Übersicht über das Genre Horror

Horrorfilm: Genre, das in der Regel dem Bereich des Phantastischen Films zugeordnet wird.[1] Der Horrorfilm verfolgt – in unterschiedlich starker Ausprägung – das Ziel, dem Publikum ein Gefühl des Schauderns oder Schreckens zu vermitteln. (Weiterlesen) Auslöser dieses Gefühls war zunächst das Fremde, die klassischen Halbwesen: Tiermenschen, Vampire, Geister... später auch das Eigene: die engsten Mitmenschen, das Abjekte des (eigenen) Körpers und gar der Wahn der eigenen Psyche.


Dem Horrorfilm geht eine lange lit. Tradition voraus, auf die sich seine Themen & Motive stützen und deren Beginn man gemeinhin in der engl. Gothic novel und dem dt. Schauerroman gegen Mitte/Ende des 18. Jh.s sieht. Die Gothic novel bringt dabei zwei verschiedene Schulen hervor: die School of terror, zu der die frühen Werke von A. Radcliffe zu zählen wären, welche wunderbare Ereignisse mit natürlichen Erklärungen versehen, und die School of horror, die mit M. G. Lewis' Roman "The Monk" (1796) beginnt und auf natürliche Erklärungen ebenso verzichtet, wie sie zugleich skandalöse & sadistische Elemente ausreizt. Lewis' Roman – von der deutschen Schauerliteratur beeinflusst – beeinflusste seinerseits die späteren Gothic novels und den Schauerroman erheblich. Über den ab Lord Byron & W. Polidori einsetzenden Boom an (nicht selten sexuell aufgeladener, doppeldeutiger) Vampirliteratur – kulminierend im Penny dreadful "Varney the Vampire" (1845) und B. Stokers "Dracula" (1897) –, die viktorianischen Geistergeschichten Le Fanus, die "Nachtstücke" E. T. A. Hoffmanns, die "Contes cruels" Villiers de L'Isle-Adams oder die "Tales of the Grotesque and Arabesque" E. A. Poes hat die Horrorliteratur im 19. Jh. einen festen Korpus gewonnen, zu dessen Repertoire noch Tier- & Kunstmenschen, lebende Statuen, Teufel, Hexen, Erscheinungen & Visionen, Verwandlungen & Doppelgänger, sowie – teilweise auch völlig ohne wunderbare Elemente – Martern & makabere Situationen zählen, während zu den Autoren zahlreiche Namen der Weltliteratur gehören. Poe wird dabei häufig als "Vater der modernen Horrorgeschichte"[2] bezeichnet. Doch weder der Begriff der Horrorliteratur, noch der Begriff der Phantastischen Literatur (und selbst der Begriff des Schauerromans) wurden einer einheitlichen, allgemeinverbindlichen Definition unterzogen.[3]

Die Problematik der Definition betrifft auch den Horrorfilm. Zunächst ist anzumerken, dass der Horrorfilm als fester Terminus lange Zeit gar nicht etabliert ist. Die Illustrierte Film-Bühne bezeichnet "King Kong" (1933) im Jahr 1953 als Thriller. S. Kracauer bespricht Horrorfilme noch 1960 unter dem Oberbegriff des Fantastischen, dem er sogar die Trickeffekte des Slapsticks zuordnet.[4] In "Das Grauen im Film" (1940) behandelt er (gestellte) Hinrichtungen & Naturkatastrophen unter dem Label des Grauens & des Entsetzlichen; und unter dem Titel "Hollywood's Terror Films" (1946), von ihm als Hollywoods Greuelfilme übersetzt, fasst er verschiedene Abstufungen des Thrillers zusammen – darunter "Gaslight" (1944), "The Spiral Staircase" (1945) & "Shock" (1946) –, deren Erfolg er vor dem Hintergrund des Krieges deutet und dabei die Ablösung einer einstmals populären Bedrohung wie (z.B.) dem Frankenstein-Monster Karloffs durch eine gegenwärtig populäre Bedrohung (z.B. den unscheinbaren Nachbarn) thematisiert, ohne jedoch dabei den Begriff des Horrorfilms zu verwenden. Diese Analyse Kracauers ließe sich mit geringen Modifikationen auf den Übergang vom klassischen zum modernen Horrorfilm übertragen.[5] Der Begriff des Horrors fällt dann jedoch in einem seiner Hauptwerke: 1947 bezeichnet er die auf Poe und Hoffmann rekurrierende Handlung in "Der Student von Prag" (1913) als "Horror-Story"[6] und bezeichnet "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1919) als "Schauergeschichte im Geiste E. T. A. Hoffmanns"[7]. Unter dem Rückgriff auf die Literatur konnte Kracauer deren Kategorisierungen auf den Film übertragen – was auch für L. H. Eisners "Die dämonische Leinwand" (1955/1975) gilt.
