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Full Eclipse (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 06.06.2004, seitdem 1489 Mal gelesen



Zu einer Zeit in der Mario Van Peebles Karriere ein Zwischenhoch hatte und er es zusammen mit Christopher Lambert in „Gunmen“ wie auch in „Highlander III: The Sorcerer“ tats√§chlich auf die gro√üe Leinwand schaffte, entstand dieser unausgegorene Mix aus Polizeithriller und Horrorfilm. Unter der Regie des nicht untalentierten B-Regisseurs Anthony Hickox („Waxwork“, „Hellraiser III: „Hell on Earth“), der mit Filmen wie „Jill the Ripper“ aber auch √ľble Filme ablieferte, entstand mit „Full Eclipse“ eine √ľberraschend brauchbare, blutige TV-Produktion.

Was der Film noch zu Beginn verspricht kann er leider nicht halten, denn der erste Einsatz von Max Dire (Mario Van Peebles, „Solo“, „Ali“) und seinem Partner Jim Sheldon (Anthony John Denison) ist ein Actionschmankerl, das man angesichts einer TV-Produktion eben gar nicht erwartet. In einer Diskothek wird eine Geiselnahme blutig beendet. W√§hrend Sheldon schwer verletzt wird, darf Dire sich in Zeitlupe, jede Hand mit einer Waffe best√ľckt, durch den Discosaal rollen und die Kamera mit blutigen Shootouts versorgen. Das sieht nicht nur ungemein gut aus, sondern hievt den Film auch locker √ľber verwandte Produktionen.

Doch hiernach beginnt der deutliche Abstieg, denn gemenschelt wird erstmal, wo es nur geht. Dire wird von seiner Frau verlassen, kann den Beinahetod seines Kollegen nicht verkraften und ist umso erstaunter als dieser am n√§chsten Tag wieder kerngesund vor ihm auftaucht und mit ihm Dienst schiebt. Als am selben Tag von einer Stra√üengang attackiert werden und Sheldon √ľbermenschliche Kr√§fte zu haben scheint, beginnen Dire Zweifel zu kommen. Auch die zweite Actioneinlage ist von Zeitlupe und relativ spektakul√§ren Stunts gepr√§gt, dabei aber auch die letzte ihrer Art, wenn man mal von zwei sp√§teren Blutorgien absieht.

Von nun an wird „Full Eclipse“ in eine sehr d√ľstere Optik getaucht, die sich auf die Dauer aber eher st√∂rend auswirkt, viele Details verschluckt und scheinbar nur f√ľr eine m√∂glichst d√ľstere, pessimistische Atmosph√§re zust√§ndig ist. Der mit einer gew√∂hnungsbed√ľrftigen Synchronstimme ausgestattete Marion Van Peebles ist bem√ľht die vom Drehbuch vorgegebenen Klassiker ausf√ľhrlich und h√§ufig zu zitieren, w√§hrend endlich Adam Garou (Bruce Payne, „Passenger 57“, „Highlander: Endgame“) auftaucht, der hier vordergr√ľndig den Leiter einer Polizeispezialeinheit abgibt. Mit Payne ist leider auch klar, wo der Hund hier begraben ist – er ist das √úbel, der B√∂sewicht, jemand der vernichtet werden muss. Er schart Kollegen um sich, die er mit einem Werwolfserum versorgt, um des Nachts Selbstjustiz zu √ľben und Verbrecher abzuschlachten.

Bis die Erkenntnis kommt dauert es bei Van Peebles etwas, der Zuschauer ahnt so etwas schon dank des Titels. Dabei h√§tte eine zu fr√ľhe Aufkl√§rung ihn aber bestimmt um einen Stellungskrieg mit Patsy Kensit (der schnuckelige Hase aus „Lethal Weapon II“) gebracht. Lang lebe Van Peebles Ged√§chtnis! Leider f√§llt der Actiongrad von nun eher mau aus. Die wenigen Ausfl√ľge sind kurz, stattdessen versucht Van Peebles Garou auffliegen zu lassen, trifft aber nur auf taube Ohren und zieht schlie√ülich doch mit ihnen los. Auff√§llig gut sind die Make-Up-Effekte hierbei, w√§hrend die Langzeitfolgen des Serums und die Suchtgefahr fast schon vorhersehbare Nachteile sind. An dem Unternehmen muss es ja irgendwo einen Harken geben! So recht interessant wird das aber bis zum Finale, indem Garou dann sein wahres Gesicht zeigt und noch mal Action geboten wird, nicht mehr.

Fazit:
F√ľr eine TV-Produktion ist „Full Eclipse“ ein professionell inszeniertes Unterfangen, bei dem die leider zu knappen Actioneinlagen, vor allem zu Beginn, herausragen. Marion Van Peebles und Bruce Payne spielen ordentlich, w√§hrend Patsy Kensit nur gut aussieht. Der unausgegorene Genremix konnte mich letztlich aber nicht umhauen, da Hickox d√ľstere Bildkompositionen auf die Dauer etwas eint√∂nig wirken, der Plot speziell in der zweiten H√§lfte einfach nicht voran kommt und zu wenig Action zu bieten hat. Netter, ungew√∂hnlicher Beitrag, aus dem man mit h√∂herem Budget und abwechslungsreicheren Drehbuch sicher mehr h√§tte holen k√∂nnen.


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