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New York Ripper, Der (1982)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 28.05.2010, seitdem 532 Mal gelesen



Lucio Fulci war in fast allen Kategorien des B-Kinos beheimatet. Ob Dramen, Musicals, Komödien, Softpornos oder Horrorfilme, er war sich für nichts zu schade. Bekannt wurde er allerdings hauptsächlich durch seine Blutorgien, die oftmals auf der Beschlagnahmeliste landeten. Darunter befand sich auch ein legendärer Giallo den er im Jahre 1982 fertigte:

Der New York Ripper

Von vielen Gorehounds wird er aber leider immer wieder nur auf den letzten Mord reduziert, der den Film schließlich auf die 131er Liste brachte. Natürlich gibt es noch weitere Bluttaten, die aber bei weitem nicht die Brutalität des letzten Akts erreichen. Das ist aber absolut nicht alles was es zu sehen gibt. Der eigentliche Hauptdarsteller ist nämlich das Rotlichtmilieu in New York. Wir tauchen ein, in eine kalte Welt voller Neon und Leuchtreklamen. Die angebotenen Liebesdienste sind roh und verkommen. Die Protagonisten innerhalb dieser Welt wirken absolut real. Einsame Menschen am Abgrund der eigenen Seele, die auf der Jagd nach Erfüllung sind. Ob es nun der zwielichtige Grieche ist, der sich in Livesexshows rumtreibt und Frauen hinterhersteigt, oder die etwas betuchtere Dame aus gutem Hause, die bevorzugt mit runtergekommenen Typen ihre Nächte verbringt und ihre Sexabenteuer auf Tonband aufzeichnet um sie ihrem Ehemann zu überbringen. Diese nebensächlichen, aber ausschweifenden Handlungsstränge werden oftmals als Kritikpunkt aufgeführt, weil sie die Haupthandlung nur streifen. Für mich sind sie eher essentieller Bestandteil. Nicht nur weil sie eben die Wege des roten Fadens kreuzen, sondern weil sie einen Großteil der Atmosphäre ausmachen.
Natürlich gehen diese Szenen in den Erotikbereich über, ohne aber als Softporno zu wirken. Vielmehr sagen sie einiges über die Charaktere aus, ohne das man Sie mit Worten erklären müsste. Wir sind bei Fulci nunmal in der Schmuddelecke, aber selten wirkte sie so dreckig wie hier.

Trotzdem ist dies kein intellektueller Report über das horizontale Gewerbe, sondern eben ein Giallo.  Und wo ein Giallo ist, ist auch ein Killer. Ein Killer der einen blinden Hass auf junge Frauen zu haben scheint. Zumindest sind die Morde keine Kurzschlußtaten, sondern eher zielorientiert und geplant. Dabei geht er so bestialisch wie möglich vor. Das perverse ist aber die verstellte Stimme, die er immer wieder verwendet wenn er einen Mord begeht. Er klingt wie ein völlig durchgeknallter Donald Duck, während er seine Opfer tranchiert. Viele fanden die Stimme albern, ich fand sie als Jugendlicher furchteinflößend und auch heute noch finde ich den Einfall genial. Selten wirkte eine Stimme auf mich psychopathischer.

Trotz allem sollte man vorsichtig sein, sofern man den Film nicht schon kennt und liebt. Aus heutiger Sicht wirkt das alles altbacken. Die Goreeffekte können nicht mehr so schocken, da es inzwischen weitaus härteres gibt. Für das ungeübte Auge wird der Film auch sonst nicht viel bieten. Wer sich aber im Genre ein wenig auskennt, sieht eine Perle des völlig humorlosen Schlitzerfilms. Ein dreckiger Meilenstein einer längst vergangenen Zeit.  
 


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