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16 Blocks (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 22.04.2006, seitdem 806 Mal gelesen



Als Filmemacher hat man die Wahl: Entweder eine Produktion ist auf Innovationen aufgebaut oder es werden altbekannte Erfolgsformeln neu angewendet. Das Gelingen ist mit einem Tanz auf der Rasierklinge verbunden – die Umsetzung ist entscheidend. Drehbuchautor Richard Wenk und Regisseur Richard Donner setzen bei „16 Blocks“ auf das alte, routinierte Pferd, von dem man weiß, was es für eine Leistung bringen kann.

Da wären jede Menge korrupte Cops, die einen Kronzeugen zur Strecke bringen wollen, weil er zu viel weiß. Die klassische Gefangenenüberführung ist die Grundlage für einen rasanten Thriller innerhalb von 16 Blocks, der Distanz zwischen Department und Gerichtsgebäude. Action und Thrill auf begrenztem Raum – alle gegen zwei.

So simpel und plump die Grundkonstellation auch sein mag, die Macher setzen auf eine ansprechende Umsetzung, die vor allem mit klassischen Elementen der Filmkunst erreicht werden soll – Schauspiel und Inszenierung. Bruce Willis spielt den Antihelden Jack Mosley, ein Cop, den niemand mehr respektiert, alkoholabhängig, in die Jahre gekommen und körperlich beeinträchtigt. Der Kronzeuge Eddie Bunker alias Mos Def hält als etwas klischeehafte Labertante den Witz aufrecht und dient in erster Linie als krasser Gegensatz zu Mosley. Die Chemie zwischen beiden sorgt dabei in der Tat des Öfteren für Unterhaltungswert. Auch wenn das Ganze keinen frischen Wind erzeugt, beide Schauspieler erfüllen den jeweiligen Part mit Elan und tragen „16 Blocks“ auf ihren Händen.

Hinzu kommen inhaltliche Fragen, die den Film hinsichtlich der Charakterisierung interessant und alles andere als oberflächlich erscheinen lassen. Können Menschen sich ändern?? In diesem Punkt sind sich die beiden Protagonisten gar nicht fern. Dass Mosley den wichtigen Zeugen bis aufs letzte Hemd verteidigt, stellt alle, auch seine Kontrahenten, vor ein Rätsel. Ist es Bunker wirklich wert?? Was treibt ihn an?? Reden kann man viel, letztendlich ist die Wahrheit dessen, das, was man tut. Jack handelt, er rechnet mit seiner eigenen Vergangenheit ab. Bunker träumt von der Zukunft und hat ebenso ein Ziel – der Neuanfang. Das treibt beide zu einem Kraftakt, den ihnen niemand mehr zugetraut hätte. Zwei gegen die korrupte Fraktion der New Yorker Polizisten. Sind alle Mittel recht, um das richtige zu tun? Darf man zu rabiaten Methoden greifen, um für Recht und Ordnung zu sorgen? Sechs Cops, die der Stadt New York gedient haben, stehen wegen der Aussage eines Kleinkriminellen vor dem Aus. Was ist richtig und falsch? Obwohl die Sympathien klar verteilt sind, werden auch die Jäger nicht nur als skrupellose Stereotypen dargestellt. Schließlich erfährt man, dass auch Mosleys Geschichte nicht unbefleckt ist. Können Menschen sich ändern?

Auch wenn „16 Blocks“ trotzdem nicht sonderlich innovativ ist, mit Hilfe der überzeugenden, couragierten Leistung der Protagonisten haben alte Fragen eine neue Aktualität. Man steuert nicht von einer Pointe in die nächste, aber der Film entwickelt seinen Reiz, indem sich die Macher auf das Wesentliche konzentrieren.

Für den Rest sorgt Richard Donner selbst. Die Umsetzung des Ganzen ist oldschool, ohne CGI Technik und neuzeitlichen Methoden. Gut getimte Schnitte und eine rasante, aber übersichtliche Kameraführung erzeugen nicht nur bei Schießereien und Verfolgungsjagden schwindelfreien Realismus, fernab verwackelter Bilder und modernen Hirngespinsten. Spannung und Authentizität kann auch auf konservative Art und Weise erzeugt werden, das beweisen Donner und Co. mit ihrer Art der Umsetzung des Drehbuchs.

So wird man letztendlich gut unterhalten – keineswegs durch eine frische Prise, sondern mit Routine und funktionierenden Grundelementen des Films, wie Schauspiel und Inszenierung. „16 Blocks“ zeigt, dass auch die Neuauflage eines Bestsellers überdurchschnittlich sein kann. (6,5/10)


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