Auch im englischsprachigen Bereich setzt sich die Bezeichnung Horror film erst spät durch: Werbeplakate früher Genreklassiker sprechen von der story of the strongest Passion the world has ever known! ("Dracula" (1931)), vom Chilling thriller ("Frankenstein" (1931)) oder Chill thriller ("Bride of Frankenstein" (1935)), verleihen z.B. Karloff den Beinamen The Uncanny ("The Mummy" (1932)) und schmücken die Plakate mit den Begriffen Thrills, Terror, Fantastic, Weird oder Horrifying. In der Presse wurden diese heutzutage als Horrorfilme gefassten Klassiker nicht selten auch als Thriller bezeichnet.
Dass sich die Laemmles bei Universal vollkommen bewusst auf die literarischen Klassiker der Gothic novel und des Victorian gothic konzentriert haben, steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass die entsprechende Literatur längst unter dem Label Horror aufgegriffen worden ist. Dennoch setzt sich gegenüber den Kategorisierungen des Chillers oder Thrillers der Horror film erst im Laufe der Zeit durch. Endgültig etabliert hat er sich dann bereits in den 60ern: I. Butlers "The Horror Film" (1967) & C. Clarens "An Illustraded History of the Horror Film" (1968) – nach M. Laclos Klassiker "Le Fantastique au cinéma" (1958) und den Bänden F. J. Ackermans die frühesten populären Buchpublikationen zum Horrorfilm – zeugen davon. Artikel in Filmmagazinen häufen sich zudem mit dem Entstehen der Horrorfilme der Hammer Studios in den späten 50ern. In den 70ern steigt die Zahl der Veröffentlichungen zum Horrorfilm – auch hierzulande – rapide an, was damit zusammenhängt, dass generell "[e]ine publizistische Diskussion zur Bestimmung dessen, was ein Filmgenre ausmacht, […] in den 60er & 70er Jahren begonnen [hat]."[8] Jung merkt an, dass diese Werke vorwissenschaftlich ausgerichtet, meist für Laien geschrieben worden und in ihrer Genredefinition daher eher unsystematisch sind. Entsprechend breit gefächert wird der Horror film daher z.B. bei Butler definiert: neben Filmen, die einzig auf die Erzeugung des Horrors abzielen, nennt er noch Filme, in denen das Gefühl des Horrors essenziell sei aber nicht das einzige Interesse darstelle, Filme, in denen sich zumindest einzelne, kurze Momente eines Gefühls des Horrors ausmachen ließen, Filme, in denen ein Gefühl des Horrors einer naturalistischen Ausrichtung inhärent sei, und schließlich Dokumentarfilme, in denen Auslöser dieses Gefühls direkt dokumentiert werden.
