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Unendliche Geschichte, Die (1984)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 20.04.2009, seitdem 1016 Mal gelesen



Es gibt einige Momente aus der Kindheit, an die man sich lebhafter erinnert, als an andere. Bei mir war das unter anderem ein Tag mit meinen Eltern in den Bavaria Film-Studios und dort insbesondere die Abteilung der "Unendlichen Geschichte". Ich seh mich noch auf dem Glücksdrachen Fuchur sitzend durch die Lüfte fliegen oder fasziniert auf das Bild des Palastes der kindlichen Kaiserin starren (Der Palast aus der Ferne wurde tatsächlich nur durch ein Bild mit einer an der Spitze desselben befindlichen Glühbirne dargestellt)

Bastian (Barret Oliver) ist einer der Jungen, die es nicht einfach haben im Alltag und in der Schule. Der kleine mit der großen Fantasie wird immerzu von seinen Klassenkameraden gequält und schikaniert. Als er sich wieder einmal auf der Flucht vor seinen Peinigern befindet, sucht er Zuflucht in einem antiquaren Bücherladen beim alten Karl Konrad Koreander (Thomas Hill) und findet sogleich Interesse an dem Buch „Die unendliche Geschichte“ und „borgt“ sich dieses aus. Noch ahnt er nicht, das dieses Buch sein ganzes Leben grundlegend ändern soll.
Bald schon merkt Bastian, sich nach der Schule auf deren Speicher zum lesen zurückziehend, dass er nicht nur ein fesselndes Buch vor sich hat, sondern das auch er ein Teil des Buches und der Geschichte um Atreyu (Noah Hathaway), den Luftdrachen Fuchur, die kindliche Kaiserin (Tami Stronach) & die vielen anderen Fantasiefiguren Phantasiens ist. Gibt es noch Rettung für diese wundersame Welt und bringt Bastian genügend Mut für selbige auf, oder ist sie schon dem Untergang durch das Nichts geweiht, welches immer größere Teile Phantasiens verschwinden lässt?...

Der deutsche Wolfgang Petersen schuf 1984 mit „Die unendliche Geschichte“ den vielleicht besten Fantasyfilm aller Zeiten, auf Grundlage des ebenso faszinierenden Buches vom wunderbaren Michael Ende. Zwar gab es auch weitere tolle Fantasyfilme, wie Krull, Willow, die beiden Conan-Teile, oder auch den relativ unbekannten „Der Zauberbogen“, doch erst 2001 sollte ein Mann namens Peter Jackson mit einer anderen Fantasy-Literaturverfilmung auf der Bildfläche erscheinen, die bei mir mit der „Unendlichen Geschichte“ nahezu gleichziehen konnte.

Die Vorlage von Michael Ende führt die ganze Geschichte zwar noch ein gutes Stück weiter, soll heißen, es fehlt ein nicht unbeträchtlicher Teil des Buches, was aber in diesem Fall der Verfilmung in keinster Weise schadet, da der Film trotzdem rund und komplett wirkt.

Die Fantasiefiguren sind alle wunderbar dargestellt, vom Nachtalb, dem Winzling, über Fuchur, den Steinbeisser und bis hin zum gruselig bösen Werwolf Gmork oder der uralten Riesenschildkröte Morla. Aber auch die menschen(ähnlichen) Rollen sind bis in die kleinste wunderbar durch weitgehend unbekannte Schauspieler besetzt. Die kindliche Kaiserin beispielsweise war damals zum verlieben süß dargestellt von Tami Stronach (Ihr wurde nach dieser Rolle von den Eltern verboten, weitere anzunehmen) und auch beim schüchternen Bastian wurde mit Barret Oliver die optimale Wahl getroffen. Leider war all den fantastischen Schauspielern die große Filmkarriere nach der unendlichen Geschichte verwehrt geblieben und so hat man nicht viel nennenswertes mehr von ihnen gehört bzw. gesehen, was sehr schade ist.

Die beiden unnötig erschienenen Fortsetzungen, die zwar Michael Ende im Gegensatz zum einzig wahren Original besser zugesagt haben, sowie auch die Miniserie kommen leider mitnichten an die 84er Verfilmung ran und können ohne schlechtes Gewissen links liegen gelassen werden.

Ich für meinen Teil freu mich auch ein viertel Jahrhundert später jedes mal aufs neue, wenn auch ich wieder für 1 ½ Stunden ein Teil der unendlichen Geschichte werde und Bastian & Atreyu auf ihrer abenteuerlichen Reise begleiten darf – Ganz klare Empfehlung an Jung und Alt für den Film & natürlich auch für das Buch, um die vielen weiteren Wesen Phantasiens kennenzulernen.

Volle Punktzahl


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