Ansicht eines Reviews

Inside Man (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 1 / 10)
eingetragen am 28.05.2006, seitdem 2187 Mal gelesen



Langweilig und dumm. Schlecht produziert, unsinnig in den Behauptungen und wenn man endlich hofft, dass der Film zu Ende ist, geht er weiter und weiter und weiter.
Wer jedenfalls dachte, dass Jodie Foster in keinem schlechtem Film mitspielt – kann bei Inside Man etwas dazu lernen.

Ansonsten geht es um einen „perfekten“ Banküberfall. Perfekt, weil der Hauptdarsteller (Clive Owen) so unglaublich schlau sein soll. Tatsächlich beginnt der Film sehr eindringlich und vielversprechend. Aber gleich danach kommt die erste Beliebigkeit: Die Linernotes sind unterlegt mit Bollywoodmusik. Ist man etwa im falschen Film?
Nein, die Musik ist extrem untypisch aber einfach so ausgewählt, ohne dass der Regisseur irgendetwas damit aussagen will. Das geschieht auch bei etwa 100 weiteren überflüssigen und nichtssagenden Szenen.

Der eigentlich Banküberfall ist dann auch noch recht klassisch und verbrät eigentlich nur eine neue Idee. Viel zu wenig für über zwei Stunden Film. Dabei ist besonders enttäuschend, dass es wirklich nur diese eine Idee gibt und die Idee bereits nach 20 Minuten genau so zu sehen ist und dann schließlich in genau dieser Form durchgezogen wird. Das ist witzlos und langweilig!

Aber das ist nicht das Einzige, worüber man sich ärgern kann. Es gibt eine unglaubliche Anzahl an überflüssigen und dümmlichen Dialogen. Nichts davon treibt die Handlung voran. Wenn beispielsweise einem Sikh der Turban abgenommen wird, meckert er zwei Minuten , dass ihm der Turban abgenommen wurde – mehr sagt er nicht.

Aber es geht auch richtig blöd. Dazu muss man sich nur mal die Bullen angucken. Die sind erst einmal allesamt in irgendeiner weise korrupt, benehmen sich tölpelhaft, werden ausgetrickst und vorgeführt. Echte Nullchecker, über die sich der geschichtslose Gangster meilenweit in die Lüfte erheben kann. Auch das ist langweilig – nicht in geringster Weise ein Kampf unter „Gleichberechtigten“.

Die einzige Person, die dem Obergangster das Wasser reichen kann, ist: Jodie Foster. Aber was ist das?

Als der Film schon eine ganze Weile läuft taucht sie urplötzlich wie "Kai-aus-der-Kiste" auf. Ein Skriptfehler, wie man ihn sonst nur aus Pornofilmen kennt.
Ähnlich sorgfältig geplant und in die Handlung eingebunden ist auch ihr weiterer Auftritt als Superdetektivin. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fehlt dem Film jegliche Realitätsnähe.
Denn Foster überzeugt ihre Gesprächspartner im Film mit einer an Peinlichkeit grenzenden Leichtigkeit, die frei von jeglicher Pfiffigkeit oder intelligenten Wortwahl ist. Traurig aber wahr: Ihre Präsenz und ihre Ausstrahlung sind bei diesem lächerlichen Drehbuch reine Verschwendung. Doch damit steht sie nicht alleine, auch Willem Dafoe und Denzel Washington bleiben in diesem albernen Filmchen deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Armselig und unsorgfältig sind außerdem die Außenaufnahmen. Hier erkennt jeder Laie sofort die Studiokulisse. Einmal wird eine Absperrung gesetzt und man sieht förmlich die Filmklappe, nach der die Komparsen zurücklaufen. Das nimmt dem Film schließlich jeglichen Rest an Glaubwürdigkeit und Spannung.

Ein ganz alberner spannungskillender Einfall ist auch ein Telefonat von einem der Polizisten mit seiner Freundin. Dabei kriecht er vor der Bank, aus der geschossen wurde, in kugelsicherer Weste herum; und sie hat ĂĽberhaupt keine Angst um ihn, sondern freut sich entspannt darauf, dass er nach Hause kommt, wenn alles zu Ende ist.

Peinlich ist bei Inside Man auch das fehlende Wissen über die Arbeitsweise in Banken. Diskretion und Sicherheit gibt es hier nicht. Scheinbar kann sich jeder mühelos eine Liste von Besitzern der Bankschließfächer beschaffen. Die Polizei kann sogar mühelos eine Komplettliste anfordern und darf jedes Fach öffnen. Dass die Schließfächer dann auch noch babyeinfach mit Sicherheitsnadeln geöffnet werden können ... ja, wenn das alles so einfach wäre, dann könnte man sein Geld ja auch gleich auf die Straße legen, da wäre es genauso sicher aufgehoben, wie in dieser Bank. Als Zuschauer fühlt man sich bei solchen Szenen einfach nur verarscht.

Aber nicht nur peinlich, der Film ist in mancher Hinsicht auch bedenklich. Vor allem seine Darstellung des Tatbestands Geiselnahme. Denn so wie es gezeigt wird, Ist das eine harmlose und jederzeit wiederholbare Aktion. MitgefĂĽhl mit den Geiseln gibt es nicht - Aber wie fĂĽhlt man sich eigentlich als Geisel?
In moralischer Hinsicht hat Regisseur Lee also trotz erweitertem Budget nichts dazugelernt. Bei „25 Stunden“ erzählte er, dass Heroin dealen ok ist.
Jetzt erzählt er, dass man mit reinem Gewissen klauen kann (natürlich nur von den richtigen Leuten) und dass Geiselnahmen ok sind (im Gegensatz zu brutalen Computerspielen ... also gänzlich frei von moralischen Gedanken ist Spike Lee nicht).
Vielleicht lernen wir in seinem nächsten Film, dass es ok ist, wenn man tötet (wenn es die Richtigen trifft). Hurra!

Jedenfalls ist vieles bei dem Film durcheinander und verkehrt. Die wichtigste Frage „woher hast du das eigentlich gewusst?“ beantwortet der Film nicht und dadurch wirkt die Genialität des Gangsters bestenfalls bemüht. Der Banküberfall selber ist noch nicht einmal mitreißend inszeniert, sondern wirkt stets sehr distanziert. Dadurch wird es nie spannend, stattdessen oft langweilig.

Zusammengefasst: Trotz Jodie Foster ist „Inside Man“ ein Film, den man wirklich nicht gesehen haben muss. Wegen seiner zahlreichen Schwächen kann man ihn auch niemanden empfehlen.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "art" lesen? Oder ein anderes Review zu "Inside Man (2006)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von art

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

367 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Slum Fighters (1977)
Darkweb - Kontrolle ist eine Illusion (2015)
Sieben Minuten nach Mitternacht (2016)
Schneemann (2017)
Shrine, The (2010)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich