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16 Blocks (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 24.04.2006, seitdem 600 Mal gelesen



Bei der Frage, ob "16 Blocks" eine Botschaft hat, antwortete Bruce Willis (Sin City) in einem Interview wie folgt: "Wenn sich jemand die Mühe macht, ins Kino zu gehen, ist es unsere Aufgabe, ihn zu unterhalten. Botschaft? Das ist doch nur was für Dokumentarfilme."

Schön zu sehen, dass Bruce Willis auch noch im fortgeschrittenen Alter auf der "We love to entertain you"-Schiene fährt und auch schauspielerisch im Gegensatz zu Kollegen wie Stallone nicht nachlässt. Wenn man es so will, dann hat "16 Blocks" dennoch eine Botschaft. Und zwar die, dass sich jeder Mensch ändern kann.

Lange Dienstjahre haben den NYPD-Cop Jack Mosley (Bruce Willis) resignieren lassen. Auch körperlich ist er ein Wrack. Nach einer öden Nachtschicht will Jack nur noch nach Hause. Auf dem Weg soll er noch schnell den inhaftierten Zeugen Eddie Bunker (Mos Def) ins 16 Blocks entfernte Gericht überführen. Mosley ist genervt, zumal der Kleingauner unentwegt quatscht. Aber unterwegs wird ein Attentat auf Eddie verübt. Mosley reagiert blitzschnell und rettet seinen Gefangenen. Er ruft Verstärkung, aber schon bald wird ihm klar, dass sein Partner Frank (David Morse) und einige andere Kollegen selbst hinter der Sache stecken...

Nach schauspielerischen Tiefs wie "Tränen der Sonne" schaffte Bruce Willis letztes Jahr mit "Hostage" und "Sin City" wieder den Aufschwung, den er in "16 Blocks" beibehalten kann. Doch hier mit Willis keine strahlenden Helden, der in Schwierigkeiten steckt, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort aufkreuzt. Der von ihm gespielte Mosley ist ein gebrochener Charakter, den gerade die Probleme vorm Verlust seiner Ideale retten. Eine hervorragende Leistung von Action- und Charakterdarsteller Willis. Als zu überführenden Zeugen hat man mit Mos Def (Showtime) mal wieder eine Rapper gecastet. Glücklicherweise kommt Mos Def bis auf den Anfang überwiegend sympatisch rüber und sein Gelaber stört nur minimal. Rappende Möchtegern-Schauspieler wie Ja Rule und Redman können sich demnach an ihm ein Beispiel nehmen. Der lokale Schurke wird von David Morse (Getaway) dargestellt, der diesen Job ordentlich über die Bühne ziehen kann.

Mit "16 Blocks" hat Regie-Veteran Richard Donner (Assassins) ein unfreiwilliges Remake des Clint Eastwood-Streifens "Der Mann, der niemals aufgibt" insziniert, das größtenteils a'la "24" in Echtzeit erzählt wird. Dabei ist die Handlung an sich nicht wirklich neu, doch Donner schafft es sie spannend zu verpacken, wenngleich er sich mit der Action etwas zurückhält. Somit sucht man Dauergeballere wie in "Lethal Weapon" oder "Stirb langsam" vergebens. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht auch die eine oder andere härtere Sequenz zu bewundern gäbe. Vor allem Mosleys Verhinderung des ersten Anschlags kommt da recht knackig rüber. Und alles zudem schön old-school... das macht schonmal Laune. Von der Handlung her könnte man auch von einem Buddy-Movie in "Lethal Weapon"- oder "Nur 48 Stunden"-Manier ausgehen, zu dem "16 Blocks" aber zu keiner Zeit wird. Zwar können Mosley und Bunkers sich anfangs auch nicht riechen, müssen dann aber gezwungenermaßen zusammen arbeiten. Ein reines Buddy-Movie ist der Film damit dennoch nicht. Vielmehr ist "16 Blocks" ein Thriller, der seine Charaktere sowohl auf der psychologischen als auch auf der physischen Ebene fordert. Dabei wird es zwar auch etwas moralisch, aber kaum kitschig. Natürlich kann ein Mensch sich ändern, und einige mögen auch Omen an jeder Ecke sehen, doch spielt das eher eine sekundäre Rolle. Hauptsächlich konzentriert man sich auf den Wettlauf gegen die Zeit der beiden, in der auch eine Busszene nicht fehlt, die Erinnerung an eben den oben besagten Eastwood-Streifen weckt. Wenigstens sind die Bullen hier nicht auf den Mund gefallen, weshalb rasch dem Bus die Reifen weggeballert werden, während man in der Eastwood-Variante unnötige Munition verschwendete ohne auch nur einmal auf die Reifen zu zielen. Musikalisch hat man hier auch nicht verkehrt gemacht und heroische Klänge sowie Rap-Einlagen wurden zum Glück vermieden, da diese nicht zu der realistisch gefilmten Atmosphäre gepasst hätten. Und obwohl Mosley selbst Dreck am Stecken hat, endet der Film in einem Happy End, wo Richard Donner selbst mal kurz vorbei schaut und Bunker einem in mit Weißer Riese gewaschenen Bäcker-Klamotten entgegen grinst.

Alles in allem ein würdiger Willis-Streifen, wo Bruce gekonnt gegen sein "Stirb langsam"-Image ankämpft und Donner zeigen kann, dass mit ihm auf der großen Leinwand noch zu rechnen ist. Trotzdem würde man noch gerne einen weiteren "Stirb langsam"- und "Lethal Weapon"-Streifen sehen. Das wäre dann auch nur eine Frage der Inszinierung, Drehbücher und Darsteller, damit diese genauso wenig floppen wie dieser Beitrag der Action-Veteranen Willis und Donner.


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