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Aladdin (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 30.08.2013, seitdem 290 Mal gelesen



"Wenn die Mäuse fehlen muss man eben stehlen. Wollt ihr mir das nicht verzeihn?"

Im arabischen Königreich Agrabah schlägt sich der gutherzige Straßenjunge Aladdin mit seinem Affen Abu mit kleinen Diebstählen durch, stets von der Palastwache verfolgt. Eines Tages begegnet er Prinzessin Jasmin, die sich in einer Verkleidung unter das Volk gemischt hat. Ihr liegt es fern den Richtlinien ihres Vaters, dem Sultan, zu folgen und einen Prinzen zu heiraten, den sie nicht liebt. Durch ihre höfliche Herkunft gerät sie auf dem freien Markt in Schwierigkeiten und Aladdin, der sich sofort in sie verliebt, rettet sie. Viel Zeit bleibt den beiden nicht, denn der Großwesir des Sultans Dschafar und sein Papagei Jago trachten nach einer Wunderlampe, die nur Aladdin aus einer Höhle bergen kann. Er lässt den Straßenjungen verhaften und lotst ihn zur Höhle. Als Aladdin die Lampe an Dschafar übergeben will, fällt jedoch die Höhle zusammen. Allein mit Abu erforscht er die Lampe und weckt Dschinni, der ihm 3 Wünsche gewährt.

"Aladdin" gehört zu den am höchsten angesehenen Zeichentrickfilmen von den Walt-Disney-Studios. Die Story wird rasant und abenteuerlich erzählt, wobei ein hoher Actionanteil und die überzeichneten Figuren einen betont modernen Kontrast zu den klassischen von Disney verfilmten Märchen wie "Schneewittchen" oder "Dornröschen" bilden. Dennoch baut sich nebenbei auch eine Romanze auf und selbst die Moralkeule um Freiheit und Gutmütigkeit bleibt nicht fern. Glücklicherweise stören weder die verbreitete Botschaft noch die sehr klassische Liebesgeschichte das Konzept.

Die Charaktere gehören zu den beeindruckendsten, was das Hause Disney selbst Jahre später noch zustande gebracht hat. Dabei geht es weniger um die Animation sondern um deren Inhalt. Sämtliche Figuren sind schlicht und einfach verständlich, durchgehend sympathisch und erfüllen ganz und gar ihre Rolle, egal ob als Bösewicht, Lachnummer oder emotionale Führung.
An Witz, Phantasie und Personenmöglichkeiten übertrifft der Flaschengeist Dschinni alle, was natürlich an seiner Wandlungsfreiheit liegt. Der Film nutzt die sich ihm bietende Freiheit weidlich aus, läßt Dschinni mal als Arnold Schwarzenegger die Muskeln spielen, mal als Jack Nickolson mit Sonnenbrille verheißungsvoll grinsen oder als Robert de Niro labern. Mit der Sprecherstimme von Robin Williams im originalen Ton ist dem Disneykonzern hier der wohl glücklichste Personenfang gelungen, könnte man sich doch keinen anderen Schauspieler vorstellen, der mit seiner Stimme soviel Tempo und Witz in die Figur legte.
Doch auch den anderen Figuren nimmt man ihre Funktion sehr wohl ab. Der gute Sultan mit seiner väterlichen Art paßt ebenso zu seiner kugelförmigen Optik, wie der jugendliche Aladdin, der mit Zuversicht in eine gute Zukunft blickt. Sämtliche weiteren handlungstragenden Figuren erweisen sich als ähnlich lebendig.

Der Humor spielt eine wesentliche Rolle. Durch situative Komik, Wortspielereien und comicartig überzogenen Brachialhumor, steckt eine Menge Abwechslung in "Aladdin", die Groß und Klein gleichzeitig bedient und gerne mal hochfrequentiert zum Lachen bringt.
Neben den humorvollen, witzigen und lebhaften Szenen gibt es auch düstere, unheimliche und auch traurige. Dem Disney-Film gelingt es aber, nie in eine nachdenkliche Stimmung abzugleiten, sondern den Zuschauer mit einer zufriedenen Grundstimmung zu erfüllen.

Die Filmmusik und die Songs unterstützen die orientalische Atmosphäre von Beginn an. Variantenreich beglücken effekt- und schwungvoll lebensbejahende Stücke, aber ebenso ruhige und besinnliche Balladen das Ohr.
Der erstmalige Einsatz von Computeranimationen in einem Disney-Film wirkt zwar stellenweise etwas holprig, ermöglicht aber eindrucksvolle Kamerafahrten durch Höhlengänge und Palastgewölbe. Die Zeichnungen sind bunt und sehr detailreich.

"Aladdin" ist ein rasanter, sehr humorvoller Disney-Klassiker. Der Zeichentrickfilm ist so unglaublich spritzig, immer wieder überraschend und derart temporeich, dass man sich als Zuschauer gerne völligst auf die durchweg wunderbaren Charaktere einlässt und alles um sich herum vergisst. Die Mischung zwischen vielseitigem Witz, spannender Handlung und dichter Atmosphäre lässt "Aladdin", trotz technischer Schwächen, auch nach Jahren noch frisch und unverbraucht wirken.

10 / 10


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