Darum bemüht, den Horrorfilm stärker von benachbarten Genres – dem Thriller (einst geradezu synonym verwandt), Fantasy- & Science Fiction-Film – abgrenzen zu können, stellt der "Oxford Companion to Film" (1976) vier Kriterien auf, die allesamt erfüllt sein müssen: "1. das Vorkommen fantastischer Elemente, deren Handlungsweise oder bloße Präsenz lebensbedrohend wirken und deren Existenz wissenschaftlich nicht oder nur unzureichend erklärbar ist – dazu gehören auch Extremfälle pathologischen Vernichtungstriebs oder sich selbst erfüllende Angstvorstellungen […]; 2. der Appell an die Angst des Zuschauers vor dem Unbekannten und Übermächtigen […]; 3. eine subjektive, das heißt furchtverstärkende Darstellung der Ereignisse […]; 4. das gemeinsame Einverständnis von Filmemachern und Publikum, daß der erzeugte Schauder als auf der Basis akzeptierter Konventionen künstlich erzeugt und im Endeffekt furchtlösend verstanden wird."[9] Diese bemerkenswert zeitlose Definition hat heutzutage den letzten Punkt vermutlich dennoch eingebüßt, wenn man die Authentifizierungsstrategien der sich bei einer Found footage-Ästhetik bedienenden Horrorfilme der letzten Jahre berücksichtigt.
Konkreter an den Motiven des Genres angelehnt fällt Stigleggers Definition aus: über die Bedrohung durch übernatürliche Mächte/Wesen, die Visualisierung des Innenlebens Wahnsinniger, die Übertreibung einer von Menschen ausgehenden Gefahr, die von einem Menschen besitzergreifenden Mächte, die innerfilmisch im Rahmen von Intrigen bloß inszenierten Schocks oder die verfluchten Orte/Objekte steckt er den Rahmen des Genres ab, wobei alle Punkte als im Dienst der Angsterzeugung stehend betrachtet werden.[10]
Dieses bereits im Wort 'Horror' steckende Moment der Angsterzeugung ist allerdings problematisch: diese auch auf dem Gebiet der Literatur – z.B. von H. P. Lovecraft, R. Caillois oder L. Vax – geforderte Bedingung wurde spätestens mit T. Todorov entkräftet. Auch auf dem Gebiet des Films wird diese Bedingung durch das von Individuum zu Individuum, von Zeitraum zu Zeitraum, von Ort zu Ort verschiedene Angstempfinden untergraben: allenfalls spekulativ wäre die intendierte oder gelungene Angsterzeugung eines Filmes auszumachen, wobei zumindest ein psychoanalytischer Zugriff über den Begriff des Abjekten eine fundierte Argumentationsbasis liefert – welche jedoch nicht den Wirkungsverlust der Angsterzeugung im Laufe der Jahre berücksichtigen kann. Seeßlen/Jung kommen zwar in "Horror. Geschichte und Mythologie des Horrorfilms" (2006) um den Begriff des Unheimlichen nicht herum, listen jedoch auf 100 Seiten Voraussetzungen des Genres, den Ansatz einer Ikonographie des Genres und Fundamente, Strukturen & Kontexte der Angst auf. Das Halbwesen & die Phantastik - begriffen als sich ausbreitende "alte Form des Mythos in den Rissen des neuen Wissens"[11] -, die Gewalt und religiöse & sexuelle Subtexte gehören dabei zu den Aspekten, mit denen sich (auf weiteren 800 Seiten) das sich über die Jahrzehnte hinweg wandelnde Genre beschreiben lässt.

Das Genre des Horrorfilms etabliert sich – wie die meisten Genres – erst mit dem Tonfilm. Brownings "Dracula" und die folgenden klassischen Horrorfilmen der 30er Jahre (vor allem bei Universal, aber auch bei RKO) wären zu nennen: erst zu diesem Zeitpunkt beginnt die Serialisierung der Filme über Sequels ("Bride of Frankenstein") und Crossover ("Frankenstein Meets the Wolf Man" (1943)), während zugleich die Standardisierung von Strukturen ("The Mummy" ist beinahe ein freies Remake von "Dracula") & Motiven (Vampir, Werwolf, Mumie, Frankenstein-Monster, Mad Scientist und buckliges Faktotum) unter dem Einfluss amer. & dt. Vorläufer – sowie der literarischen Tradition – ansteigt und z.B. B. Lugosi & B. Karloff zu den ersten Stars dieses Genres avancieren, nachdem L. Chaney sr. – festgelegt auf monströse Rollen in makaberen Dramen – die Etablierung des Horrorfilms als eigenes Genre nicht mehr erlebte.
