecken konnten. Hierbei profitiert der Film nicht nur vom lebhaften Zusammenspiel von Brad Pitt und Angelina Jolie, auch Regisseur Doug Liman macht das meiste richtig. Er führt die Smith‘ als Paar beim Eheberater gut ein, trifft die nickligen Momente zwischen den beiden mit feinem Auge und peppt das Ganze zusätzlich mit einigen hübschen Kamerafahrten auf. Nicht minder gelungen werden John und Jane separat bei der Arbeit gezeigt. Mit Raffinesse und Stil erledigen sie ihre mörderischen Aufträge, wobei Pitt mit Humor und Jolie mit scharfem Outfit besticht.
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Den ersten negativen Ausreißer und Vorboten des späteren Krawalls markiert das unfreiwillige Aufeinandertreffen der Smith‘, als sie, auf die selbe Zielperson angesetzt, in der Wüste unwissentlich mit Raketenwerfern und Minen aufeinander losgehen. Was hier an technischem Equipment als Arbeitsgerät der beiden Killer etabliert wird (besonders im Gegensatz zum zuvor Gezeigten, wo Pitt mit Pistole und Jolie mit bloßen Händen mordet) ist dermaßen übertrieben und geradezu comichaft inszeniert, dass die bissige Ironie des Beginns davon hoffnungslos über den Haufen geballert und gebombt wird. Beinahe könnte man dem Film unterstellen, er wolle das Gewerbe des professionellen Mordens möglichst cool und hip darstellen, doch das kann bei solch extremer Überzeichnung wohl nicht Sinn der Sache gewesen sein. Eher ist es so, dass Liman mit dieser Sequenz den Boden für das Folgende ebnet. Zwar gibt es noch zwei, drei Szenen, in denen sich Pitt und Jolie ohne ausuferndes Wummsen bekriegen, etwa wenn sie sich beim Tanzen in einem Nobelrestaurant ihrer versteckten Waffen entledigen, doch viel zu oft driftet das Geschehen nun in Richtung High Tech-Hauptquartiere und Ballerorgien ab.
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Der Plot, der zwar von Anfang an inhaltlich nicht viel hergibt, in der Umsetzung aber zumindest amüsant und charmant rübergebracht wird, nimmt zudem eine haarsträubend stumpfsinnige Wendung. Da hätte man Drehbuchautor Simon Kinberg einen kreativeren Einfall gegönnt, als jenen, die Smith‘ gegen eine koorperierende Übermacht ihrer ehemaligen Arbeitgeben wiederzuvereinen und mit mächtig Getöse antreten zu lassen. So wird der intime Ehe- zu einem ausgewachsenen Kleinkrieg und Pitt und Jolie werden in ein schepperndes Gefecht nach dem anderen verwickelt. Das ist handwerklich zwar auf Topniveau (wie vom Bourne-erfahrenen Liman zu erwarten), fügt dem augenzwinkernd begonnenden Film aber etwas hinzu, das in seinem massiven Einsatz letztlich nur noch aufgesetzt und überanstrengend wirkt und im Gegensatz zum vorherigen Stil ein zu extremer Bruch ist.
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Auf der Habenseite verbucht Mr. & Mrs. Smith jedoch bis zum Ende die Zugkraft seiner Stars. Auch wenn die Gehässigkeiten dem Schluss entgegen fast völlig abflauen und wenn überhaupt, dann nur noch handzahm und gebändigt daherkommen, zeigen Pitt und Jolie treffsichere Leistungen. Pitt besticht dabei vor allem mit seinem unbestrittenen komödiantischen Talent, das seinen Mr. Smith symphatisch macht, ihn seine Oneliner treffend formulieren und mit kleineren Slapstick-Einlagen glänzen lässt. Jolie legt ihre Darstellung der Mrs. Smith insgesamt kühler an, überzeugt mit ihrer Erfahrung als Kampf-Amazone (etwa in den Tomb Raider-Verfilmungen) wie selbstverständlich in den brachialen Actionszenen und Zweikämpfen mit ihrem Partner. Die Performance des heutigen Traumpaares im wahren Leben rettet den Film vorm tiefen Rutsch ins Mittelmaß.
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Interessante Randnotiz: ursprünglich war die Rolle der Mrs. Smith Nicole Kidman zugedacht. Hätte der Film nicht den gewaltigen medialen Rummel ob der Affäre zwischen Pitt und Jolie ausgelöst, wer weiß, ob sich dann überhaupt noch jemand an ihn erinnern könnte...
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