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Friedhof der Kuscheltiere (1989)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 17.07.2017, seitdem 75 Mal gelesen



Eine moralisierende, unausgegorene Horror-Parabel

Der Arzt Louis Creed zieht gemeinsam mit seiner Familie aufs Land. Das neue Heim der Creeds steht in der Nähe des so genannten „Pet Sematary“, wo die Haustiere mehrerer Generationen begraben liegen. Die Strasse neben dem Gebäude ist brandgefährlich: In einem Affenzahn zischt Lastwagen um Lastwagen vorbei. Als die Hauskatze Church überfahren wird, wandern Louis und sein Nachbar Jud Crandall in den Wald, um den Kadaver beim Pet Sematary zu begraben. Am nächsten Morgen geschieht das Unglaubliche: Church ist wieder gesund und munter. Wohlweislich verheimlicht Louis seiner Familie dieses kleine Wunder. Doch als die Creeds von einer unerträglichen Tragödie heimgesucht werden, zieht es Louis erneut zum Pet Sematary. Er fordert die natürliche Ordnung zwischen Leben und Tod heraus, mit dramatischen Konsequenzen …

Pet Sematary (1989) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King: eine moralisierende Horrorgeschichte über die Unausweichlichkeit des Todes. Die Regisseurin Mary Lampert liefert uns viele intensive und atmosphärische Momente, wobei auch die Musik von Elliot Goldenthal kräftig mithilft. Das Setting ist äusserst gruselig und in den Schockszenen wird nicht an Blut gespart. Das Drehbuch stammt aus der Feder Stephen Kings und schreitet angenehm flott voran. „Manchmal ist der Tod besser“ – das ist die platte Botschaft des Filmes. Und diese wird dermassen plakativ ausgeschlachtet, dass man sich als Zuschauer übelst bevormundet fühlt. Dieser Fixpunkt erlaubt zwar eine stromlinienförmige Story, vernichtet aber jegliches Mysterium. Alles, was in diesem Film passiert, unterliegt einem durchschaubaren Kalkül.

Lambert hat zuweilen Mühe, den richtigen Ton zu treffen; so manche Szene schwankt ungeschickt zwischen dramatisch, gruselig und (unfreiwillig) komisch. Das ist besonders beim Nebencharakter Victor Pascow der Fall, der den Creeds als Gespenst hilfreich zur Seite steht. Er erinnert an Jacks Geist in An American Werewolf in London (1981), ist aber nicht so klar auf Humor ausgelegt. Während des Finales agieren die Protagonisten fahrlässig bis absolut irre. Die Motivation hinter ihren Handlungen bleiben eindimensional, sodass man sich kaum mit den Figuren identifizieren kann. Das Schauspiel ist durchwachsen. Fred Gwynne als zwielichtiger Nachbar Jud geniesst seine Rolle sichtlich, neigt aber zum Overacting. Und Hauptdarsteller Dale Midkiff als Louis Creed wirkt oft hölzern und unsicher. Denise Crosby als Creeds Ehefrau Rachel zeigt noch die beste Leistung, bleibt aber etwas blass.

Im Finale gleitet der Film ins Slasher-Genre. Das unterhält zwar, bringt die Geschichte aber nur bedingt weiter. Das Ende ist in seinem überzeichneten Wahnsinn geradezu trashig. Trotz des vorhersehbaren Plots vermag Lampert durch stilistische Mittel einiges an Spannung zu erzeugen. Die Katastrophe der Familie Creed wird überraschend direkt inszeniert; da zuckt man schockiert zusammen. Die Horrorszenen werden gekonnt umgesetzt, sind aber manchmal zu theatralisch – etwa bei Rachel Creeds Kindheitserinnerung.

Pet Sematary ist ein solider, aber letztlich unausgegorener Horrorfilm, dem die eigene Botschaft im Wege steht: Sie macht den Streifen zu simpel und belehrend. Die letzte halbe Stunde ist launig, kann das Ganze aber nicht aus dem Mittelmass hinaus stemmen.

6/10


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