Colossal (2016)

Die offizielle Filmkritik von Frank Trebbin

Die Angst sitzt neben Dir    

Frank Trebbin ist Autor der in mehreren Bänden erschienenen Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir", in der er sich durch das Besprechen von unzähligen Filmen aller Genres (primär Phantastik) einen Namen als Autor und Rezensent machen konnte.

Die folgende Kritik wurde am 03.12.2017 eingetragen.




Franks Bewertung des Films
(0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10)

3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne3 Sterne / 1


Ihr Alkoholkonsum trägt Schuld daran, dass Gloria in New York von ihrem Freund quasi rausgeschmissen wurde und sich nun in ihre Heimatstadt in New Hampshire zurückgezogen hat. Schnell findet sie Anschluss an ihren alten Schulfreund Oscar, der – welch Zufall – eine Bar betreibt und ihr dort sogar einen Job anbietet. Alkohol wird auf diese Weise zum ständigen Wegbegleiter, so lange, bis Gloria merkt, dass sie und ihre Bewegungen auf einem Spielplatz morgens um 8.00 Uhr irgendetwas mit einem riesigen Monster zu tun haben, welches zur gleichen Zeit in Seoul wie aus dem Nichts auftaucht...

Kann das gut gehen? Ein Film, der gleichzeitig Tragödie, Komödie, Science-Fiction- und Monster-On-The-Loose-Movie sein möchte? Nun ja, man muss es selbst gesehen haben, um sich ein faires Urteil zu erlauben, denn selten gab es einen Film, der landauf, landab so unterschiedlich bewertet wurde. Von Hype bis totalem Verriss war bislang alles dabei. Dreh- und Angelpunkt von „Colossal“ ist eine ziemlich absurde Ausgangsidee, die – und das ist leider so – nicht ganz dazu geeignet ist, einen abendfüllenden Film zu tragen. Der Reiz dessen, was man alles daraus hätte machen können ist größer als das, was Nacho Vigalondo, der mit „Timecrimes“ schon gezeigt hat, dass ihm leicht schräge Stoffe am Herzen liegen, letztendlich doch verwirklichen konnte, zumal die Dramatik gerade im letzten Drittel nur noch konstruiert wirkt. Die Leichtfüßigkeit des Beginns ist dahin, das Ganze kippt in Richtung Psychodrama mit Stalking-Subthematik und plötzlich verwandeln sich Sympathieträger in Arschlöcher. Da mögen zwar Gloria, Oscar und die anderen keine typischen Abziehbild-Charaktere mehr sein, doch befremdlich bleibt das alles trotzdem. Zuguterletzt stellt man fest, dass „Colossal“ zwar nie langweilig und irgendwie unterhaltsam geraten ist aber leider ohne wirklichen Witz und vor allem auch ohne jedwede Spannung daherkommt. Fazit: Nacho Vigalondo bleibt sich treu, denn Mainstream ist „Colossal“ keinesfalls. Bildformat: 2,35:1. Mit Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Dan Stevens, Austin Stowell u. a.


© Selbstverlag Frank Trebbin



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