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Speed 2 - Cruise Control (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 1 / 10)
eingetragen am 30.08.2002, seitdem 1561 Mal gelesen



Fortsetzungen haben ja den Hang dazu, die Originale nur dreist zu kopieren und so fast identisch zu Teil 1 zu sein. Nicht so „Speed 2“! Okay, die Handlung wurde nur von einem Bus in ein Schiff verlegt, aber ansonsten hat der zweite Teil nicht viel von Teil 1 abbekommen. Wo da noch Spannung herrschte, gibt es hier nur gĂ€hnende Langweile. Innovationen scheinen ein Fremdwort zu sein. Nichts, was man nicht schon gesehen hĂ€tte.
Das ganze Debakel beginnt eigentlich mit den Hauptdarstellern. Sandra Bullok, der heimliche Star aus Teil 1 wurde in eine Nebenrolle gedrĂ€ngt und muss hier eigentlich nur noch (bis auf eine Ausnahme) hĂŒbsch lĂ€cheln oder mal kreischen, je nach Situation. Außerdem hat man den IQ ihrer Person auf 60 runtergeschraubt (ist ja nur ne Frau....). Ihr mĂ€nnlicher Partner scheint aus dem Modekatalog und nicht aus der Schauspielschule zu kommen. So was wie Ausstrahlung oder Charakter hat dieser KleiderstĂ€nder nicht, er muss einfach immer cool bleiben, aber nicht einmal das gelingt ihm glaubhaft. Dann hĂ€tten wir da noch Willem Dafoe, ein an sich guter Schauspieler, der hier aber anscheinend mit dem falschen Fuß aufgestanden ist und den obligatorischen „Bösen“ zu böse spielt. Da er mit dieser „Ich-bring-euch-alle-um“ Miene schon am Anfang des Films rumlĂ€uft, weiß man sofort, wer hier fĂŒr das UnglĂŒck verantwortlich sein wird. Von der VerrĂŒcktheit und AbgrĂŒndigkeit eines Dennis Hopper aus Teil 1 ist hier nichts mehr ĂŒbrig geblieben, Dafoe wirkt, wie der Rest des Films, einfach nur wie ein schlechter Aufguss des Originals.
Schlechte Schauspieler in Actionfilmen gibt’s hĂ€ufig, und trotzdem machen die Filme Spaß, schließlich geht es nun mal um die Action. Genau das dachte sich auch unser kluger Regisseur und handelte getreu dem Motto: „Lieber eine Explosion zuviel als eine zu wenig.“ Wer hĂ€tte gedacht, dass das schief gehen kann? Das tut es nĂ€mlich voll und ganz, denn wenn selbst ein riesiges Frachtschiff sich in einen atomexplosionsartigen Feuerball verwandelt, nur weil ein kleines Flugzeug gegen seine Antenne stĂ¶ĂŸt, ist das nicht nur unglaubwĂŒrdig und geradezu lĂ€cherlich, sondern auch langweilig und schnell ermĂŒdend. So geht das dann den ganzen Film, Explosion hier, Feuergefecht da und alles gipfelt in einer von der Grundidee gar nicht mal so blöden Szene: Der Luxusliner rast mit voller Fahrt in einen Hafen. Aber wie gesagt, das ist nur von der Grundidee nicht schlecht, die AusfĂŒhrung geht nĂ€mlich voll daneben. Abgesehen davon, dass das Schiff schon hunderte Meter vor dem Hafen auf Grund hĂ€tte laufen mĂŒssen, sieht dieser aus wie eine Miniatur-Pappstatt und nicht wie eine echte Stadt.
Ja, bei dem ganzen Gemeckere hĂ€tte ich fast eines der wichtigsten Bestandteile eines Films vergessen: Die Story. Ja, wo ist sie denn, die Handlung? Die muss mit der Spannung und dem Realismus einen trinken gegangen sein. Denn das ein Irrer einen Luxusliner kapert und nur einer ihn aufhalten kann, das ist nicht direkt neu. Genauer gesagt hatten wir solche Szenarien schon in so vielen Filmen, dass man als Drehbuchschreiber wenigstens etwas neues hĂ€tte reinbringen sollen. Irgendwas. Aber man hofft den ganzen Film lang vergebens auf eine Überraschung oder darauf, dass eine der Klischeefiguren doch noch eine Seite von sich zeigt, die der Zuschauer nicht erwartet hĂ€tte.
Aber trotz allem muss der Autor des Drehbuches doch ein gar lustiger Gesell gewesen sein, denn er hat eine „witzige“ Situation nach der anderen eingebaut. Gleich am Anfang beginnt der Film mit der FahrschulprĂŒfung von Sandra Bullock, die diese natĂŒrlich versaut. Ein Querverweis auf Teil 1 also. Und trotzdem nicht einmal Ansatzweise erheiternd. Oder dann hĂ€tten wir noch die telefonierende Frau im Hafen, die sich immer fragt, warum es so laut ist, wĂ€hrend hinter ihr ein riesiges Schiff auf den Steg zurast. HolĂ ! Welch Situationskomik! Das hatten wir ja noch nie! Außer in unzĂ€hligen anderen Filmen, in denen es ĂŒberall besser funktioniert hat. Denn hier lacht man schon nicht mal mehr darĂŒber, dass der Witz wieder mal nicht funktioniert, hier Ă€rgert man sich schon und fragt sich, warum man mit so einem Stuss seine Zeit sinnlos verplempert.
Daher sei jedem geraten, ob anspruchsvoll oder nicht, von diesem Machwerk der ĂŒbelsten Sorte unbedingt die Finger zu lassen! Da seht euch lieber noch mal Teil 1 an. Der ist zwar auch unrealistisch und anspruchslos, aber wenigstens spannend.
1/10


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