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Inside Man (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 21.03.2006, seitdem 800 Mal gelesen



Nach dem gleichnamigen filmischen Denkmal für „Malcolm X“ und dem intensiven Drama „25 Stunden“ nun einer der kommerziellsten „Joints“, wie Regisseur Spike Lee seine Filme zu bezeichnen pflegt: „Inside Man“. Für diesen eher konventionellen Bankraub-Thriller konnte immerhin eine hochkarätige Darstellerriege verpflichtet werden: neben Charakterdarsteller Denzel Washington (Oscar für „Training Day“ und „Glory“) spielen Clive Owen („Hautnah“), Willem Dafoe („Spider-Man“), Jodie Foster („Flightplan“) sowie Christopher Plummer („The New World“). So liegt es zumindest nicht an der Besetzung, dass der viel versprechende Film am Ende enttäuscht.

Zur Story: Der raffinierte Gangster Dalton Russell (Clive Owen) und ein paar weitere in Maleranzügen vermummte Männer brechen in eine Bank in New York ein, nehmen die anwesenden Angestellten und die Kunden als Geiseln und zwingen diese ebenfalls zur Maskierung. Ihre Forderung: ein Jet zur Flucht. Der unter Korruptionsverdacht stehende Verhandlungsexperte Keith Frazier (Denzel Washington) wird auf den Fall angesetzt und erhofft sich dadurch eine Beförderung. Doch auch der Bankeigentümer Case (Christopher Plummer) hat ein sehr großes Interesse an der Diskretion beim Raub: ein dunkles Geheimnis von ihm könnte ans Tageslicht gelangen…

„Inside Man“ ist ein relativ konventionelles Stück Genrekino geworden. Der Film kann weder durch die wenigen Actionsequenzen noch durch psychologische Feinheiten überzeugen: Es geht schlicht um den perfekt geplanten und ausgeführten Bankraub, welcher auf eine unerwartete und raffinierte finale Wendung zusteuert. Clive Owen als gewitzter Geiselnehmer ist cooler als die Polizei erlaubt und dessen lakonische Gespräche mit dem polizeilichen Verhandlungspartner Denzel Washington sind neben dem Schlusstwist und einigen ironischen Seitenhieben auf Politik und Moralvorstellungen, welche angesichts der angespannten Situation unangebracht wirken (der islamische Bankangestellte wird natürlich zuerst der Täterschaft verdächtigt; der Kidnapper erklärt einem „GTA“-spielenden Kind, dass Gewalt schlecht ist) die kleinen Highlights des Films. Allerdings leidet die Stringenz des Films an Nebenhandlungen, die am Ende schlicht verpuffen. Die zwischengeschnittenen Verhöre der Geiseln und Angestellten in künstlich anmutenden Farben nach der Tat bleiben ergebnislos und ohne Relevanz, das Ende des Films nach überraschender Wendung wirkt gedehnt und führt zu nichts, eine echte Pointe sucht man vergebens. Schade eigentlich, denn „Inside Man“ kommt wohltuend genreuntypisch ohne ein Blutbad aus. Auch die Nebenfiguren um die mysteriöse Madeleine White (Jodie Foster) und Willem Dafoe als Einsatzleiter sind eher unnützes Beiwerk. Abgesehen davon ist Regisseur Spike Lee aber ein hoch spannender und wendungsreicher Thriller gelungen, der vor allem durch seine hochkarätige Besetzung punktet.

Fazit: „Inside Man“ ist ein eher konventionelles Stück Genrekino, welches mit ein paar unerwarteten Wendungen, starken Dialogen und ironischen Seitenhieben zu unterhalten vermag. Leider geht dem etwas zu langem Film am Ende die Luft aus und einige Handlungsstränge sind schlicht unnötig, doch Clive Owen als gewitzter Geiselnehmer ist eine Wucht und der Spannungsbogen ist ordentlich.


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