Kingsman - The Secret Service (2014)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 24.07.2015 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne / 5


Harry Hart ist ein „Kingsman“, ein Geheimagent im Auftrag seiner Majestät, getarnt als Schneider in der besten Gegend Londons. Als es um die Besetzung einer Ausbildungsstelle bei seiner Organisation geht, schlägt Harry den jungen Gary, genannt „Eggsy“, vor, den Sohn eines toten Kollegen, der ihm einst das Leben rettete. Nun durchläuft Gary ein hartes Aufnahmeverfahren, bei dem derjenige, der die Prüfungen nicht schafft, sogar mit seinem Tod rechnen muss. Währenddessen entpuppt sich der aus den USA stammende exzentrische Internet-Milliardär Valentine, der die Menschheit soeben mit einer völlig kostenfreien, aber höchst manipulativen SIM-Karte beglückt hat, als ein ernstzunehmender Gegner für den „Kingsman“-Geheimdienst…

Auch wenn man mit Daniel Craigs Verpflichtung als 007 die James-Bond-Filmreihe insgesamt betrachtet erneuern konnte (und zwar einzig und alleine hin zur Härte der Sean-Connery-Beiträge), fehlt es ihnen trotz aller Begeisterung, die sie immer noch entfachen, an einer wirklichen Modernisierung. Nun schickt sich Matthew „Kick Ass“ Vaughn an, zwar nicht den bekanntesten aller Agenten aber zumindest das Genre selbst mit der Comicverfilmung „Kingsman: The Secret Service“ aufzumischen, die irgendwo zwischen der Gadget-Verliebtheit der Abteilung Q, einem von Austin Powers verströmten sexistischen Nonsens und der Steifheit britischer Coolness angesiedelt ist. Klar, dass bei solch einer Melange die Wiedererkennungssynapsen eines wahren Kino-Connaisseurs bis in den roten Bereich hinein ausschlagen: angefangen bei den Verweisen auf das „Harry Palmer“-Universum bis hin zu der Szene, in der man über die Güte der Bondschurken lamentiert. Das alles ist zwar augenzwinkernd und humorvoll aufbereitet, allerdings bedauerlicherweise aber auch in einem konventionell entwickelten, weithin oft verfilmten Underdog-Rekrutierungs-Plot untergebracht, der im krassen Gegensatz zu dem irrwitzigen Weltuntergangsszenario des größenwahnsinnigen Valentine steht, den Samuel L. Jackson mit einem nervigen Lispeln haarscharf an einer billigen Karikatur vorbeischrammen lässt. Während man also auf inhaltlicher Ebene durchaus das eine oder andere bekritteln könnte, gibt es technisch betrachtet nur Sehenswertes zu vermelden. Die Ausstattung ist ohne Fehl und Tadel, Tricks und Effekte zeugen von hohem Niveau und die Inszenierung selbst verdient das Prädikat irrwitzig. Ganz klar stehen bei Matthew Vaughn erlesene Actionsequenzen hoch im Kurs, die man getrost als nie zu vergessene Kabinettsstückchen bezeichnen kann. Hier wird einfallsreich und vor allem hart gefightet, mitunter überraschend blutig gestorben und das alles mit einer solch inszenatorischen Finesse, die man seit Tsui Harks Blütezeiten nicht mehr gesehen hat. Fazit: sollten Matthew Vaughn und Eggsy tatsächlich in eine zweite Runde gehen, so muss sich James Bond wirklich warm anziehen, denn dann ist der junge, unkonventionelle „Kingsman“ raus aus dem Ausbildungsstatus. Bildformat: 2,35:1. Mit Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Sophie Cookson, Michael Caine u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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