Dabei sind bekannte Stoffe der Horrorliteratur schon früh vom Film aufgegriffen worden: etwa in "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (1908), "Frankenstein" (1910), "Der Student von Prag" (1913) – unter Beteiligung H. H. Ewers' – oder "The Avenging Conscience" (1914) nach Poe. Die bloßen Motive fanden bereits 1896 Einzug in den Film. Vor allem mit dem expressionistischen dt. Stummfilm kommt es zwischen "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1919) und "Orlacs Hände" (1924) zu einflussreichen Vorläufern des Genres, die gerade in ihrem Spiel von Licht & Schatten vom amer. Horrorfilm der 30er ausgiebig zitiert werden. Weitere Vorläufer lassen sich in Frankreich & Schweden finden.
In dieser ersten Phase des Horrorfilms sind es vor allem die "Halbwesen, also […] halb Mensch, halb Tier oder halb lebendig, halb tot oder halb Mensch, halb Dämon"[12], die das Genre als Auslöser des Horrors dominieren, wobei sich nach Seeßlen/Weil ihre Herkunft der Natur, nicht – wie im Science Fiction Film – der Technik verdanke. Angesichts dieser fremdartigen, wenn auch ähnlichen Halbwesen wird der Horrorfilm dieser Jahre auf die "Formel vom Kampf des 'Eigenen' gegen das 'Fremde'"[13] gebracht, die freilich in einigen Stoffen – etwa im Fall von Jekyll & Hyde – bereits hinterfragt wird. Dabei wurden die Feindbilder immer wieder auf die Fremden der Realität zurückgeführt: auf die Osteuropäer etwa ("Dracula", "The Most Dangerous Game"), auf die Frau ("Cat People" (1943)) oder auf die Farbigen ("Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (1931), "King Kong" (1933)).[14]
Mit "Murders in the Zoo" (1933), "The Black Cat" (1934) und "The Raven" (1935) gerät – nach den eigenwilligen Vorstufen einiger L. Chaney sr.-Filme – zunehmend die Versehrung des eigenen Körpers zum Auslöser des Horrors, bis der Hays-Code diesen Produktionen einen Riegel vorschiebt. In den 40ern endete der Erfolg der Universal-Beiträge mit reißerischen Crossovern, während die "atmosphärisch stimmigen und bereits stark psychologisierenden Filme[] Val Lewtons […] und Jacques Tourneurs"[15] dominierten, in denen "eine neue Qualität des Schreckens präsentiert [wird]: Die Bedrohung liegt als Atmosphäre über dem ganzen Film; Schatten und Geräusche überzeugen von der Existenz einer unmittelbaren Gefahr, ihre Quelle bleibt jedoch buchstäblich im Dunkeln."[16] In den 50ern vermischt sich der Horrorfilm nach diesem kurzlebigen Zwischenspiel zumeist mit dem Science Fiction Film: Als Monsterfilm ("Them" (1954), "Tarantula" (1955), "Gojira" (1954)) – in der Regel als Reaktion auf die Erfahrung der Atombombe verstanden – oder als Invasionsfilm ("Invaders from Mars" (1953), "Invasion of the Body Snatchers" (1956)) – in der Regel als Reaktion auf die McCarthy-Ära verstanden.
