Sword Master (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 02.11.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 4 (3D-Review)


SchwertkĂ€mpfer Yan will sich unbedingt einen Namen machen und kĂŒndigt an, sich mit Yen Shih-San, dem sogenannten dritten Meister des Xie-Clans, zu duellieren. Als er hört, dass dieser tot sei, zieht sich Yan aufs Land zurĂŒck und verdingt sich fortan als TotengrĂ€ber. Eines Tages wird er geben, den scheuen Chi in der Kunst des Schwertkampfes zu unterrichten. NatĂŒrlich entpuppt sich Chi schon bald als der totgeglaubte Shih-San, doch bevor es zu dem angekĂŒndigten „Death Duel“ (so lautet der Originaltitel des Films von 1977, der mit „Sword Master“ ein Remake erfĂ€hrt) kommt, muss noch zwischen mehreren verfeindeten Clans aufgerĂ€umt werden...

Verkappte, oftmals verschlungen vorgetragene Liebesgeschichten waren schon immer die Triebfeder fĂŒr den chinesischen Film und fĂŒr das Wuxia-Subgenre insbesondere. Und so gehört auch „Sword Master“, ein von Tsui Hark produzierter, mit studioĂ€hnlicher AtmosphĂ€re versehener Schwertkampffilm, zu dieser beim heimischen Publikum so beliebten Genre-Gattung, die durch westliche Augen betrachtet entweder heillos naiv-ĂŒberzeichnet oder einfach nur wundersam anders ist. Mit sichtlichem Hauptaugenmerk auf ein 3D-VergnĂŒgen wird hier wieder einmal eine kĂŒnstliche Welt ausgebreitet, in der gekĂ€mpft, geflogen und natĂŒrlich auch geliebt wird. Das alles wirkt austauschbar und ist doch so eigenstĂ€ndig wie möglich. Doch das Artifizielle ist nicht nur auf der (zugegebenermaßen mĂ€rchenhaft opulenten) optischen Ebene zu finden sondern auch in der Story selbst, die etwas braucht, um in die GĂ€nge zu kommen bzw. Struktur zu bekommen. Hier hĂ€tte man Derek Yee ein besseres HĂ€ndchen gewĂŒnscht; das beweist er aber in den sehenswerten Kampfszenen, die einfach nur kinetisch sind. Störend sind dabei nur die sterilen CGI-BlutfontĂ€nen (eher: FontĂ€nchen). Glatte fĂŒnf Sterne hĂ€tte sich „Sword Master“ verdient, wenn man nur die 3D-Wirkung des Films beurteilen wĂŒrde. Hier merkt man, dass in China diese Technik noch zum puren VergnĂŒgen eingesetzt wird: Pop-Outs, Tiefenwirkung und immer wieder irgendwas, was durchs Bild fliegt (Schnee, funken, MandelblĂŒten etc.) - dies und noch viel mehr ist perfekt eingebettet und unterstreicht den bereits beschriebenen besonderen MĂ€rchen-Charakter von „Sword Master“, der fĂŒr Wuxia-Fans uneingeschrĂ€nkt zu empfehlen ist. Bildformat: 1,78:1. Mit Lix Gengxin, Jiang Yiyan, Jiang Mengie, Peter Ho u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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