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16 Blocks (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 05.06.2009, seitdem 533 Mal gelesen



Die B-Produktionsfirma Millenium unter Avi Lerner, Trevor Short, Danny Dimbort und Boaz Davidson, wagt sich hier an ihren ersten Kinofilm. Mit Regiseur Richard Donner (Lethal Weapon) und Hauptdarsteller Bruce Willis konnte man sich zwei dicke Fische angeln, die "16 Blocks" auf jeden Fall sehenswert machen. Dabei war es um Richard Donner ruhig geworden. Nach dem grandiosen "Lethal Weapon 4" lie√ü er es ruhig angehen, lange kursierten Ger√ľchte √ľber einen f√ľnften Teil, die wohl entg√ľltig gestorben sind. Zwischendruch inszenierte Donner "Timeline", bevor er dann zu "16 Blocks" kam. Und man merkt immer noch, dass sich Donner in diesem Genre heimisch f√ľhlt. Zwei unterschiedliche Charaktere m√ľssen sich zusammenfinden, aber statt Humor gibt es hier nur vereinzelt trockene Onliner von Willis. "16 Blocks" ist kein ganz gro√ües Kino, aber ein astrein inszenierter Actionthriller.
Detective Jack Mosley (Bruce Willis) ist k√∂rperlich v√∂llig ausgebrannt. Er h√§ngt an der Flasche, hat ein kaputtes Bein und will eigentlich nicht mehr. Jetzt bekommt er den Auftrag den Dieb Eddie Bunker (Mos Def) zum Gerichtsgeb√§ude zu schaffen, damit er dort seine Aussage machen kann. Den Beiden bleiben daf√ľr 118 Minuten Zeit. Doch Eddie soll dort gegen einen korrupten Cop aussagen und dessen Kollegen haben etwas dagegen. Selbst Jacks langj√§hriger Freund und Partner Frank (David Morse) ist bald hinter dem Duo her. Doch Jack will Eddie beim Gericht abliefern, koste es was es wolle.

Den Plot um korrupte Cops gibt es einfach schon zu oft, daher sind auch keine √úberraschungen zu erwarten. Aber Donner setzt das Geschehen sehr real in Szene und macht die beiden Hauptcharaktere interessant. Es gibt hier keine Helden, Jeder hat Dreck am Stecken und Mosely verwandelt sich auch nicht vom Loser in einen Superhelden. Eigentlich ist Mosley sogar selbst Schuld, dass man so schnell in Kontakt mit dem Feind kommt. Seine Alkoholsucht zwingt ihn zum Anhalten und schon sind die Verfolger zugegen. Auch macht Mosley einige Fehler, so kann man ihn durch das Handy orten, bevor er es merkt, ausserdem wird er bald angeschossen und aus Not kapert er mit Eddie sogar einen Bus und nimmt sich Geiseln.
Zwischen den kurzen Schusswechseln und Hetzjagden √ľber die Strassen, durch H√§user und Keller, nimmt man sich immer wieder ein wenig Zeit, um sich besser kennenzulernen. Die Beiden verstehen sich immer besser, aber ihre Chancen stehen immer schlechter das Gerichtsgeb√§ude lebend zu erreichen. Donner setzt dabei auf knackige Shootouts und eine Busverfolgungsjagd mit einigen Sachsch√§den. Aber alles ist sehr realistisch gehalten und artet nicht aus. Im Finale schl√§gt "16 Blocks" noch einen kleinen Haken, den man so nicht erwartet h√§tte.
Bruce Willis beweist hier Mut zur Hässlichkeit. Mit Hängebauch, scheusslicher Frisur, unpassendem Schnauzer und bleicher Haut sieht er gleich ein paar Jahre älter aus. Seinen wortkargen Charakter verkörpert Willis perfekt und spielt damit sogar den charismatischen David Morse an die Wand. Mos Def macht seine Sache auch gut, quatscht nur viel zuviel.

Spannender Actionthriller mit einem tollen Bruce Willis, aber zu altbackener Story. Meistens ist "16 Blocks" vorhersehbar, in manchen Szenen auch ein wenig dialoglastig. Aber Richard Donners Inszenierung fesselt und die Wendung gegen Ende √ľberzeugt. Ein brauchbares Kinodeb√ľt f√ľr Millenium.


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