Ab Ende der 50er entsteht unter M. Bava in Italien, unter T. Fisher & den Hammer Studios in England und unter R. Corman & AIP in den USA eine – sadistischere und im sexuellen Subtext deutlichere – Rückkehr zum traditionell literarisch geprägten Horrorfilm: Mit Hammers Farbfilmen "Curse of Frankenstein" (1957) & "Dracula" (1958) hält erstmals das rote Blut als zentrales Motiv des Genres Einzug. Während sich dieser Boom des sogenannten Gothic horrors bereits Ende der 60er, Anfang der 70er seinem Ende zuneigt, setzt sich ab H. G. Lewis' "Blood Feast" (1963) der Splatterfilm durch, der neben den Psychothrillern A. Hitchcocks ("Psycho" (1960) & M. Powells ("Peeping Tom" (1960)) die Wende zum modernen Horrorfilm herbeiführte. Die vor dem Hays-Code schon angedeutete Versehrung des eigenen Körpers dominiert die 70er & 80er, um sich kurz nach der Jahrtausendwende – unter dem Label Torture porn – erneut im Kino zu entfalten: "Die extreme Körperlichkeit dieser Filme spiegelt sich auch in ihrer Begrifflichkeit, die auf blood and guts, 'Blut und Eingeweide', geronnenes Blut (engl. gore), herumspritzende (engl. to splatter) Körpersäfte und Innereien sowie auf aufgeschlitzte (engl. to slash) Leiber verweist."[17] Unter der Regie G. A. Romeros ("Night of the Living Dead" (1968), "Dawn of the Dead" (1978)), W. Cravens ("Last House on the Left" (1972), "The Hills Have Eyes" (1977)), D. Cronenbergs ("Shivers" (1975), "Rabid" (1977)) und T. Hoopers ("Texas Chainsaw Massacre" (1974)) gewinnt dieser Körperhorror – der bei Hooper kaum explizit ausfällt – oftmals satirische Züge. Dagegen verliert sich dieser Ansatz in den 80ern in Sequel-reichen Slasher-Filmen - und gerät vermehrt auch zum Stein des Anstoßes bei Zensur & Kritik.
In den späten 60ern & den 70ern blüht zugleich der lateinamerikanische, europäische und asiatische Horrorfilm auf, nachdem er zuvor meist erst spät entstanden war und auf einzelne Werke beschränkt blieb: "El Fantasma del Convento" (1934) in Mexiko, "Ye ban ge sheng" (1937) in China, "La Torre de los Siete Jorobados" (1944) in Spanien oder "Yotsuya kaidan" (1949) in Japan stellen jeweils frühe, rare Ausnahmen in ihren Entstehungsländern dar, während in Deutschland mit R. Oswalds Tonfilm-Remake "Unheimliche Geschichten" (1932) die Tradition phantastischer Filmstoffe weitestgehend für Jahrzehnte beendet ist. Horrorfilme etablieren sich dann aber mit J. Franco ab 1962 in Spanien – wo P. Naschy unter L. Klimovsky & C. Aured zum Genrestar avanciert. In Frankreich wird J. Rollin mit erotischen Vampirfilmen ab 1968 populär, während in Belgien ab 1971 H. Kümel, J. Brismée & J. Franco mit eigenwilligen Filmen auffallen. J. M. Marins gerät ab 1964 in Brasilien zur Genre-Ikone, in Japan entstehen ab Ende der 50er vermehrt Beiträge, wobei Filme von N. Nakagawa ("Jigoku" (1960)), M. Kobayashi ("Kwaidan" (1964)) & K. Shindo ("Onibaba" (1964), "Kuroneko" (1968)) weltweit gewürdigt werden. In Italien dominieren in den 70ern vor allem Giallothriller, sowie - von einer Splatterästhetik gezeichnete - Zombie- & Kannibalenfilme gegen Ende der 70er & zu Beginn der 80er.
