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Dragon - Die Bruce Lee Story (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 27.08.2005, seitdem 609 Mal gelesen



„Dragon“ erzählt die Lebensgeschichte einer starken Persönlichkeit welche erst spät Ruhm und Anerkennung erlangte und auf dem Gipfel des Erfolges auf mysteriöse Weise starb. Die Rede ist von der Kampfsportlegende Bruce Lee (hier verkörpert von Jason Scott Lee). Durch seine revolutionäre Technik und auch heute noch faszinierenden Filmen erlangte er Weltruhm, leider erst nach seinem frühen Tod kurz nach den Dreharbeiten zu „Enter the Dragon“ (Der Mann mit der Todeskralle). Der Einfluss und die Faszination die Bruce auf eine ganze Generation ausübte ist einmalig und ebnete schließlich den Weg für asiatische Schauspieler in Hollywood. Ohne Lee wäre Martial Arts wohl nie so populär geworden, Actiongrößen wie Jet Li oder Jacki Chan würde wohl keiner kennen. Obendrein leistete er einen nicht unerheblichen Beitrag zur Völkerverständigung, das Interesse an fernöstlicher Kampfkunst und Kultur ist bis heute ungebrochen.


Basierend auf dem Buch „Bruce Lee: The Man Only I Knew“ von Bruce Lee´s Witwe Linda, erzählt „Dragon – Die Bruce Lee Story“ die wichtigsten Stationen in seinem Leben. Beginnend mit der Kindheit und frühen Martial Arts Ausbildung, über seine frühen Jahre in Amerika, bis hin zu seiner Schauspielkarriere. Regisseur Rob Cohen gab sich große Mühe die Geschichte gleichermaßen realistisch wie fantastisch zu erzählen. Auch wenn „Dragon“ viel Martial Arts enthält, so ist es doch weitaus mehr als ein Kampfsportfilm. Jason Scott Lee ist zwar nicht mit seiner Rolle verwandt, spielt aber so überzeugend als hätte er sein ganzes Leben nur auf diesen Moment hingearbeitet. Einen wichtigen Teil in Bruce´s Leben spielte seine Frau Linda (Lauren Holly), „Dragon“ ist daher auch eine Liebesgeschichte, die einen wichtigen Teil der Handlung einnimmt. Gleiches gilt für die Rassenproblematik: Als Bruce Lee nach Amerika kommt ist er nur ein gelbhäutiges Schlitzauge, ein Tellerwäscher mit amerikanischer Staatsbürgerschaft. Idole wie James Dean die er lange Zeit bewunderte sieht er nun mit anderen Augen. Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – aber nur für Amerikaner. Es muss schon an Perversion grenzen als Bruce eine Beziehung zu einer Amerikanerin unterhält, Lauras Mutter interessiert mehr die Hautfarbe möglicher Kinder als das gemeinsame Glück der beiden.

Nur mit seinen Können und Verständnis auf Kung Fu erlangt er schließlich Respekt und gründet eine eigene Schule. Nach einem schicksalhaften Unfall ist Bruce ans Bett gefesselt – jetzt hat er Zeit die verschiedenen Kampfkünste Taek-Won-Do, Karate und Kung Fu zu vereinen, eine universelle Form zu bilden und unwichtige Elemente zu entferne, die Geburtsstunde des Jeet Kune Do. Schließlich wird er vom Hollywood-Produzenten Bill Krieger (Robert Wagner) entdeckt, Bruce erhält eine Rolle in der Serie „The Green Hornet“ und wird besonders in Asien schnell ein Star. Immer noch hat Bruce mit Rassenfeindlichkeit zu kämpfen, wenn schon ein Schlitzauge im Fernsehen zu sehen ist, dann aber bitteschön hinter einer Maske. „Green Hornet“ wird schließlich frühzeitig abgesetzt, stattdessen läuft „Kung Fu“ mit David Carradine in der Hauptrolle. Seinen Durchbruch schafft er erst im Land dem er einst den Rücken kehrte, in Hongkong ist die Kato-Show ein Hit und Bruce wird bald zum Filmstar... ein neues Genre ist geboren: der Eastern.

Bruce Lee´s Leben ist einmalig und erhält mit „Dragon“ eine würdige Widmung. Die Faszination die Bruce Lee ausstrahlt kann der Film gut einfangen und vermitteln – mich fasziniert er jedenfalls immer wieder aufs neue. Leider fehlen einige Stationen in Bruce´s Leben, z.B. der Konflikt mit seinem Meister Yip Man als er seine Wing Tsun Künste in Amerika verbreiten wollte. Auch der mysteriöse Tod wird leider nicht thematisiert, bei 120 Minuten Spielzeit kann man aber über einge Lücken hinwegsehen.
Damit die Biographie nicht zu trocken wird ist auch eine Portion Fantasy enthalten. Bruce muß sich seinen Ängsten stellen, verkörpert von einen riesigen Dämon in Kriegergestalt. Diese Szenen sind wie eine Art Vision oder Traum gehalten, ob sie real oder fiktiv sind kann jeder selbst interpretieren.

Einen Punkt den ich unbedingt noch aufführen will ist die Filmmusik. Komponist Randy Edelman hat einen wunderschönen Soundtrack geschrieben der eines Bruce Lee würdig ist. Insbesondere das „Dragon´s Heart Theme“ ist extrem kraftvoll und gleichzeitig melodisch, eines der besten Themes der 90´er.


„Dragon – Die Bruce Lee Story“ ist kein Martial Arts Film sondern eine mitreisende Biographie über eine faszinierende Person. Bruce Lee ist nicht nur der Kämpfer wie man es aus den Filmen kennt, sondern auch Ehemann und Familienvater. Wenn man mit Eastern wenig anfangen kann und bisher keinen Bruce Lee Film gesehen hat, ist dieser Film ein optimaler Einstieg um Berührungsängste abzubauen. Alles in allem kein großer Blockbuster, dafür aber mit Liebe und Hingabe produziert.

„Der Schlüssel zur Unsterblichkeit ist ein Leben gelebt zu haben an das man sich erinnert."


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