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Red Wedding Night (1970)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 17.02.2006, seitdem 865 Mal gelesen



Mit einer traumhaften Mordsequenz voll fantastischer Spiegelungen beginnt Mario Bava, bevor er John einführt, seines Zeichens Paranoiker und Frauenmörder, wie er ungewöhnlich freimütig dem Zuschauer bekennt. In seinem Doppelleben ist er einerseits mit seiner Frau Inhaber eines Unternehmens für Brautmoden - das Interieur mit Models, Puppen und eine stets stylische Optik erinnern an den ebenso empfehlenswerten „Blutige Seide“. Inmitten dieser Modewelt stehen John (Stephen Forsyth) und seine ungeliebte Frau Mildred (Dagmar Lassander) im Mittelpunkt, die, zu seinem Unmut, nicht in die Scheidung einwilligt. Währenddessen lebt John seine bizarren Fantasien mit den Models aus, dabei schwenkt die Kamera auch mal ohne Schnitt von realen in surreale Szenen. Der smarte Killer, auf den die Frauen fliegen, huldigt seinem Fetisch der unschuldig wirkenden Brautkleider, gar nicht in sein Bild passt da die anhängliche Mildred, derer er sich vorhersehbar entledigt. Nicht nur das inszeniert Maestro Bava mit einem Augenzwinkern, als Film im Film baut er seinen „Die Drei Gesichter Der Furcht“ ebenso amüsant ein. Das ist alles ganz hübsch anzusehen, doch wer nun glaubt, es handele sich um einen Italothriller im Giallogewand wird überrascht sein, denn ganz und gar nicht geradlinig kippt der Plot in Richtung eines klassischen Geisterfilms. Doch welchen Fan von Bava hat die eine oder andere absurde Idee in seinen Filmen schon gestört, wenn sie denn so ansehnlich auf Zelluloid gebannt wurde. Statt mit einer kunterbunten Ausleuchtung, für die er bekannt ist, spielt Bava mit gelungenen Licht- und Schattenspielen, sowie zum Teil extrem verzerrten Weitwinkeln, die mit außergewöhnlichen Perspektiven der schicken Sets aufwarten. Die Auflösung des Traumas von John ist dann wieder (fast) ganz irdischer Natur, halt bis das der Tod sie scheidet. Die Morde sind, für Bava eher untypisch, zurückhaltend dargestellt, im Vordergrund steht ganz deutlich die Atmosphäre, und die ist gelungen.

Fazit: Sehr atmosphärischer und teils emotionaler Bava mit leichten Ähnlichkeiten zu „Blutige Seide“. Ein schräger Geistergiallo mit leicht komödiantischem Beigeschmack sozusagen. 6/10 Punkten


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