In den 70ern blühen erstmalig oder erneut zahlreiche Subgenres auf: okkulte Horrorfilme, Tierhorror-, Geisterhaus-, Zombie-, Hexenjäger-, Nonnen-, Rape-/Revenge-Filme & Psychothriller durchziehen das Genre. In den 80ern kommen vermehrt Slasher-Reihen & Videoproduktionen auf, während sich unter den ambitionierten Kinofilmen eine Rückläufigkeit bemerkbar macht, die teilweise auch mit dem Abklingen der europäischen Horrorfilmwelle zusammenhängt.
Anfang der 90er Jahre lebt eine Variation des Gothic horrors auf, während zugleich der Serienkiller-Film an der Schnittstelle zwischen Thriller und Horrorfilm einen Popularitätsschub erlebt und ein Verschwinden der Splatterästhetik zu bemerken ist. Mit "Scream" (1996) kommt es zu einer kurzlebigen Welle reflexiver, metafilmischer Teenie-Slasher; nach deren Abklingen hält sich allerdings bei T. West oder R. Zombie das selbstreflexive Zitatspiel im Genre, während zudem die ästhetischen Anleihen bei Found footage-Filmen einen kleinen Boom erleben. Nach der Jahrtausendwende gerät nach amer. Remakes verstärkt auch der jap. Horrorfilm ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Remakes holen ebenfalls – während Reboots zugleich unpopulär gewordene Filmreihen wiederbeleben – den Zombiefilm aus der Versenkung; sowie den Splatterfilm insgesamt, der über "Hostel" (2006) und die "Saw"-Sequels ein neuartiges – und unter dem umstrittenen Begriff Torture porn gefasstes – Subgenre begleitet und auch in Frankreich populäre Filme hervorbringt. Zugleich erleben aber auch traditionellere Geisterfilme – mitunter mit einem Hommage-Charakter ausgestattet – ab der Jahrtausendwende und vor allem in den 10ern einen neuen Aufschwung. Diese Melange aus Selbstreflexion, dem Metafilmischen, der Hommage und dem Zitat mag eine Antwort auf die Krise darstellen, die dem Horrorfilm der 80er vielfach attestiert wird.[18]

1.) Die Definition von Phantastik ist in diesem Zusammenhang eine explizit maximalistische - die von der Fabel bis zur Utopie alle Handlungen fasst, die wunderbare bzw. übernatürliche Elemente enthalten – und keine strukturalistisch-minimalistische, welche die Phantastik als ununterscheidbares Nicht-System zwischen dem Realen und dem Wunderbaren verorte.
2.) Zondergeld, Wiedenstried (Hg.): Lexikon der Phantastischen Literatur. Weitbrecht 1998; S. 398.
3.) Vgl. Durst: Theorie der phantastischen Literatur. Lit 2007; S. 17-128. Zondergeld/Wiedenstried: Lexikon der phantastischen Literatur. S. 413-414.
4.) Vgl. Kracauer: Theorie des Films. Suhrkamp 1985; S. 115-134.
5.) Vgl. Kracauer: Kino. Suhrkamp 1974; S. 25-27, 27-35.
6.) Vgl. Kracauer: Von Caligari zu Hitler. Suhrkamp 1984; S. 37.
7.) A. a. O. S. 71.
8.) Jung: Dracula. Filmanalytische Studien zur Funktionalisierung eines Motivs der viktorianischen Populär-Literatur. WVT 1997; S. 51.
9.) Filmlexikon 1: Filme A-J. Rowohlt 1984; S. 294.
10.) Vgl. Stiglegger: Horrorfilm. In: Koebner (Hg).: Sachlexikon des Films. Reclam 2007; S. 311-312.
11.) SeeĂźlen, Jung: Horror. Geschichte und Mythologie des Horrorfilms. S. 14.
12.) SeeĂźlen, Weil: Kino des Phantastischen. Geschichte und Mythologie des Horrorfilms. Rowohlt 1980; S. 9.
13.) SeeĂźlen, Jung: Horror. Geschichte und Mythologie des Horrorfilms. S. 128.
14.) Vgl. auch: Geyrhofer: Horror und Herrschaft. In: Witte (Hg.): Theorie des Kinos. Suhrkamp 1982; S. 55-60.
