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Inside Man (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 11.04.2006, seitdem 678 Mal gelesen



Überraschend hochwertiger Banküberfall-Thriller von Spike Lee ("Malcolm X"), der mit einer recht raffinierten Handlung und guten Darstellerleistungen eine Menge Punkte einfahren kann. Zur allgemeinen Überraschung steht entgegen dem aktuellen Kinotrend Action praktisch nicht auf der Speisekarte, "Inside Man" konzentriert sich vielmehr vollkommen auf seinen ausgeklügelten Megacoup, dessen Intentionen lange undurchsichtig bleiben. Selbst die erfahrenen Beamten der Polizei müssen bald einsehen, dass selbst sie nur Spielball des scheinbar mit allen Wassern gewaschenen Gauners sind.
Brachiale Gewalt hat dieser garnicht erst nötig, um seine Ziele zu erreichen. Dementsprechend verhältnismäßig ruhig läuft Spike Lees gegen Ende womöglich einen Tick zu lang geratener Thriller dann auch ab. Es gibt tatsächlich nicht einen einzigen Toten! Dennoch muss man, und das ist gut so, nicht vollkommen auf Action verzichten. Hektik bricht in der besetzten Bank schonmal aus und ein bleihaltiger Zugriff wird immerhin als cool inszeniertes Gedankenspiel gezeigt.
Überhaupt weiss die technische Inszenierung des 120Minuten-Coups durchweg zu gefallen: Die Optik ist schnörkellos und die Polizeitaktiken - neuerdings werden ja regelmäßig ehemalige SWAT-Beamte für den Dreh engagiert - sind sehr realistisch umgesetzt.

Stark spielen auch die meisten Darsteller. Denzel Washington ("Ausnahmezustand") ist wohl garnicht in der Lage, überhaupt einmal schlecht zu spielen. Sobald es eine Coprolle im Angebot gibt - er ist der richtige Mann! Clive Owen ("King Arthur") widerum besticht als durchtriebener Schurke und bleibt auch bis zum Abspann eine mysteriöse Erscheinung. Der Zuschauer erfährt nur sehr wenig über seinen Charakter aber das muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein.
Etwas blasser bleibt Jodie Foster ("Panic Room"), was aber auch zum Teil ihrer kühlen Rolle zuzuschreiben ist. Insgesamt könnte man monieren, dass ihr Part für die Handlung generell nicht zwingend notwendig gewesen wäre und man auf diese Weise die ein oder andere Filmminute hätte sparen können. Den Eindruck einer leichten Überlänge erwähnte ich ja bereits...

Fazit: Ein absolut sehenswerter Thriller mit so mancher Überraschung (Stichwort: Intro) und einer netten Portion Wortwitz, der zur Abwechslung mal nicht die effektorientierte Actionschiene fährt sondern sich auf Charaktere und Story konzentriert. Dass letztlich einmal mehr Nazi-Deutschland seinen Schatten nachwirft, ist Geschmackssache. Auf der einen Seite sicherlich stets atmosphärisch aber auf der anderen Seite auch allmählich eine etwas abgedroschene Angelegenheit. Hier hätte man auch mal kreativer sein können...


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