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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 25.04.2010, seitdem 471 Mal gelesen



Der Körperfresser kommt!
Nun war es also soweit: New Line Cinema hatte Jason Vorhees unter seine Obhut gebracht und im ersten Film gleich mal das beste aus dem Killer vom Crystal Lake gemacht: Ein Wesen fernab jeden Realismus. Konnte man Jason in den ersten Filmen noch gutmütig als lebenden, bekloppten Menschen abtun, entwickelte er sich im Laufe der Reihe zu einer übermenschlichen Kreatur und nun ist der sympathische Mann wohl sowas wie die Inkarnation des Bösen, denn er leiht sich mittels schwarzer Substanz Körper aus, verbraucht sie und sucht sich dann neue Leihwesen. Jason, oh Jason, wie haste dir verändert.

Einen Übergang gibt es diesmal gar nicht. Nicht mal eine Erklärung, wie Jason denn nun aus der Kanalisation im Vorgänger entkommen konnte. Viel mehr wirkt es so, als ob man seinen Ausflug nach Manhatten vollkommen ignoriert. Stattdessen beginnt alles wieder am handelsüblichen See. Eine Polizisten geht undercover als Beute durch ein Haus, bis Jason um die Ecke schießt und sie verfolgt. Sie führt ihn zu einem Platz, wo er alsbald von Scheinwerfern und dutzenden Cops überrascht wird. Darauf geht das muntere Geballere los, bis Jason löchriger als Schweizer Käse ist, und ohnehin wohl schon so gerochen hat.

Seine Leiche (wohl eher die Einzelteile, er wurde nämlich in die Luft gesprengt) bringt man zur Obduktion. Der Glückliche, der damit beauftragt ist, die Leiche zu untersuchen, kommt in seinem Bericht schlussendlich zum Herz (was ungewöhnlich deformiert ist) und frisst es in irgendeinem wahnsinnigen Drang. Einen Stöhner später, tadaa, haben wir unseren neuen Jason im Körper eines schwarzen Obduktionsleiter, der sofort zur Tat streitet und nach Crystal Lake zurückkehrt. Dort bringt er drei Teenager um (die von Jasons Tod gehört haben und sich nun einen Jux daraus machten, indem sie zum alten Camp fuhren)und holt sich wenig später einen neuen Körper.

Wir lernen den smarten Kopfgeldjäger Duke kennen, der aus Gründen, die nicht näher bekannt sind, alles über Jason weiß. Das er sich in andere Körper versetzen kann, dass nur ein Familienmitglied der Vorhees in wirklich vernichten kann, wahrscheinlich weiß der Knabe sogar die Klopapiersorte, die Jason bevorzugt. Der will nun gegen ein Honorar von einer halben Million Dollar sein Glück versuchen und Jason wirklich töten (was gut geklappt zu haben scheint, denn wenig später sitzt er einfach mal so im Knast). Nun hat er aber trotzdem einiges ins rollen gebracht, denn nun wissen wir, dass Jason nicht der einzige seiner Familie ist.

Denn Pamela Vorhees hatte neben Jason noch eine Tochter (die übrigens relativ zu Anfang stirbt), die wiederum auch eine Tochter hat, die zufälligerweise auch gerade eine Tochter bekommen hat, alsooo *denk* Jasons Großnichte. Allerdings interessiert Jason nur seine Nichte, denn mit ihr will er sich fortplfanzen um einen neuen, richtigen Körper für sich herzustellen (wie auch immer), denn die Leihkörper nutzen sich auf Dauer doch schnell ab. Der Exfreund von Jason's Nichte tut nun ebenfalls alles, um seine ehemalige Freundin und seine Tochter vor dem Monster zu bewahren.

Nun, das ist doch mal was nettes. Jason benutzt also fremde Körper, bis die sich abgenutzt haben. Zwar wird das alle alten "Friday"-Fans schocken, der Serie an sich gibt das aber neue Kraft. Der Film hat seine stärksten Momente, wenn sich zahlreiche Männchen daran versuchen, den neuen Jason darzustellen. Das erinnert an alte Sci-Fi-Klassiker in der Blüte ihrer Zeit und unterhält grandios. Die Tatsache, dass hier kaum Teenager mitspielen, ist außerdem Balsam für die Seele. Soweit macht "Jason Goes To Hell" eigentlich alles richtig, was ein Sequel machen kann.

Doch leider nutzt sich der Schuh ab, und Regisseur Adam Marcus überspannt den Bogen der fantastischen Elemente ein bisschen zu sehr. Das nur eine Vorhees Jason töten kann, erklärt zumindest, warum der Killer immer und immer wieder überlebt, dass dies aber am Ende fast wie ein Märchen aufgezogen wird, ist zuviel des guten. Jason's Nichte bekommt plötzlich einen "magischen Dolch"; mit dem sie Jason umbringen soll. Aha? Nur so fährt seine Seele in die Hölle. Aha? Die letzten zwanzig Minuten sind zwar unterhaltsam, aber wegen dieser plötzlichen, magischen EInflüsse habe ich jede Sekunde damit gerechnet, dass Jason den Zauberstab rausholt.

Zudem wirkt das Finale eilig runtergespult, und es wird viel zu viel Zeitraffer benutzt, der die Spannung spürbar mildert. Einige Morde hätten auch etwas besser umgesetzt sein können. Und obgleich der Film durch seine düstere Atmosphäre eine schöne Linie einschlägt, nerven mich die großen, klaffenden Logiklöcher. An welchen Vorgänger soll denn jetzt Teil Neun anknüpfen? Warum landete Kopfgeldjäger Duke im Knast? Warum rückt er Informationen zu Jason nur raus, wenn er dem Fragesteller ein, zwei Finger brechen darf? Und woher kennt der Typ Jason überhaupt? Aus dem Kindergarten, oder was?

Bis auf die Figur des Duke und dem dürftigen Showdown ist "Jason Goes To Hell" aber mitunter das beste Sequel unter der "Friday"-Flagge, und wer fast lückenlos unterhalten werden will, hat hiermit guten Chancen. Das Jason nun deutlich ominöser und fanatsievoller (oder einfach dümmer) wird, mag einige Hardcore-Fans enttäuschen. Aber das ist ein Schicksal, dass alle Horrorfiguren tragen müssen, genau wie mit dem plötzlichen hinzudichten von Familienmitgliedern, damit die Handlung wieder vorangerückt werden kann. Doch eines kann man nicht abstreiten. Der Schlussgag mit Freddy Krueger spitz behandschuhter Hand, die aus dem Boden kommt um Jasons Maske in die Hölle zu nehmen, ist goldwert.

Fazit

Der gute Anfang erinnert an den klassischen Horror alter Schule, und bis dahin könnte "Jason Goes To Hell" der beste Teil der Horrorreihe sein, doch die letzten Minuten schlingert alles wie angetrunken, und das wirre Finale versaut so ziemlich alles.

5,5/10


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