15.) Stiglegger. In: Koebner (Hg.): Sachlexikon des Films. S. 312.
16.) Sannwald: Horrorfilm. In: Rother (Hg.): Sachlexikon Film. Rowohlt 1997; S. 153.
17.) Vossen: Einleitung. In: Dies. (Hg.): Horrorfilm. Reclam 2004; S. 11.
18.) Vgl. Stiglegger. In: Koebner (Hg.): Sachlexikon des Films. S. 315. Vossen. In: Dies. (Hg.): Horrorfilm. S. 23-24.


Weitere Literatur zum Horrorfilm:
Everson: Klassiker des Horrorfilms. Goldmann 1980.
Jung, Weil, SeeĂźlen: Der Horrorfilm. Regisseure, Stars, Autoren, Spezialisten, Themen, Filme von A-Z. Roloff 1977.
Stresau: Der Horrorfilm. Von Dracula zum Zombieschocker. Heyne 1987. (Weniger)


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Die besten Filme des Genres (nach Benutzerwertungen)

Die folgende Übersicht listet die 100 besten Filme des Genres auf. Die ungewichtete Note finden Sie in kleinerer Schrift neben der gewichteten Note; die kleine Zahl in Klammern stellt den globalen Platz in der Rangliste dar (nicht bei Serien).

Platz     Film     Note   Stimmen
1.  (17)Aliens - Die RĂĽckkehr 8.75  8.78 3134
 From Dusk Till Dawn 8.75  8.735396
3.  (22)Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 8.71  8.74 3190
4.  (33)Zombie 8.61  8.62 2817
5.  (36)Schweigen der Lämmer, Das 8.60  8.64 2884
6.  (42)Ding aus einer anderen Welt, Das 8.55  8.59 2514
7.  (45)Psycho 8.54  8.60 1583
8.  (48)Braindead 8.51  8.46 3814
9.  (64)WeiĂźe Hai, Der 8.42  8.47 2059
10.  (69)Nightmare - Mörderische Träume 8.39  8.44 2224
11.  (73)Tanz der Teufel 8.38  8.38 3098
12.  (77)Shining 8.36  8.40 2299
13.  (79)Saw 8.35  8.36 3373
14.  (95)Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens 8.25  8.39 615
15.  (103)Crow - Die Krähe, The 8.22  8.25 2030
16.  (106)Halloween - Die Nacht des Grauens 8.21  8.26 2296
 Planet Terror 8.21  8.232120
18.  (112)Blade 8.19  8.20 3079
 Suspiria 8.19  8.251228
20.  (127)Hellraiser - Das Tor zur Hölle 8.14  8.20 1797
21.  (134)Dawn of the Dead 8.12  8.14 2749
22.  (142)Fliege, Die 8.10  8.17 1579
 Nacht der lebenden Toten, Die 8.10  8.171556
 Grindhouse 8.10  8.22794
25.  (148)Scream - Schrei! 8.09  8.11 2417
26.  (152)Hellbound - Hellraiser II 8.08  8.13 1422
 Exorzist, Der 8.08  8.141524
28.  (163)Zombie 2 - Das letzte Kapitel 8.06  8.12 1803
29.  (169)Tanz der Vampire 8.05  8.14 1280
30.  (181)Sleepy Hollow 8.01  8.04 2494
31.  (197)Sixth Sense, The 7.99  8.00 2346
32.  (208)Tanz der Teufel II - Jetzt wird noch mehr getanzt 7.96  8.01 2121
 Vögel, Die 7.96  8.041247
34.  (213)High Tension 7.95  8.00 2064
35.  (231)Eraserhead 7.93  7.96 667
36.  (244)Descent - Abgrund des Grauens, The 7.91  7.92 1968
37.  (252)Freaks 7.90  8.19 353
38.  (260)Rosemaries Baby 7.89  7.96 1103
39.  (270)Shaun of the Dead 7.88  7.93 1973
