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Walk the Line (2005)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 18.02.2006, seitdem 779 Mal gelesen



Was kann ein Mensch sagen, wenn er das Kino verläßt und eigentlich sprachlos ist. Zu Beeindruckt von schauspielerischem Talent, zu beeindruckt von einem mitreißendem Soundtrack, zu beeindruckt vom Leben einer außergewöhnlichen Figur in der Musikgeschichte.

Meine ersten Erfahrungen mit Johnny Cash habe ich mit dem Soundtrack von U-Turn gesammelt. 2 Lieder von ihm sind darin enthalten, einer davon ist der Klassiker "Ring of Fire". In meiner Zivildienstzeit (wo ich mal eigenes Geld verdiente - jetzt Studium) kaufte ich mir ein Doppelalbum mit 40 Songs von Cash. Ich bereue nicht einen Cent. Wenige Monate später starb Johnny Cash, 3 Monate nach seiner Frau.

Ich wusste also worauf ich micht einließ, las ich endlich das Kino betrat, um mir "Walk the Line" anzusehen. Vieles von seiner Biographie wusste ich schon (die Gefängnisaufenthalte, die Drogenexzesse bis zur Selbstzerstörung, der Heiratsantrag vor mehr als 1.000 Zuschauern während eines Konzerts). Nichts wurde verheimlicht, nichts beschönigt.

Cashs (Joaqim Phoenix) Jugend bis zur ersten Ehe wurde gestrafft, nur die prägenden Erlebnisse (Tod des älteren Bruders, die Vorwürfe des Vaters, die Zeit bei der Armee). Man merkt schnell dass diese Ehe nicht gut gehen kann. Seine Frau ist fest im prüden Amerika des mittleren Westen verwurzelt (Mann verdient Geld, Sie Hausfrau, Kinder, Haus) glaubt nicht daran, dass er mit seiner Musik Erfolg haben könnte, Cash soll mit seinem Job als Vertreter die Familie ernähren (der berühmte Satz: "Hello, I'm Johnny Cash" entstammt deser Zeit). Als er Erfolg und Sie das Leben hat von dem Sie immer träumte, soll Cash der liebende Ehemann sein und für die Kinder da sein. Für sein Leben als Musiker interessiert sie sich nicht.

Doch zu dem Zeitpunkt gehört Johnnies Herz bereits June Carter (Reese Witherspoon, bisher von mir total unterschätzt!). Verbunden mit ihr ist die Zeit der Touren durch Amerika, die ersten Drogenkontakte Cashs und natürlich der Erfolg.

Cash betreibt Raubbau an sich, seine Ehe zerbricht, er ist pleite, muss ins Gefängnis. Erst als June zu ihm bekennt kann er geheilt werden bzw. sich selbst heilen, doch heiraten möchte Sie nicht noch einmal. Jetzt beginnt eine glorreiche Zeit, die legendären Auftritte in Folsome Prison bis schließlich das Ja-Wort von June kommt.

Die Beschreibung ist ziemlich gestrafft, aber der Film elektrisiert. Man spürt den Zeitgeist. Die Musik geht durch und durch. Man merkt, das es einen Unterschied ausmacht, ob die Darsteller selbst singen oder ein Playback läuft. Die Kraft, welche die Darsteller in ihre Leistung gesteckt haben ist fühlbar. Schaut euch diesen Film an. Es wird euch genauso gehen, wie den Gefangenen von Folsom Prison. Von diesem Tag an, werdet ihr Johnny Cash nie vergessen.

Im übrigen finde ich es sehr ungerecht, dass hier an der Gesangsdarbietung von Phoenix herumgemäkelt wurde. Natürlich ist seine Stimme nicht so tief wie die von Cash, aber wenn man einen Imitator haben will, kann man auch ins Estrelhotel gehen.
Komischerweise wurde nie die Gesangsdarbietung von Witherspoon bemängelt, obwohl ihre Stimme nicht so hoch wie die von June Carter ist und auch der Gesangsstil nicht 100% getroffen ist (sie singt viel "bratziger" - kann ich nicht anders beschreiben, hört euch Originalmusik von ihr an). Ich möchte damit NICHT die Leistung von Witherspoon schmälern, nur die Kritik an Phoenix relativieren.


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