40.  (288)Fabel von King Kong - Ein amerikanischer Trick- und Sensationsfilm, Die 7.85  8.03 536
41.  (302)Chinese Ghost Story, A 7.83  7.99 602
42.  (308)Misery 7.82  7.92 967
 Phenomena 7.82  7.93908
44.  (314)Re-Animator 7.81  7.84 1289
 Omen, Das 7.81  7.90946
46.  (326)Freddy vs. Jason 7.80  7.80 2456
47.  (335)Im Auftrag des Teufels 7.79  7.85 1715
48.  (341)Tenebrae 7.78  7.86 863
 Identität 7.78  7.831733
50.  (350)Cabinet des Dr. Caligari, Das 7.77  8.08 274
51.  (363)Rosso - Die Farbe des Todes 7.74  7.83 746
 Armee der Finsternis, Die 7.74  7.782281
53.  (377)Frankenstein 7.72  7.91 483
54.  (380)American Werewolf 7.71  7.80 982
55.  (388)Ring 7.70  7.75 1794
56.  (392)Event Horizon - Am Rande des Universums 7.69  7.72 1743
57.  (399)Dracula 7.68  7.86 478
 Final Destination 7.68  7.712040
 Jacob's Ladder - In der Gewalt des Jenseits 7.68  7.81681
60.  (413)Fog - Nebel des Grauens, The 7.67  7.73 1543
61.  (426)Interview mit einem Vampir - Aus der Chronik der Vampire 7.66  7.71 1666
62.  (437)Poltergeist 7.65  7.73 1085
63.  (443)Ritter der Dämonen 7.64  7.73 960
 Hills Have Eyes - HĂĽgel der blutigen Augen, The 7.64  7.651950
 So finster die Nacht 7.64  7.71860
66.  (457)Ăśber dem Jenseits 7.63  7.65 1178
 Verdammt, die Zombies kommen 7.63  7.73850
68.  (471)Audition 7.62  7.68 1010
69.  (486)Tucker & Dale vs Evil 7.61  7.71 853
70.  (497)Bram Stoker's Dracula 7.60  7.66 1534
71.  (509)Frankensteins Braut 7.59  7.87 309
 Blade II 7.59  7.632468
73.  (526)Unsichtbare, Der 7.58  7.90 269
74.  (536)Nightwatch - Nachtwache 7.57  7.68 794
 Gremlins - Kleine Monster 7.57  7.621271
76.  (553)Frighteners, The 7.56  7.60 1683
 Stunde, wenn Dracula kommt, Die 7.56  7.80357
 Mieter, Der 7.56  7.74472
79.  (568)Blutgericht in Texas 7.55  7.60 1831
 Terror in der Oper 7.55  7.68561
 Zombieland 7.55  7.611268
82.  (583)Cube 7.54  7.59 1652
 Inside - Was sie will ist in Dir 7.54  7.551021
84.  (599)Mächte des Wahnsinns, Die 7.53  7.61 1043
 Bis das Blut gefriert 7.53  7.68502
 King Kong 7.53  7.531935
87.  (615)Wishmaster 7.52  7.60 981
 Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt 7.52  7.571319
 Im Land der Raketen-WĂĽrmer 7.52  7.591120
 Friedhof der Kuscheltiere 7.52  7.591273
 Midnight Meat Train 7.52  7.58862
 Martyrs 7.52  7.501089
 Eden Lake 7.52  7.551050
94.  (633)Vampire Hunter D: Bloodlust 7.51  7.81 273
95.  (643)UrotsukidĂ´ji - Legend of the Overfiend 7.29  7.77 149
96.  (648)Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies 7.50  7.56 1346
 AlienÂł 7.50  7.522238
 Final Destination 2 7.50  7.551760
 Orphan - Das Waisenkind 7.50  7.63632
100.  (661)Videodrome 7.49  7.59 853


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